Adelsdorf
Brauchtumspflege

Frauen binden wieder Wurzbüschel

Immer am Nachmittag vor Mariä Himmelfahrt treffen sich Frauen im Pfarrgarten von St. Stephanus in Adelsdorf zum Binden von Wurzbüscheln. Es werden wieder etwa 130 Sträuße, die sie alle vor dem Gottesd...
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Die Adelsdorfer Wurzbüschelbinderinnen  Foto: Johanna Blum
Die Adelsdorfer Wurzbüschelbinderinnen Foto: Johanna Blum

Immer am Nachmittag vor Mariä Himmelfahrt treffen sich Frauen im Pfarrgarten von St. Stephanus in Adelsdorf zum Binden von Wurzbüscheln. Es werden wieder etwa 130 Sträuße, die sie alle vor dem Gottesdienst um 10 Uhr in St. Stephanus verkaufen wollen. Drei Tage waren die Frauen in Feld und Flur unterwegs, um die Pflanzen und Wildblumen für die Büschel zu sammeln.

Wie in vielen anderen katholischen Gemeinden ringsum, so wird auch in Adelsdorf und Aisch am Hochfest Mariä Himmelfahrt der alte Brauch der Kräuterweihe gepflegt. Wer keinen eigenen Wurzbüschel hat, kann vor dem Gottesdienst gegen eine Spende die fertig gebundenen Kräutersträuße erwerben.

Bevor Pater Jeremias alle Büschel während der Messe weiht, beten die Gläubigen mit ihm zusammen den Gewürzpsalm. Davide Pusterla, der Ferienorganist aus Uggiate-Trevano, lässt sicher den Gottesdienst für die vielen Besucher wieder zu einem besonderen musikalischen Genuss werden.

Allen Kräutern zu Ehren werden die Sträuße gebunden. Sie weisen hin auf die Schönheit und Heilkraft der Natur, auf die Nähe des Schöpfers und sie sind Bitte um Heil und Heilung. "Uns wurde in Maria ein Kraut gegen den Tod geschenkt ... von dem man normalerweise sagt, dass gegen ihn kein Kraut gewachsen ist", erklärt Lina Papp, die älteste Büschelbinderin.

Im Gewürzpsalm werden die Heilpflanzen und ihre Wirkungen aufgezählt. "Von dir gibt es kein Unkraut, alles hat seine Bedeutung, nichts ist dir zu klein und zu gering ..." Den Strauß kann man zu Hause zum Trocknen aufhängen und die Reste der geweihten Kräuter werden traditionell ins Osterfeuer gegeben.

Vom Erlös des Würzbüschelverkaufs und von Spenden können die Frauen regelmäßig die Kirche säubern und vor allem das ganze Jahr über schmücken. Auch die Aischer Frauen werden vor ihrem Gottesdienst selbst gebundene Würzbüschel anbieten.

Pater Jeremias freut sich über die eifrigen Binderinnen und nimmt gern nach getaner Arbeit die Einladung zum Kaffee mit leckerem Kuchen an.

"Bei uns in Indien ist der 15. August der Unabhängigkeitstag, aber die katholische Kirche feiert natürlich auch das Marienfest, denn Maria ist die Patronin Indiens", erklärt er noch.

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