Pfarrweisach

Flurnamen statt verdiente Bürger

Der Gemeinderat Pfarrweisach lehnt bei der Vergabe von neuen Straßennamen den Bürgermeister-Vorschlag ab.
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Die musikalische Früherziehung in der Kindertagesstätte "Pfiffikus" und in der Grundschule Pfarrweisach über die Musikschule Ebern stand am Donnerstagabend auf dem Programm der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats Pfarrweisach.

Durch personelle Umbrüche bei der Musikschule, so Bürgermeister Ralf Nowak (ULB), sei von der Musikschule für die Saison 2018/19 keine Rechnung gestellt worden. Somit beschloss der Gemeinderat, den angestauten Betrag in Höhe von 7200 Euro nachträglich zu genehmigen.

Für die Zukunft fallen pro Jahr rund 12 000 Euro für die Musikschule an. Dieser Betrag teilt sich auf in maximal 4000 Euro für den Lehrpersonalzuschuss, 7200 Euro für drei wöchentlich stattfindende Kurse im Kleinkindbereich (Kindergarten und Schule) plus 50 Cent pro Einwohner; das sind nochmals rund 800 Euro bei 1600 Einwohnern. Die Frage von Gemeinderat Reiner Mönch (ULB), wie viele Kinder an der musikalischen Früherziehung teilnehmen, konnte Nowak nicht beantworten. Obwohl der Vertrag eine jährliche Ausstiegsklausel beinhaltet, legte sich das Gremium auf ein Jahr Laufzeit für den Vertrag fest. Danach wird im Rathaus erneut entschieden.

Prüfungen

Für die noch offenen, auf Statik und Festigkeit zu prüfenden Brücken und Durchlassrohre in der Gemeinde hat der Gemeinderat nach kurzer Diskussion die Ingenieurleistungen an das Kronacher Ingenieurbüro SRP vergeben. Das Kostenangebot beläuft sich auf 3200 Euro. Bei drei Gegenstimmen vergab das Gremium den Auftrag an das Ingenieurbüro - mit dem Zusatz, dass bis zur nächsten Sitzung die Anzahl der zu prüfenden Brücken und Durchlassrohre vorliegt - was bisher nicht geschah.

Mit einer knappen Mehrheit von 6:5 Stimmen ist der schriftliche Antrag von Bürgermeister Ralf Nowak, im neuen, noch zu erschließenden Baugebiet "Bei der Schule" die drei zu bauenden Straßen verdienten Bürgern von Pfarrweisach zu widmen, abgelehnt worden. Er hatte die Dr.-Berninger-Straße, den Karl-Krimm-Weg und den HorstRuhnau-Weg vorgeschlagen und seinen Antrag damit begründet, dass alle drei sich um das Dorf verdient gemacht hätten - jeder auf seine Weise.

Gemeinderat Sebastian Bock (ULB) schlug vor, die gewachsenen Flurnamen zu wählen, wie sie die VG (Verwaltungsgemeinschaft) Ebern in der Tischvorlage als Alternative vorgeschlagen hatte, also: Kreuzäcker und Spielberg. Der Meinung schlossen sich Rita Böhm (KUL) und Oppelt an. Der Name für die dritte Straße wird noch gesucht.

Dietmar Schlager aus Pfarrweisach, seinerseits Jäger, hat einen Antrag gestellt, in der Pfarrweisacher Flur und im Wald Verbotsschilder zum Durchfahren von Fahrzeugen aller Art (außer land- und forstwirtschaftlicher Art) aufzustellen. Fünf Stellen hat er dafür markiert. Bürgermeister Nowak verlas den Antrag zwar unter dem Punkt Informationen, jedoch erteilte das Gremium ihm den Auftrag, die Schilder aufstellen zu lassen. Rüdiger Kuhn und Markus Oppelt, selbst Waidmänner, kritisierten das Verhalten mancher Bürger, die bis spät in die Abendstunden über Flur- und Waldwege "brettern" (Kuhn).

Verbot

Zwei Jahre, nachdem die Stadt Ebern und die Marktgemeinde Rentweinsdorf die Verwendung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat auf den gemeindeeigenen Flächen verboten haben, hat die Gemeinde Pfarrweisach nachgelegt. Der Rat sprach für ihre gemeindeeigenen Flächen das Verbot dieses Herbizids aus.

Der Bauantrag von Stefan und Michaela Betz aus Kraisdorf, einen Biergarten an der Gastwirtschaft Bühler anzubauen, ist einstimmig im Rat befürwortet worden.

Bürgermeister Nowak informierte, dass das Stromversorgungsunternehmen Bayernwerk den südlichen Teil von Junkers-dorf demnächst "verkabeln" werde. Das ist die Strecke von der Dorfmitte (Brunnen) bis zum Anwesen Vondran im Osten. Die Fassadendämmung am Rathaus sei angebracht worden und im Jugendraum seien die Maler- und Fliesenarbeiten im vollen Gang. Dafür dankte er Sebastian Bock für dessen Einsatz. Die Frage von Zweitem Bürgermeister Rüdiger Kuhn, wann das ehemalige "Fleischmann-Haus" in Pfarrweisach abgerissen wird, beantwortete Nowak damit, dass an diesem Montag ein weiterer Termin mit dem Straßenbauamt stattfindet; dabei werde entschieden, wie es weitergeht.

Von einem "resistenten Bürger", der "täglich mit seinem Hund zum Friedhof in Pfarrweisach geht und dort sein Geschäft machen lässt", berichtete Markus Oppelt. Bürgermeister Nowak versprach, sich mit dem Hundebesitzer zu unterhalten.

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