Fortschritt für Kultgelände

Mehr Grünflächen mit einem öffentlichen Spielplatz und Stellplätze in eine Tiefgarage zu verlagern, waren Themen, die in die Planung aufgenommen wurden. Der Zustimmung des Wasserwirtschaftsamts, an das vorhandene Mischwassersystem anzuschließen, stehen die Räte skeptisch gegenüber.
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Foto: Petra Malbrich
Foto: Petra Malbrich

Neunkirchen — Das Hemmerleingelände ist noch nicht vom Tisch. Weitere Einwände wurde behandelt. Auch das für das ISEK zuständige Planungsbüro hat sich zu Wort gemeldet, damit wichtige Punkte bei der Umsetzung berücksichtigt werden. Mehr Grünflächen, ein öffentlich zugänglicher "Quartiersplatz" und in einem Teilgebiet die Stellplätze unterirdisch anzulegen, waren die Themen, die bereits bei einem Treffen mit dem Investor besprochen wurden.

"Der Investor ist bereit, die Änderungen mitzutragen", bekräftigte Bürgermeister Heinz Richter (FW). Wie die Forderung nach mehr Grünfläche letztendlich aussehe, könne noch nicht gesagt werden, denn erst nach der Zustimmung des Gemeinderats würde der Investor beauftragt werden, das auch planerisch einzuarbeiten.

Öffentliche Stellplätze nötig

Dritter Bürgermeister Andreas Pfister (SPD) fand es kritisch, dass der Spielplatz oder die Grünfläche durch Stellplätze beengt würden. Das sei Thema des Planungsprozesses. Aber: "Neben den Stellplätzen für die Bewohner sind auch öffentliche Stellplätze nachzuweisen", betonte Stadtplanerin Katja von Dobschütz vom Planungsbüro Grosser-Seger und Partner.

Wie die Idee mit dem Car-Sharing und Fahrradständern eingebracht wurde, interessierte Bettina Wittmann (Grüne). Da die StUB noch nicht einmal im Planfeststellungsverfahren sei, der Investor jedoch demnächst bauen möchte und Stellplätze nachweisen müsse, sei da nichts angedacht.

Martin Walz (CSU) verstand Wittmanns Idee als zwei zusätzlich verpflichtende Plätze. Ihm allerdings missfielen zwei andere Punkte. Zum einen die Trafostation, die auf dem Spielplatz errichtet werden soll und zum anderen die unterirdischen Stellplätze.

Walz pochte deshalb darauf, dass die unterirdisch anzulegenden Stellplätze keine Veränderung der Gebäudeflächen nach sich ziehen. "So war das nicht gemeint. Nur zugunsten weiterer Grünflächen", erklärte Walz, für die unterirdischen Stellplätze zu stimmen.

"Der Standort des Trafos war vom Bayernwerk vorgeschlagen", erklärte die Stadtplanerin. Nach Rücksprache mit dem Bayernwerk sei diese Station kein Umspannwerk, eine Gefahr durch Strahlen sei damit ausgeschlossen. "Ich fand es dort nicht schlecht, wenn der Spielplatz dadurch eine Abschirmung zur Straße erhält", gab Dobschütz zu.

Eine Abschirmung zur Firma Seubert könne auch durch einen großen Baum geschehen, warf Bettina Wittmann (Grüne) ein. "Ein großer Baum hat mehr Wirkung als ein Auto", meinte Wittmann. Dem stimmte die Stadtplanerin nicht zu. Ein Baum habe nicht die Wirkung einer Garage, denn die Abschirmung solle auch ein Schutz gegen die Geräusche sein. Die Garagen seien nicht aus Holz, sondern aus einem Material mit schalldämmender Wirkung.

Photovoltaik gewünscht

Zudem bat Wittmann zu prüfen, inwieweit auf den vorgesehenen Retentionsflachdächern Solaranlagen genutzt werden können und bat um Rücksprache mit dem Verein "Bürger für Bürger Energie (BfB)" in Neunkirchen.

Den Spielplatz als öffentliche Grünfläche vorzusehen, eine öffentliche Fläche als Quartiersplatz mit Begrünung in Kombination mit dem Spielplatz zu schaffen und bei unverändertem Baufenster unterirdische Stellplätze anzulegen, beschloss der Gemeinderat einstimmig.

Bedenken von Bürgern

Nachdem diese Themen in die Planung für das Hemmerleingelände aufgenommen waren, galt es, weitere Einwände von Bürgern zu behandeln. Gut 25 Stellungnahmen waren dazu eingegangen und beinhalteten die Forderungen nach weniger Wohneinheiten, geringerer Geschosshöhe, die Bitte um Lärmschutzmaßnahmen und eine Begrünung zur Straßenseite.

Wie schon bei einer vorangegangenen Sondersitzung zum Hemmerleingelände beschlossen, wird es bei 150 Wohneinheiten bleiben, die Geschosse werden auf drei Vollgeschosse reduziert und wegen einer Verbesserung der Lärmsituation will die Gemeinde noch einmal mit dem Landratsamt Rücksprache halten.

Die Bäume und Sträucher zur Straße dürfen in der Anbauverbotszone der Kreisstraße nur 80 Zentimeter hoch sein. Die Einfriedungen zu öffentlichen Verkehrsflächen sollen an die bayerische Gemeindeordnung angepasst werden, bat ein Bürger. 1,50 Meter hoch erlaubt die Gemeinde zur Straße hin, die anderen Sichtschutzwände werden angepasst und dürfen somit zwei Meter hoch sein.

Zulässig auf den neuen Wohneinheiten im Hemmerleingelände sind Flach- und Satteldächer. Schließlich galt es noch, die Abwassersituation zu klären. Was in den Oberflächenkanal fließe, sei nur das Wasser von der Straße, merkte die Planerin an. Das Niederschlagwasser müsste gedrosselt eingeführt werden.

Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) ist damit einverstanden, ans vorhandene Mischwassersystem anzuschließen. Nicht aber die Markgemeinderäte. "Dem Wasserwirtschaftsamt ist es egal, was in der Kläranlage in Erlangen ankommt. Wir sollten uns aber die vorhandenen Möglichkeiten anschauen", meinte Zweiter Bürgermeister Martin Mehl (CSU). Der Oberflächenwasserkanal in der Georg-Hemmerlein-Straße fließt in den Selaugraben.

Zeitgemäße Entwässerung

"Wir sollten grundsätzlich ein Trennsystem einführen oder auf vorhandene Gräben aufschließen. In der heutigen Zeit ist das Trennsystem sinnvoll", sagte Anton Spatz (SPD) und nannte die Verschärfungen und Verteuerungen beim Abwasserzweckverband als mahnendes Beispiel, weshalb keinesfalls ans Mischwassersystem angeschlossen werden sollte. Dem stimmte Christian Boeckmann (FW) zu, denn grundsätzlich befürworte auch das WWA ein Trennsystem. Die Verwaltung werde die Lösungen überprüfen, die Kosten ermitteln und gegenüberstellen.



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