Poxdorf
Theater

"Frauenpower" streut viele Anspielungen auf Poxdorf ein

Im Rahmen des diesjährigen Patronatsfestes hat die Theatergruppe Poxdorf "Frauenpower" auf die Bühne gebracht, einen Schwank in drei Akten von Bernd Gombold. Der Verfasser ist langjähriger Bürgermeist...
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Bühnenszene mit (von links): Wirtin Paula (Roswitha Obermayr), Metzgermeister August Scharf (Horst Meißner), Bürgermeister Heinz Gscheidle (Alfons Singer), Bardame Marilyn (Manuela Kaul) und Brauereibesitzer Karl Fässle (Markus Meißner)  Foto: privat
Bühnenszene mit (von links): Wirtin Paula (Roswitha Obermayr), Metzgermeister August Scharf (Horst Meißner), Bürgermeister Heinz Gscheidle (Alfons Singer), Bardame Marilyn (Manuela Kaul) und Brauereibesitzer Karl Fässle (Markus Meißner) Foto: privat

Im Rahmen des diesjährigen Patronatsfestes hat die Theatergruppe Poxdorf "Frauenpower" auf die Bühne gebracht, einen Schwank in drei Akten von Bernd Gombold. Der Verfasser ist langjähriger Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Inzighofen in Baden-Württemberg.

Er lässt viele Anregungen aus dem Alltagsleben in seine Stücke einfließen. Passend zum Kommunalwahlkampf im Frühjahr 2020, geht es in "Frauenpower" um Auseinandersetzungen in einem kleinen fränkischen Dorf, das ähnlich tickt wie Poxdorf. Die Anspielungen sind zahlreich und werden vom Publikum mit Gelächter und Beifall honoriert.

Unter der bewährten Gesamtleitung von Heidi Meißner ist es dem Theaterensemble auch heuer wieder gelungen, die Zuschauer zu begeistern und bestens zu unterhalten. In der voll besetzten Schulturnhalle hatte man 280 Stühle aufgestellt; sie reichten jedoch nicht, so dass auch noch an den Seiten Zuschauer Platz nehmen mussten. Der Vorhang hebt sich; auf der Bühne ist das Interieur eines rustikal möblierten Gastraumes zu sehen, mit kleiner Schanktheke, Tischen und Stühlen, Kachelofen und rot-weiß gemusterten Gardinen am Fenster. Auffällig ist eine offensichtlich erst in jüngster Zeit in die rechte Wand eingelassene Tür: Das Mauerwerk ringsherum ist noch unverputzt. Es ist Wahlkampfzeit, und Bürgermeister Heinz Gscheidle (Alfons Singer) hat einen direkten Zugang von seinem Amtszimmer in den auch als Ratszimmer genutzten und von der (angeblich) schwerhörigen und begriffsstutzigen Wirtin Paula (Roswitha Obermayr) betriebenen Gastraum für nützlich gehalten. Er sieht nämlich seine erneute Wiederwahl durch eine "Emanzenliste" gefährdet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Männerherrschaft im Gemeinderat zu brechen.

Weiter standen auf der Bühne Inge Zwiener, Heidi Meißner, Barbara Rauh, Monika Singer, Horst Meißner, Jürgen Klein Markus Meißner, Manuela Kaul, Felix Zwiener und Anna Alig. Die Spielfreude aller Schauspieler war offensichtlich, ihre Darstellung der verschiedenen Typen bis ins Detail überlegt und mitreißend. Die der Situation angepassten, originellen Kostüme, die eingestreuten Anspielungen auf Poxdorfer Örtlichkeiten und Personen, der Kontrast zwischen deftigem Fränkisch und gestelzter Hochsprache, die ironisch dargebotenen Rollenklischees, die man eigentlich als überholt angesehen hatte, der in Ansätzen thematisierte Konflikt zwischen Moral und eigenem Vorteil, all das kam beim Publikum bestens an. Der langanhaltende Schlussbeifall und das Lächeln auf den Gesichtern der Zuschauer bezeugte, dass man sich glänzend amüsiert hatte. ni

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