Altenkunstadt

Förderung für Privatanwesen

Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag stellten zwei Experten das für die Gemeinde Altenkunstadt erarbeitete Leitbild für ein städtebauliches Entwicklungskonzept vor. Damit sollen auch Leerstände im Ortskern beseitigt werden.
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Im Rahmen der Städtebauförderung werden auch private Vorhaben vom Staat bezuschusst. Voraussetzung: Auch die Gemeinde muss mitmachen. In den Genuss staatlicher Fördermittel kam bereits Stefan Linz, der die Neumühle, das Wahrzeichen Altenkunstadts, saniert hat. Foto: Stephan Stöckel
Im Rahmen der Städtebauförderung werden auch private Vorhaben vom Staat bezuschusst. Voraussetzung: Auch die Gemeinde muss mitmachen. In den Genuss staatlicher Fördermittel kam bereits Stefan Linz, der die Neumühle, das Wahrzeichen Altenkunstadts, saniert hat. Foto: Stephan Stöckel

Im Dialog mit den Bürgern hatten der Hofer Architekt Hans Greim und die Landschaftsarchitektin Susanne Augsten aus Naila ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (Isek) entwickelt, mit dem die Gemeinde Altenkunstadt ihre Entwicklung steuern will. "Die Gemeinde Altenkunstadt hat Kleinstadtflair und ist der ideale Wohnort für alle", ist darin als Ziel verankert. Das Isek und die begleitenden Voruntersuchungen sind für Greim die Eintrittskarte in die Städtebauförderung, über die bestimmte Projekte staatlich bezuschusst werden können.

Eines der angedachten Vorhaben ist die Beseitigung von Leerständen im Ortskern von Altenkunstadt. Dabei handelt es sich zumeist um Privathäuser.

Städtebauförderung nutzen

Auf Nachfrage von Maximilian Deuber von der Freien Wähler-Gemeinschaft (FWG) teilten Greim und Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff mit, dass auch Privatanwesen im Rahmen der Städtebauförderung gefördert werden könnten, sofern auch die Gemeinde im Städtebauförderungsprogramm ist. Dies sei in Altenkunstadt der Fall. Die private Maßnahme, sagte Pfaff, müsse die Gestaltung betreffen. "Der bloße Einbau einer Wohnung reicht nicht aus", stellte der Redner klar.

Bürgermeister Robert Hümmer nannte ein konkretes Beispiel: die Sanierung der Neumühle, des Wahrzeichens Altenkunstadts, durch den Staffelsteiner Investor Stefan Linz.

Landschaftsarchitektin Augsten stellte fest, dass Altenkunstadt über eine gute soziale, kulturelle und technische Infrastruktur verfüge. Die Ortsgestalt charakterisierte sie als heterogen und abwechslungsreich, die Ortsstruktur im Ortskern als einprägsam und intakt.

Die Untersuchungen und Veranstaltungen der vergangenen Monate hätten aber auch gezeigt, waren sich Augsten und Greim einig, dass es Handlungsbedarf gibt. Als Beispiele nannten sie die barrierefreie Gestaltung des Wohnumfeldes und die Schaffung eines Parkplatzes für Wohnmobile unweit des Bootshauses. In den nächsten Monaten muss das Konzept unter anderem mit der Regierung von Oberfranken abgestimmt und ein Abschlussbericht erstellt werden, ehe dann der Gemeinderat seinen Beschluss fasst.

Wohnanlage für Senioren

Bereits zum achten Mal musste der Bebauungsplan geändert werden. Grund dafür ist eine Baumaßnahme von Stefan Linz aus Bad Staffelstein. Neben der von ihm restaurierten Mühle soll eine Wohnanlage mit 21 Seniorenwohnungen entstehen.

Geschäftsstellenleiter Pfaff teilte dazu mit, dass laut bayerischer Garagen- und Stellplatzverordnung insgesamt sieben Parkplätze für die Wohnanlage geschaffen werden müssten. Für die sanierte Neumühle mit ihren 19 Wohnungen hingegen gelte ein Stellplatz pro Wohnung. Für das Mühlencafé müssen laut Pfaff sieben Parkflächen geschaffen werden.

Debatte um Lüftung

Walter Limmer von der Jungen Wähler-Union (JWU) hatte bereits mehrfach eine detaillierte Kostenaufstellung zur Grundschulsanierung gefordert. Pfaff kündigte diese für die Januar-Sitzung an. In einem anderen Punkt, der das Vorhaben betrifft, geriet Limmer mit dem Bürgermeister in einen Disput: "Bei einer starken Dämmung des Grundschulgebäudes und dichten Fenstern die Lüftung zu streichen, halte ich für keine gute Lösung." Dem widersprach Bürgermeister Hümmer, der sich in seiner Sichtweise auf den Haustechniker des Kommunalen Prüfverbandes berief: Lüftung und Dämmung hätten nichts miteinander zu tun. Eine Lüftung, die auch keimbelastet sein könne, sei nicht nötig. "Die Kinder können die Fenster öffnen und gesunde frische Luft tanken", betonte Hümmer.

Man verständigte sich darauf, den Experten des Verbandes noch einmal in den Bauherrenausschuss einzuladen und zu dieser Thematik zu befragen.

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