LKR Lichtenfels

Fränkische Natur ist Inspiration

Oliver Jung-Kostick ist Autor und mit der Geschichte über seinen Lichtenfelser Kommissar bei einem Schreibwettbewerb nominiert. Eine wichtige Ideenquelle ist für ihn die Landschaft im Landkreis Lichtenfels.
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Autor Oliver Jung-Kostick hat es beim Ralf-Bender-Preis mit seinem Kommissar Deininger in die zweite Runde geschafft. Viele Ideen und Inspirationen kommen ihm beim Wandern.  Foto: Theresa Schiffl
Autor Oliver Jung-Kostick hat es beim Ralf-Bender-Preis mit seinem Kommissar Deininger in die zweite Runde geschafft. Viele Ideen und Inspirationen kommen ihm beim Wandern. Foto: Theresa Schiffl
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theresa schiffl "Die Landschaft hier ist einfach so wunderschön und sie hat auch etwas Magisches", sagt Oliver Jung-Kostick und lächelt. Der Jurist schwärmt geradezu für die Landschaft um den Staffelberg. Außerdem ist die Natur eine Inspirationsquelle für seine literarischen Werke. Ein Künstler braucht eine Muse, und diese hat Jung-Kostick in der Natur im Landkreis gefunden.

Schreiben zum Verarbeiten

Kurz vor seinem 14. Geburtstag zog der Rheinländer um. "Damals hat mich viel beschäftigt und ich hab mich oft auch alleine gefühlt", sagt der 56-Jährige. So sei er zum Schreiben gekommen.

Ein weiterer Grund war aber auch die Liebe zur Literatur: "Insbesondere von den deutschen Romantikern habe ich viel gelesen." Neben dieser Literaturepoche seien zum Beispiel auch der surreale, verrückte Dadaismus, eine Literaturgattung, die sich nach dem ersten Weltkrieg entwickelte und sich als Protestbewegung gegen vorherige Stile verstehen lässt, sowie die klassische Moderne sehr prägend für seine Werke gewesen.

Als anschauliches Beispiel für den Dadaismus: Jung-Kostick fand ein Reimlexikon aus dem Jahr 1826 in einer Buchhandlung und verfasste aus den seltsamen Wörtern neue Texte. "Sie haben keine Botschaften vermittelt, aber ich habe bei Lesungen viel positive Rückmeldung bekommen."

Im Alter zwischen 21 und 24 Jahren kristallisierte sich auch langsam das Genre heraus, das Jung-Kostick am meisten liegt. "Das Interesse an Erzählungen wurde größer", sagt er und lächelt. "Ich habe gemerkt, was ich gut kann."

Mit 24 kam das erste Angebot für eine Veröffentlichung in der Studentenzeitschrift "unicum". "Ich habe das aber erst noch abgelehnt, weil ich dachte, dass ich noch nicht so gut bin", sagt der Autor. Mittlerweile hat sich diese Sorge jedoch etwas gelegt: Viele seiner Texte erschienen in Zeitschriften, zwei Anthologien sowie viele eigene Werke sind mittlerweile auf Amazon erhältlich.

Nun hat der 56-Jährige erstmals eine seiner Geschichten bei einem Schreibwettbewerb eingereicht und hat es schon einmal in den Sammelband der Kurzgeschichten geschafft. Sein Lichtenfelser Kommissar Deininger hatte ein Gastspiel im Bayerischen Wald, wo er eigentlich "nur" Urlaub machen wollte. Der Schreibwettbewerb für den Ralf-Bender-Preis wird alle zwei Jahre vom Golbet Verlag in Schönberg ausgeschrieben. Eingereicht werden können dafür Kurzgeschichten im Krimi-Genre.

Nominierung für Literaturpreis

"Ich habe längere Zeit in Regensburg gelebt und dann mal mit einer Freundin einen Ausflug nach Maibrunn gemacht", erzählt er. Dort habe er eine interessante Skulptur in einem kleinen Park gesehen, und schon war auch die Idee für die Geschichte da. "Die hat einfach so irre ausgesehen. Sie kommt auch in der Geschichte vor", verrät Jung-Kostick. Nun hofft er, dass sein Lichtenfelser Kommissar am 26. Oktober auch wirklich den Ralf-Bender-Preis gewinnt.

Bei seinen Erzählungen versucht er immer die Geschichte, Natur, aber auch die Realität und das Übernatürliche miteinander zu verknüpfen.

"Jede Geschichte steht für sich. Aber meine Figuren tauchen immer wieder auf. Am Ende sieht man dann das große Ganze", sagt der Autor. Bald soll Kommissar Deininger auch nach vielem Feilen seinen eigenen Roman bekommen und wird im Landkreis Lichtenfels ermitteln. "Meine Ideen finde ich überall. Fast alle meiner Geschichten basieren auf Erlebnissen, etwas, das ich in der Zeitung gelesen habe oder Sagen und Mythen über unsere Region", sagt er. Um seine Geschichten wirklich gut und interessant zu schreiben, sei auch ein emotionaler Bezug zu der Umgebung oder dem Thema sehr wichtig.

Bewusstsein für Natur wecken

Die Eindrücke und Ideen schreibt er dann in sein Notizbuch. "Ich schreibe wirklich alles auf. Sogar meine Erzählungen schreibe ich zunächst auf Papier. Das ist wichtig für den Produktionsprozess", sagt er und lacht. Beim Abtippen merke er dann schnell unschöne Stellen oder Wortwiederholungen und überarbeite sie. Er sagt selbst, dass er ein Perfektionist sei und deshalb dauere es bei ihm auch, bis seine Werke wirklich druckfertig sind.

Gerade beim Wandern in der Natur entdecke er manchmal besondere Formen. "Ich finde die Landschaft hier so wahnsinnig toll. Mit meinen Geschichten möchte ich bewirken, dass diese Schönheit unserer Umgebung auch wieder wahrgenommen wird."

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