Kronach
Politik

Freie Wähler gehen optimistisch in Zukunft

Zielbewusst und selbstsicher gaben sich die Freien Wähler Kronach bei ihrer Hauptversammlung am Montag im Gasthof " 's Antla". Der Ortsverband ließ die Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passiere...
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Zielbewusst und selbstsicher gaben sich die Freien Wähler Kronach bei ihrer Hauptversammlung am Montag im Gasthof " 's Antla". Der Ortsverband ließ die Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren und legte die Schwerpunkte für 2019 fest.

Vorsitzender Michael Zwingmann berichtete von einem arbeitsreichen Jahr, in dem man vieles auf den Weg gebracht und umgesetzt habe. "Wir Freien Wähler halten, was wir versprechen", verdeutlichte er mit einem Seitenhieb auf die CSU. So wunderte sich Zwingmann über eine Aussage, wonach die Haushaltskonsolidierung auf Drängen der CSU erfolgt sei. Er betonte, dass man als Freie Wähler den Mut gehabt habe, konsequent die Haushaltskonsolidierung anzugehen. "Was die CSU in Kronach macht, ist nichts weiter als Populismus und Trittbrettfahrer-Politik. Denn wenn die CSU gewollt hätte, dann hätte sie gemeinsam mit uns Freien Wählern nie die Schuldenpolitik der SPD unterstützt, und die Stadt Kronach wäre niemals in so eine missliche Lage gekommen." CSU und SPD seien auf den Zug Konsolidierung aufgesprungen, den die Freien Wähler mit ihrem "Lokomotivführer" Wolfgang Beiergrößlein in Bewegung gesetzt hätten.

An einem Strang ziehen

Zu den erfolgreich umgesetzten Projekten zählten die Schaffung einer zusätzlichen Haltestelle in Fischbach sowie die erfolgreiche Unterschriftenaktion zur Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung. Abschließend appellierte er, weiterhin gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Bei alledem werde man die in der Partei vorhandene sachorientierte Kultur beibehalten.

Von einem hervorragenden Weg in der Stadtpolitik sprach Bürgermeister Beiergrößlein. Bei seinem Amtsantritt 2008 sei die Stadt mit 62 Millionen Euro Schulden handlungs- und leistungsunfähig gewesen. Durch eine restriktive Haushaltspolitik habe man fraktionsübergreifend die Schulden auf jetzt unter 20 Millionen Euro reduzieren können. Wenn sich die CSU dies nun alleine auf die Fahnen schreibt, sei dies schlichtweg falsch und wohl dem Vorwahljahr geschuldet. "Wir alle haben das mitgetragen und gemeinsam angepackt", sagte er. "Die Stadt ist nun aus dem Gröbsten raus."

Deutliche Position bezog er zum Verkauf der KWG. Dieser sei alternativlos gewesen, da weder Stadt noch Landkreis den damaligen Sanierungsstau hätten beheben können. Ausdrücklich begrüßte er die Gründung eines Mietervereins zur Wahrung der Interessen der Mieter.

Entwicklung wird kaputtgeredet

Leider wollten einige die guten Entwicklungen in der Stadt kaputtreden. Man werde sich davon nicht beirren lassen, sondern die klare Sachpolitik weiterführen, betonte Beiergrößlein. Die immense Themenvielfalt könne man nicht von heute auf morgen bewältigen, aber man könne priorisieren, abarbeiten und investieren. Zugleich warnte er vor zu großer Euphorie. Gefragt seien Augenmaß und Vernunft, gelte es doch, den Eigenanteil der Stadt im Auge zu behalten.

Dem schloss sich Zwingmann an, der von anstehenden Pflichtaufgaben in Millionenhöhe, gerade auch im Straßenbau, sprach. Wie schnell der Boden dünner werde, zeige die derzeitige Entwicklung in der Automobilbranche, einhergehend mit niedrigeren Steuereinnahmen.

Kreisvorsitzender Tino Vetter berichtete von den erfolgreichen Landtagswahlen im vergangenen Herbst, wobei man mit 11,4 Prozent landesweit das bislang beste Ergebnis überhaupt eingefahren habe. Zwingmann habe als Direktkandidat mit fast 8700 Erststimmen das bislang beste Ergebnis eines FW-Kandidaten im Stimmkreis erreicht - eine Steigerung um über 2500 Stimmen. Den Erststimmen-Anteil von MdL Jürgen Baumgärtner mit 44 Prozent bezeichnete er als "Hausnummer", was er so nicht erwartet habe. "Sein lautstarkes Agieren kommt offensichtlich gut bei der Bevölkerung an", wunderte er sich.

Im Bezirk erreichte FW-Zweitstimmen-Kandidat Stefan Wicklein "sensationell" über 4900 Stimmen. Hinsichtlich der anstehenden EU-Wahlen bat Vetter um Unterstützung. Laut Umfragen liege man zwischen 2,5 und 3 Prozent, was auf drei Mandate hinauslaufen könne. Das wichtigste Thema für 2020 seien die Kommunalwahlen.

In seinem Schlusswort erklärte Zwingmann, derzeit die Liste für die Kommunalwahl 2020 aufzubereiten. Erfreulicherweise hätten schon einige Mitglieder ihr Interesse bekundet. Die Nominierung für einen Bürgermeisterkandidaten für die Kreisstadt erfolge im Herbst 2019. hs

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