Erlangen
Tipps

Flug in den Urlaub: Wenn Ohren unter Druck geraten

Im Flugzeug haben die Ohren durch den wechselnden Kabinendruck einiges zu tun. Darf man auch mit Erkältung fliegen? Ist Nasenspray ein Geheimtipp? Wann sollte ich zum Arzt? Die HNO-Klinik des Uniklini...
Artikel drucken Artikel einbetten

Im Flugzeug haben die Ohren durch den wechselnden Kabinendruck einiges zu tun. Darf man auch mit Erkältung fliegen? Ist Nasenspray ein Geheimtipp? Wann sollte ich zum Arzt? Die HNO-Klinik des Uniklinikums Erlangen gibt Antworten.

1. Wie entsteht eigentlich das dumpfe Gefühl auf dem Trommelfell beim Abheben und Landen?

Während des Starts und beim Steigflug nimmt der Kabinendruck im Flugzeug ab", erklärt Prof. Dr. Joachim Hornung, leitender Oberarzt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, das Phänomen. "Im Verhältnis dazu herrscht im Mittelohr dann zu viel Druck. Beim Landeanflug ist es genau umgekehrt." Hauptakteur bei diesem Hin und Her ist das Trommelfell: Aufgrund des wechselnden Drucks wölbt es sich nach innen oder außen. 2.Was kann man für den Druckausgleich tun? "Meist ist uns schon durch Schlucken oder Gähnen geholfen. Dann nämlich strömt Luft über das Gaumensegel und die Ohrtrompete ins Mittelohr und das Trommelfell wird entlastet", beschreibt der HNO-Arzt den natürlichen Prozess. Klappt der Ausgleich nicht auf Anhieb, hilft noch das sogenannte Valsalva-Manöver: Nase zuhalten und bei geschlossenem Mund versuchen, durch die Nase auszuatmen.

3.Wie funktioniert der SOS-Trick mit Nasenspray? Wer nun erkältet ist, muss vor dem Fliegen aufmerksam sein: "Wem der Druckausgleich nicht gelingt, der sollte eigentlich nicht fliegen", sagt Prof. Hornung. "Denn im schlimmsten Fall kann es zu geplatzten Äderchen im Ohr kommen, zu bleibenden Hörschäden und bei Vorbelastungen sogar zum Reißen des Trommelfells." Ein kleiner Notfalltrick ist das Nasenspray: Es lässt die Schleimhäute der Nase abschwellen und kann den Druckausgleich für kurze Zeit wieder ermöglichen. "Bitte vor dem Fliegen prüfen, ob das klappt", rät Prof. Hornung. "Wenn ja, dann sollte das Spray jeweils eine Stunde vor Start und Landung verwendet werden. Hilft auch das nicht, rate ich vom Fliegen ab." Wer sich nicht sicher ist und vor dem Abflug noch etwas Zeit hat, bespricht sich am besten mit seinem HNO-Arzt.

4.Was muss man bei Kindern im Flugzeug beachten?

Kinder sind übrigens nicht anfälliger für den Ohrendruck im Flugzeug als Erwachsene. Aufgrund ihrer sich noch entwickelnden Anatomie fällt ihnen allerdings der Druckausgleich manchmal schwerer. Mit Trinken oder Bonbonlutschen kann der natürliche Öffnungsmechanismus der Ohrtrompete aber gut angeregt werden. Kinder, die häufiger Probleme mit ihren Ohren haben, sollten vor einer Reise von einem HNO-Arzt durchgecheckt werden.

5.Und wie steht es mit dem Tauchen im Urlaub?

Soll es im Urlaub nicht nur in die Lüfte, sondern auch in die Tiefe gehen, gilt besondere Vorsicht. "Wer vor dem Tauchgang keinen Druckausgleich machen kann, der darf nicht tauchen - auch nicht mit Nasenspray", mahnt Prof. Hornung. "Das könnte unter Umständen sogar tödlich ausgehen. Und: Wer zuvor noch nie getaucht ist, muss sich im Vorfeld von seinem HNO-Arzt untersuchen lassen, um mögliche Beeinträchtigungen abzuklären." red

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren