Zeil am Main

Frauenbund blickt auf die Rolle der Frauen im vergangenen Jahrhundert

Brigitte Hamm Bei der Jahresversammlung des katholischen Frauenbundes (FB) in Zeil stand neben dem Rückblick und dem Rechenschaftsbericht besonders das 100. Gründungsjubiläum im Mittelpunkt. Ulrike St...
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Ulrike Steigner dankte Ludwig Leisentritt für seinen Vortrag.  Foto: HB
Ulrike Steigner dankte Ludwig Leisentritt für seinen Vortrag. Foto: HB

Brigitte Hamm Bei der Jahresversammlung des katholischen Frauenbundes (FB) in Zeil stand neben dem Rückblick und dem Rechenschaftsbericht besonders das 100. Gründungsjubiläum im Mittelpunkt.

Ulrike Steigner, Birgit Herrnleben und Brigitte Pakosch, die seit zwei Jahren das Vorstandsteam bilden, dankten allen, die sich im Laufe des Jahres mit ihren Talenten und Fähigkeiten einbringen. Nur dadurch ist es möglich, ein umfangreiches und vielfältiges Angebot zu unterbreiten. Auch den Frauen, die in der Pfarrkirche und am Käppele in ehrenamtlichen Putzteams für die Sauberkeit sorgen, dankte das Team. Einen besonderen Dank richtete Ulrike Steigner an den Geistlichen Beirat, Pfarrer Michael Erhart, der stets ein offenes Ohr für den Frauenbund habe und ihm mit Rat und Tat zur Seite stehe.

Auch der Seelsorger sprach den Frauen großen Dank aus. Ihm sei bewusst, dass sie oft viel Zeit im Verborgenen für den Frauenbund aufbringen.

Brigitte Pakosch und Birgit Herrnleben ließen das vergangene Vereinsjahr chronologisch Revue passieren. So wurden bei der Auflistung von Frauenfrühstück, blauer Stunde, Bildungstagen, Tagesausflug und Mehrtagesfahrt, Mitgestaltung von Gottesdiensten und Anbetungsstunden sowie Weltgebetstag der Frauen, Kreuzweg- und Maiandachten immer wieder schöne Erinnerungen wach.

Besuchsteam informierte

Irene Düring vom sozialen Arbeitskreis des Zeiler Pfarrgemeinderats stellte die Arbeit des Krankenbesuchsdienstes vor, den sie zusammen mit Christa Schlegelmilch leitet. Acht Frauen zwischen 50 und 70 Jahren besuchen Kranke aus Zeil und den Stadtteilen im Haßfurter Krankenhaus. Auf Wunsch werden auch Kranke in den Krankenhäusern in Ebern, Schweinfurt und Bamberg besucht. Irene Düring erklärte, dass sie sich freuen würde, wenn das Team Verstärkung bekäme.

Jede Helferin besucht etwa drei- bis viermal im Jahr die Kranken. Wer Interesse an dieser Tätigkeit hat, kann sich beim nächsten Treffen am Donnerstag 23. Januar, um 19 Uhr im Besprechungszimmer des Zeiler Pfarrhauses informieren.

Breiten Raum nahm die Vorstellung des neuen Frauenbund-Jahresprogramms im 100. Jahr des Bestehens ein. Höhepunkte der letzten Jahrzehnte werden beim Faschingsabend am 13. Februar ab 19 Uhr im Pfarrsaal zu sehen sein. "Frauenbund in Aktion" heißt die Veranstaltung, zu der der Frauenbund am 8. März, dem Weltfrauentag, ab 14 Uhr in den Pfarrsaal einlädt. Bei Kaffee und Kuchen geben die Frauen Einblick und plaudern aus dem Nähkästchen. Am Sonntag, 18. Oktober, will der Frauenbund mit einem Festgottesdienst mit anschließender Begegnung im Pfarrsaal das 100-jährige Bestehen feiern. Der Tagesausflug führt am 25. April nach Lohr und die Viertagesfahrt in den Spreewald und nach Cottbus.

Rückblick

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres ließ Heimatforscher Ludwig Leisentritt im Pfarrsaal das Leben von Frauen und Mädchen der letzten 100 Jahre Revue passieren. Dabei wurde deutlich, wie sehr sich die Wertvorstellungen im Laufe der Jahrzehnte wandelten. Fotos aus den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zeigten die Frauen meist sittsam gekleidet und mit Zöpfen. Die Bubikopffrisur, die später aufkam, war zu dieser Zeit noch verpönt.

Auf manchen Fotos späterer Jahre konnten gerade ältere Mitglieder noch die eine oder andere Person erkennen. Die Gäste erfuhren Interessantes aus der Vergangenheit. Der von Klosterschwestern begleitete Marthaverein war eine Art Vorgänger des heutigen Caritasvereins. Die Mitglieder spielten damals Theater und unterstützten mit dem Erlös Bedürftige. Eine ganze Reihe von Vereinen, in denen sich Frauen vor rund 100 Jahren einbrachten, gibt es heute nicht mehr. Neben dem Marthaverein waren dies die Jungfrauenkongregation, der Mütterverein und der Arbeiterverein.

Kindergarten- und Schulbilder mit den Pfarrern Dümler und Rüdenauer sowie den Schwestern Adora, Hathumot und Benedikta lösten bei vielen die verschiedensten Erinnerungen aus. Die Ordensschwestern der Kongregation "Töchter des Allerheiligsten Erlösers", von denen bis zu zwölf Frauen bis 1984 in Zeil wirkten, waren als Kindergärtnerinnen, Schulschwestern, Krankenschwestern und Altenpflegerinnen tätig.

Auch Fotos rund um die "Elisabetha Hofmann'sche Armenstiftung" mit ihrer Kinderbewahranstalt gegenüber der Gaststätte Göller sowie die Tätigkeit und das Ansehen der Hebammen waren Teil des Rückblicks auf Zeiler Frauen. Interessant waren auch die Fotos der "Zeiler Kapellenfüchs". Bei ihren Faschingsvorführungen waren die Frauen und Männer aus katholischen Vereinen aktiv, noch bevor es die Zeiler Narrenzunft gab.

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