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Kronach
Kommunalwahl (I)

Freie Wähler gehen selbstbewusst in den Wahlkampf

Karl-Heinz Hofmann Die Freien Wähler Kronach nominierten ihre Stadtratskandidaten. Sie schicken 24 Kandidaten ins Rennen, acht davon sind Frauen. Unter der Wahlleitung von Stefan Wicklein wurden in ge...
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Karl-Heinz Hofmann Die Freien Wähler Kronach nominierten ihre Stadtratskandidaten. Sie schicken 24 Kandidaten ins Rennen, acht davon sind Frauen. Unter der Wahlleitung von Stefan Wicklein wurden in geheimer Wahl die Kandidatinnen und Kandidaten einstimmig gewählt. Zwei Ersatzkandidatinnen wurden gesondert gewählt.

Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, der die Freien Wähler Kronach 1995 mit gründete, tritt am 15. März 2020 nicht mehr zur Wahl an - weder als Bürgermeister- noch als Stadtratskandidat (wir berichteten).

Somit endet seine über 24 Jahre andauernde Ära im Stadtrat, in der er zwölf Jahre als Dritter Bürgermeister und zwölf Jahre als Stadtoberhaupt fungierte. Er sehe eine gute Kandidatenliste mit fähigen guten jüngeren Kandidaten vor sich, sagte der scheidende Bürgermeister. Daher könne er ruhigen Gewissens von einem gelungenen Generationswechsel sprechen.

An der Sache orientieren

Vorsitzender Michael Zwingmann wird auch den ersten Listenplatz belegen. Er meinte, die FW brauchen sich für die Kommunalwahl 2020 nicht neu erfinden. Das Konzept einer bürgernahen Sachpolitik habe sich bewährt und werde auch für die anstehende Wahl der Leitgedanke sein. Dabei gelte für die FW immer, Politik von unten nach oben zu machen und sich an der Sache und nicht am Parteiwillen zu orientieren.

Zwingmann nannte viele Beispiele aus dem Wahlprogramm der FW, die umgesetzt werden konnten. Nach dem Motto: versprochen und gehalten. Bei allen Entscheidungen hätten die FW vor dem Spagat gestanden, Schulden abzubauen und dennoch zielorientiert zu investieren. Dadurch sei es gelungen, die Schulden der Stadt trotz Investitionen in Höhe von rund 70 Millionen Euro um rund 40 Millionen Euro auf jetzt über 20 Millionen zu reduzieren. "Durch das umsichtige Handeln von Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein konnte die Stadt wieder auf feste Füße gestellt werden, was natürlich auch das Arbeiten für das nächste Stadtratsgremium und die Stadtführung einfacher machen wird", betonte Zwingmann.

Sigi Mayer meldete sich zu Wort und meinte, man könne es als Kaufmann gar nicht hoch genug einschätzen, was in Kronach mit dem Schuldenabbau geleistet und dennoch investiert wurde. "Und es wurden keine Luxustempel gebaut", sagte er.

Zwingmann kritisierte das unlautere Vorgehen mancher, die im Wahlkampf lautstark verkünden, wo noch Verbesserungsbedarf besteht oder was offensichtlich versäumt wurde, ohne konkret zu werden. "Man weiß nur was man nicht will, nicht aber, wie es konkret besser werden soll", sagte er. Auch Finanzierungsvorschläge würden nicht genannt.

"Eine Wahnsinnsaufgabe"

Dagegen nannte der FW-Vorsitzende einige Handlungsschwerpunkte für die Periode 2020 bis 2036. Die Festung Rosenberg soll demnach weiter als touristischer Magnet gestärkt werden. Zudem sollen nun die innerstädtischen Straßensanierungen forciert und die Altstadtsanierung fortgeführt werden. Schwerpunkte sollen der Kühnlenzhof, die Schwedenstraße, die Amtsgerichtsstraße und der Marktplatz sein. Die Kindergärten würden saniert und modernisiert und der Betreuungsumfang soll in Kooperation mit den Trägern erweitert werden, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

"Eine Wahnsinnsaufgabe" sieht Zwingmann darin, die Stadt als Hochschulstandort fit zu machen. Mit dem Hochschulstandort werde auch eine Forderung aus dem Wahlprogramm von 2014 verwirklicht. Das Erlebnisbad Crana Mare soll zusammen mit dem Landkreis zu einer modernen Freizeit- und Sporteinrichtung entwickelt werden. Eine wichtige Aufgabe sei auch, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. "Wir sprühen vor Ideen", sagte Zwingmann selbstbewusst mit dem Seitenhieb, ähnlich wie 2008 würden auch jetzt wieder andere Parteien als "Trittbrettfahrer" aufspringen. Abermals verwies er auf "den finanziellen Scherbenhaufen von 2008", der unter Federführung der FW wieder hätte aufgekehrt werden können. Somit könne man auf geordneten Verhältnissen aufbauen.

"Schwarzmalerei und Nörgelei hilft uns nicht weiter, sondern die FW streben weiter ein konstruktives Miteinander mit allen Parteien und Gruppierungen an", so Zwingmann. Für die Stadtratsliste habe er viele Berufs- und Altersschichten mit ehrenamtlichem Engagement in Vereinen und Verbänden gewonnen.