Stadtsteinach
Premiere

Frankenwaldtheater bringt erste Eigenproduktion auf die Bühne

Kultur findet nicht nur in den Städten statt. Auch im Stadtsteinacher Land gibt es genügend engagierte Menschen, die etwas auf die Beine stellen können. Den Beweis trat jetzt das Frankenwaldtheater un...
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Nur unter Protest gingen die drei Damen von der Bühne. Doch Wolfgang Martin (links) , der selbst als Mackie Messer auftrat und seine Sangeskünste unter Beweis stellen wollte, setzte sich durch, um dann allerdings wieder zurückzurudern. Foto: Sonny Adam
Nur unter Protest gingen die drei Damen von der Bühne. Doch Wolfgang Martin (links) , der selbst als Mackie Messer auftrat und seine Sangeskünste unter Beweis stellen wollte, setzte sich durch, um dann allerdings wieder zurückzurudern. Foto: Sonny Adam

Kultur findet nicht nur in den Städten statt. Auch im Stadtsteinacher Land gibt es genügend engagierte Menschen, die etwas auf die Beine stellen können. Den Beweis trat jetzt das Frankenwaldtheater unter der Regie von Wolfgang Martin an.

Martin selbst schlüpfte in der ersten Eigenproduktion des Frankenwaldtheaters in die Rolle des Mackie Messer. Zum 120. Geburtstag von Bertolt Brecht sollten Auszüge aus der berühmten "Dreigroschenoper" dargeboten werden.

Doch das Publikum sollte auch unterhalten und zum Lachen gebracht werden. Deshalb kreierten die Verantwortlichen ein buntes Panoptikum. Zu Brecht gesellten sich gesellschaftskritische Texte, Lieder von Zarah Leander und Elemente von Karl Valentin. Ein Programm von Stadtsteinachern für Stadtsteinacher, vielleicht sogar mit einem aktuellen Zeitbezug.

Für den ersten Lacher des Abends sorgte BSE - der "Blues Sisters Event". Hinter diesem Namen verbargen sich die drei Sängerinnen Sabine Baum, Marianne Nowak und Monika Lederer. Sie eröffneten den Abend im Dirndl mit einem "Andachtsjodler". Das gefiel dem Intendanten gar nicht. Denn schließlich wollte er ein Zeichen gegen die Tendenz zur Heimattümelei setzen. Kurzerhand jagte Wolfgang Martin die drei Damen von der Bühne.

"Aber Herr Intendant, warum haben Sie jetzt meine feschen Mädels von der Bühne gejagt?", fragte der musikalische Leiter des Abends, Klaus Klaschka. Martin gab sich geschlagen und holte die Damen zurück - alles nur ein Gag.

Musikalisch wurde die Eigenproduktion vom "Frankenwaldsoloorchestervostanich" untermalt. Dazu gehörten Julian Heinz (Posaune und Euphonium), Saskia Porzelt (Waldhorn), Saskia Baum (Trompete), Oliver Teig (Altsaxofon), Norbert Rösch (Bass) und Klaus Klaschka (Keyboard).

Einen gelungenen Auftritt hatten außerdem Christoph Hohlweg und Christian Witzgall vom Musikverein, ebenfalls zwei waschechte Stadtsteinacher Gewächse.

Nur zwei Mitwirkende des Abends kamen nicht aus Stadtsteinach: der Kulmbacher Maler Nicki Lang, der Gesangseinlagen gab, und Wolfram Gittel, bekannt Schauspieler der Freien Bühne Bayreuth/Bad Berneck.

Tatsächlich kam im abendfülleden Programm nahezu alles vor, was Stadtsteinach bewegt: Schübel-Bier und Kerwa, Marktschreier, eine Polonaise, jede Menge "Gebrotzel" über die Männer. Zwischendurch erklang immer wieder der Mackie- Messer-Song, Brechts Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens, und der "Anstatt dass"-Song aus der "Dreigroschenoper".

Wolfgang Martin und Klaus Klaschka philosophierten über "Fron und Ehre, Nationalsozialismus".

Und auch Zarah Leanders "Nur nicht aus Liebe weinen" bauten die engagierten Schauspieler und Sänger in das Programm ein.

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