Forchheim
Umweltschutz

Forchheimer "Bündnis gegen Flächenfraß" gegründet

Das "Forchheimer Bündnis gegen Flächenfraß" ist offiziell besiegelt worden: Es besteht aus den Landkreis-Grünen, der Forchheimer Grünen Liste, dem Bund Naturschutz (Kreisgruppe Forchheim), der Bürgeri...
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Bei der Gründung des Bündnisses (v. l.): Emmerich Huber (Grüne/FGL), Uli Buchholz (BN), Helmut Schmitt (LBV), Barbara Poneleit (Grüne), MdL Ludwig Hartmann (Grüne), Manuela Forster (Landtagskandidatin ÖDP) und Steffen Müller-Eichtmayer (FGL) Foto: Fabiola Reges-Huber
Bei der Gründung des Bündnisses (v. l.): Emmerich Huber (Grüne/FGL), Uli Buchholz (BN), Helmut Schmitt (LBV), Barbara Poneleit (Grüne), MdL Ludwig Hartmann (Grüne), Manuela Forster (Landtagskandidatin ÖDP) und Steffen Müller-Eichtmayer (FGL) Foto: Fabiola Reges-Huber
Das "Forchheimer Bündnis gegen Flächenfraß" ist offiziell besiegelt worden: Es besteht aus den Landkreis-Grünen, der Forchheimer Grünen Liste, dem Bund Naturschutz (Kreisgruppe Forchheim), der Bürgerinitiative "Biwo", der ÖDP, dem Landesbund für Vogelschutz und der bundesweiten "Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft", die eine Regionalgruppe in Franken hat. Emmerich Huber, Sprecher der Grünen in Forchheim, wird laut Pressemitteilung das Bündnis und dessen weitere Aktionen koordinieren.
An die 50 Forchheimer, darunter auch einige zufällig vorbeikommende Passanten, haben in der Forchheimer Fußgängerzone demonstriert, mit welchem Tempo in Bayern Natur versiegelt werde. Dazu verlegten sie im Eiltempo 60 Kartons von je eineinhalb Quadratmetern Fläche, so dass 90 Quadratmeter der Hauptstraße unter den Kartons verschwanden. Mit dabei war auch Ludwig Hartmann, Fraktionschef der Grünen im bayerischen Landtag und Initiator des Volksbegehrens "Betonflut stoppen". Emmerich Huber dirigierte und kommentierte die Aktion am Lautsprecher.
Er sagte, dass nach Zahlen des bayerischen Umweltministeriums in Bayern je Sekunde eineinhalb Quadratmeter Natur unter Beton und Teer verschwinden würden - und entsprechend die mit Pappe bedeckte Fläche in genau einer Minute. Pro Tag seien das dann 13,1 Hektar und pro Jahr mit im Schnitt 44,7 Quadratkilometern mehr als das gesamt Stadtgebiet von Forchheim.
Nach der Aktion machte sich ein Fahrradkorso mit 31 Teilnehmern vom Paradeplatz aus auf nach Forchheims Süden, um den kritisierten "Flächenfraß" zu besichtigen - darunter vor allem ebenerdige Einkaufsmärkte und Tankstellen mit großen Parkplätzen. Die meisten Teilnehmer kannten die Flächen vom Einkaufen und Vorbeifahren, waren jetzt beim bewussten Hinschauen aber doch betroffen vom Ausmaß.
Im Familienzentrum von St. Johannis gab es dann einen Vortrag von Ludwig Hartmann zum Volksbegehren mit anschließender Diskussion. Hartmann betonte, dass es nicht Ziel des Volksbegehrens sei, Bodennutzung völlig zu unterbinden, sondern eine "verantwortungsvollere, intelligentere Nutzung". Das sei ohne Schaden für den Wirtschaftsstandort Bayern möglich. Es müsse mehr nach oben und unten gebaut werden, auch wenn die Versiegelung von Wiesen und Ackerland oft der einfachere und billigere Weg sei.
Ulrich Buchholz vom Bund Naturschutz Forchheim benannte als großes Problem den Wettbewerb von Kommunen untereinander um Gewerbesteuern, was oft zu einem Überangebot an Gewerbeflächen führe, die dann zu Dumpingpreisen verschleudert würden. red
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