Forchheim
Gewerkschaft

Frauen verdienen 21 Prozent weniger

Gleiche Arbeit, unterschiedliche Bezahlung: Im Landkreis Forchheim verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, 21 Prozent weniger als Männer. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ...
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Gleiche Arbeit, unterschiedliche Bezahlung: Im Landkreis Forchheim verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, 21 Prozent weniger als Männer. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum bevorstehenden Internationalen Frauentag am Freitag, 8. März, mitgeteilt.

Sie verweist auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach kommen Männer mit einer Vollzeitstelle im Kreis Forchheim auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 3290 Euro pro Monat - Frauen hingegen nur auf 2589 Euro. In Bayern beträgt der Verdienstunterschied bei Vollzeit zwischen den Geschlechtern 17 Prozent (Männer 3556 Euro, Frauen 2968 Euro). Dies liege teils an niedrigeren Positionen, die Frauen häufig hätten, insbesondere aber auch an der mangelnden Zahlungsbereitschaft von Unternehmen, so die NGG Oberfranken.

Der Gewerkschafter Michael Grundl spricht von einer "Diskriminierung per Lohnzettel". Es könne nicht sein, dass Frauen bei der Bezahlung trotz gleicher Arbeitszeit systematisch den Kürzeren zögen, meint der NGG-Regionalchef: "Dabei sind es immer noch vor allem Frauen, die sich nach einem langen Arbeitstag um Familie und Haushalt kümmern - und das unbezahlt." Auch deshalb seien sie oft gezwungen, weniger zu arbeiten. So sind nach Angaben der Arbeitsagentur aktuell 76 Prozent aller Teilzeitstellen im Kreis Forchheim von weiblichen Arbeitskräften besetzt. "Gerade im Gastgewerbe und im Bäckerhandwerk ist es gang und gäbe, dass sie nur eine halbe Stelle haben - oder noch weniger", kritisiert Grundl. Allein das Gastgewerbe beschäftigt laut Arbeitsagentur im Kreis 1660 Minijobber. 1160 von ihnen sind Frauen.

Die Folgen seien spätestens im Rentenalter "dramatisch", schreibt die NGG. "Wer über Jahrzehnte wenig verdient und etwa wegen Kindern Unterbrechungen im Erwerbsleben hat, der bekommt kaum Rentenpunkte. Das führt dann zu Armutsrenten, die der Staat aufstocken muss", betont Grundl. Am Ende zahlten Steuerzahler die Quittung für die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Damit müsse Schluss sein. Grundl fordert: "Unternehmen, die Frauen und Männer für den gleichen Job unterschiedlich bezahlen, sollten mit Konsequenzen rechnen."

Die Möglichkeit dazu biete zwar das sogenannte Entgelttransparenzgesetz, das seit gut einem Jahr gilt. Danach haben Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern das Recht zu erfahren, was ein Kollege in vergleichbarer Position verdient. Chefs müssen dann bestehende Unterschiede abschaffen. Doch laut einer Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung wird das Gesetz bisher kaum genutzt. Nach Einschätzung von Michael Grundl liegt das auch daran, dass kleine Betriebe vom Gesetz ausgenommen sind. red

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