Ebern
Bürgermeister-Schelte

Frauenunion: "Vollmundige Worte - ausbleibende Taten"

Eckehard Kiesewetter Ebern —  Der Wahlkampf für die Kommunalwahl ist spätestens eröffnet, seit Sebastian Ott offiziell zum Bürgermeisterkandidaten der CSU-Ortsverbände Ebern und Jesserndorf gekürt wur...
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Eckehard Kiesewetter Ebern —  Der Wahlkampf für die Kommunalwahl ist spätestens eröffnet, seit Sebastian Ott offiziell zum Bürgermeisterkandidaten der CSU-Ortsverbände Ebern und Jesserndorf gekürt wurde. Er will bei der Wahl im kommenden Jahr versuchen, dem bisherigen Amtsinhaber Jürgen Hennemann (SPD) den Rang streitig zu machen. Dass das sogenannte schwache Geschlecht in der Stadtpolitik und im Wahlkampf ein starkes Wörtchen mitreden wollen, beweisen die Frauen auf der CSU-Stadtratskandidatenliste.

Dies belegt aber auch das Engagement der Frauenunion Ebern, die unter Leitung von Simone Berger aus Rentweinsdorf Gas gibt - nicht nur mit Aktionen und Veranstaltungen. Sie legt auch bei der Angriffslust einen Gang zu. Vehikel dafür sind Transportwagen, die Erleichterung bei der Grabpflege schaffen sollen. Derartige Transportwagen und damit verbundene Kritik sind jetzt Gegenstand eines offenen Briefs der Frauen an den Bürgermeister.

Zum Hintergrund: Zwei solcher Ziehwägelchen hatte die Frauenunion im April 2018 an Hennemann übergeben. Damit könnten alle Bürger Utensilien bei der Grabpflege leichter transportieren, hatte es damals geheißen. Und schon seinerzeit hatte die Frauenunion ihre Spende mit Vorwürfen verbunden, dass nämlich die Stadt trotz eines Antrags im Jahr 2015 und mehrfacher Erinnerungen keine Transportwagen angeschafft habe. Also nahmen die Frauen die Sache selbst in die Hand.

Der Bürgermeister, früher langjähriger FTE-Mitarbeiter, hatte seinerzeit erklärt, dass er die Ausbildungswerkstatt der Firma FTE (heute Valeo) um Unterstützung gebeten habe. Die jungen Leute sollten Wägelchen für den Friedhof fertigen, da es aus Sicht der Stadt wichtig sei, "dass der größte Arbeitgeber am Ort mit seiner tollen Ausbildungswerkstatt weiterhin Aufträge für soziale Zwecke von der Stadt erhält". Über diesen Umstand und die Spende der Frauenunion hatte damals auch der FT berichtet.

"Keine Rieseninvestition"

Die von der Stadt angeforderten Wägelchen stehen bis heute nicht bereit. Anlass für einen "Leserbrief", per E-Mail versandt von Simone Berger, in dem die Frauenunion Hennemann "vollmundige Worte" und "ausbleibende Taten" vorwirft. Die Frauen erinnern an die Übergabe der Wägelchen, die dankbar entgegen genommen worden seien. "Wir waren damals sehr erstaunt über Ihre Bemerkung, dass von der Stadt selbst ja längst schon sieben fast baugleiche, stabile Transportwagen bei Valeo in Auftrag gegeben worden seien, die auch kurzfristig zum Einsatz kämen", heißt es in dem Schreiben.

Diese Ankündigung hätten die damals anwesenden Stadträte (Gaby Rögner und Manfred Fausten) und fünf Vorstandsmitglieder der CSU- FU-Frauen begrüßt, zumal deren Anfragen und Anträge zum Thema von der Stadt seit 2016 unbeantwortet geblieben seien. "Auf ihre praktischen ,Friedhofstransporter' warten die Eberner Bürger noch heute, bemängeln Berger & Co.: "Knappe Kassen sind wohl in diesem Fall keine Begründung, da es sich um eine Zusage von vor einem Jahr und nicht um eine ,Rieseninvestition' handelt."

Der Bürgermeister weist die Kritik der Unions-Frauen von sich. Bei der Übergabe der Friedhofs-Wägelchen durch die Frauen-Union habe er von der Zusage der Lehrwerkstatt von FTE/Valeo berichtet, Wägelchen für die Gießkannen zu bauen. Von der Zahl Sieben sei nie die Rede gewesen. Hennemann: "Ich habe dort mehrmals nachgefragt, doch leider ist das dort noch nicht umgesetzt worden; sie sind leider nicht dazu gekommen." Durch die Valeo-Übernahme habe sich bei der Firma eben einiges verändert, bedauert Hennemann.

Mehrmals stellt der Bürgermeister im Gespräch klar, nie behauptet zu haben, dass er Transportwagen "bestellt" habe, "denn es wäre eine Auszubildenden-Arbeit bei Valeo gewesen". So könne nicht von Versprechungen und einem Auftrag der Stadt gesprochen werden.

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