Bamberg

"Freaks" sind heiß auf das alte Parkett

Marketingmann Simon Kelhetter erklärt, was es mit einer besonderen Aktion von Brose Bamberg auf sich hat.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das alte Parkett muss raus. Fotos: Bertram Wagner
Das alte Parkett muss raus. Fotos: Bertram Wagner
+2 Bilder

18 Jahre alt und bespielt mit acht von insgesamt neun Bamberger Meisterschaften (2007 auswärts bei den Artland Dragons), mit zwei von sechs Pokalsiegen (2011, 2019 - 2010, 2012 und 2017 auswärts; 1992 in der Graf-Stauffenberg-Halle) und unvergesslichen Euro-League-Auftritten hat es das Parkett in der Brose-Arena wahrlich verdient, nicht einfach 08/15 entsorgt zu werden. Im Gegenteil: Es wird im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums "My Part of History" an "Freaks" in verschiedenen Formen und Chargen verkauft. Simon Kelhetter, 30 Jahre alt, im Marketingbereich bei Brose Bamberg tätig, ist der Projektleiter für diese historische Aktion, die bundesweit auf sich aufmerksam gemacht hat.

Wie kam diese außergewöhnliche Idee in den Köpfen von Brose Bamberg zustande?

Simon Kelhetter: Altersbedingt musste das Parkett ausgetauscht werden. Auf diesem gab es in seiner 18-jährigen Geschichte aber viele historische Momente, Träume wurden wahr, Träume zerplatzten. Es gab Tränen der Freude und des Leides. All diese Momente wollten wir mit dem Ausbau nicht verlieren. Wir wollten unsere Geschichte und viele enge Spiele weiterhin bewahren. So haben wir mit der Agentur medienreaktor dieses einzigartige Projekt ins Leben gerufen. Jedes Stück erzählt unsere Geschichte.

Gab es beim Ausbau der über 400 Quadratmeter Probleme oder lief alles glatt mit dem alten Parkett?

Ein solches Projekt läuft ja nie ganz reibungslos. Der Ausbautrupp war es beispielsweise nicht gewohnt, dass er darauf achten muss, die Stücke schön und in einem bestimmten Format auszubauen. Im Normalfall geht es ihm um Schnelligkeit und nicht um Genauigkeit. Die Zwischenlagerung und die Logistik dieser Holzmassen stellen uns zudem vor eine große Herausforderung.

In welchen Größen oder zu welchen Möbeln kann man dieses historische Holz erwerben?

Standardmäßig gibt es 30 mal 30 cm und 60 mal 60 Zentimeter große Stücke. Die Größeren sind die sogenannten "Big Parts of History", ganz spezielle Momente wie etwa der Dreier von Nikos Zisis aus dem letzten Pokalfinale. Wir verarbeiten das Parkett zudem zu Wandflaschenöffnern, Wanduhren, Brettspielen, Couch-, Schreib- und Esstischen. Die Details zu allen Unikaten findet man unter www.mypartofhistory.de. Individuelle Größen für Heimwerker können aber jederzeit angefragt werden.

Was läuft besonders gut? Kommen die Bestellungen aus ganz Deutschland?

Unser Topseller ist die Wanduhr mit knapp 100 Bestellungen. Dicht gefolgt vom Flaschenöffner. Von den Tischen ist der Couchtisch der Beliebteste. Unser Ziel war es, uns bei diesem Projekt auch über die regionalen Grenzen hinaus zu positionieren.

Das haben wir geschafft. Noch sind nicht alle Bestellungen ausgewertet. Ich kann aber sagen, dass wir Bestellungen aus etwa Hamburg, München, dem Rheinland und dem Ruhrgebiet erhalten haben. Sogar eine Anfrage aus den USA war dabei.

Apropos Bestellungen: Wie kann man ordern und gibt es schon einen Nachfrageüberschuss oder ist noch kein Mangel zu registrieren?

Momentan können unsere Produkte über die Crowdfunding Plattform kickstarter.de erworben werden. Diese ist bei unseren Produktbeschreibungen auf der Projekthomepage www.mypartofhistory.de verlinkt. Zukünftig wird es die Produkte auch in unserem Onlineshop geben. Trotz der hohen Nachfrage haben wir noch keinen Mangel.

Wer profitiert von dem Parkett-Erlös? Die Neuverpflichtungen?

Nachdem das Projekt über den 1. August und die Weihnachtszeit hinaus geht, sind bis dahin - hoffentlich - alle Neuverpflichtungen abgeschlossen. Der Erlös aus den "Big Parts of History" geht dabei zu 100 Prozent an den Brose Bamberg e.V.

Die Fragen stellte Bertram Wagner.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren