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Hummendorf

Fliesen werden zu Kunstwerken

Seit rund 65 Jahren hat sich Hans-Karl Ehm aus Hummendorf der Herstellung kunsthandwerklicher Keramik verschrieben. Vom großen künstlerischen Können des Keram-Malers zeugen insbesondere wunderschöne, von ihm in Keramik-Fliesen eingebrannte Bildmotive.
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Besonders stolz ist er auf die Rialtobrücke in Venedig im Flur seines Wohnhauses  Fotos: Dölling, Kronach
Besonders stolz ist er auf die Rialtobrücke in Venedig im Flur seines Wohnhauses Fotos: Dölling, Kronach
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Hummendorf — Die Rialtobrücke in Venedig, vor Anker liegende Gondeln, die Kutschfahrt einer eleganten Dame - solche und weitere in Keramik-Fliesen eingebrannte Meisterwerke zieren die Wände im Haus von Hans-Karl Ehm in Hummendorf oder beispielweise auch die kunstvolle Keramik-Platte eines Schemels. Auch nach über 65 Jahren beruflicher Tätigkeit geht der nunmehr 82-Jährige voller Hingabe seinem Beruf als Keram-Maler nach.

Bereits vor zehn Jahren - an Weihnachten 2009 - war der gebürtige Burkersdorfer in Anerkennung seiner großartigen Verdienste durch die jahrzehntelange Ausübung dieses traditionellen Kunsthandwerks mit dem Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer Bayreuth ausgezeichnet worden. Ans Aufhören denkt er aber noch lange nicht.

Seine Lehre als Keram-Maler begann Hans-Karl Ehm im Sommer 1953 bei der Firma Willi Wolf in Küps, die als Porzellanmanufaktur einen guten Ruf für Meißner Handmalerei genoss. Drei Jahre später, 1956, legte er seine Gesellenprüfung ab. Nach seinem Ausscheiden aus der ehemaligen Porzellanfabrik Edelstein in Küps zog es ihn nach Hummendorf, wo er 1969 seine Ehefrau Ruth, geborene Popp, heiratete. Mit großartigem künstlerischen Können malte er bereits in den 1980er Jahren historische Bauten wie beispielsweise die Rialtobrücke in Venedig - ein Kunstwerk, worauf er besonders stolz ist - aber auch andere, teilweise abstrakte Motive auf Keramik-Fliesen auf.

"Die Motive werden mit einer Temperatur zwischen 700 bis 800 Grad eingebrannt und später wie ein Mosaik verlegt", erzählt Hans-Karl Ehm, der am 1. Oktober sein 82. Lebensjahr vollendete. Diese Werke kamen jahrelang mit Porzellanartikeln der Firma Fritz Popp bei der Internationalen Messe in Frankfurt zur Ausstellung, wo sie auf große Beachtung und Bewunderung der Kunden stießen.

Auch Stahlstiche gravierte er, die als Matrizen für Stahldrucke in der Porzellandekoration angewandt wurden; wobei diese Drucktechnik mittlerweile der Vergangenheit angehört. Durch unermüdliche Arbeit und großen Fleiß entwickelte er sein künstlerisches Talent und seine beruflichen Fähigkeiten beharrlich weiter und erprobte dabei auch immer wieder neue Techniken. Mit großem Interesse steuerte er so auch in das grafische Gewerbe und baute sich den Siebdruck als weiteres Standbein auf. Er fertigte dabei keramische einbrennbare Abziehschiebebilder für Glas, Porzellan und Keramik, womit er seine Kunden in der Porzellanindustrie noch heute beliefert.

Später nahm Hans-Karl Ehm Kontakt mit namhaften Firmen auf und holte sich Druckaufträge in Direktsiebdruck auf technischen Teilen - wie zum Beispiel Schalttastaturen, Prismen, flexible Schaltungen und Kunststoffteilen aller Art für die Elektro- und Autoindustrie. In seinem Betrieb bildete er Siebdrucker aus, die von ihm sehr wertgeschätzt wurden. "Bei komplizierten Drucken war schon immer meine Antwort: Es gibt nichts, was nicht geht", betont Hans-Karl Ehm, der sich Ruhestand bis heute noch nicht vorstellen kann.

Entspannung und Muße findet er als Ausgleich in der Musik. Seine größte Leidenschaft ist es, sich an das Klavier oder an die Orgel zu setzen und Evergreens der 60er und 70er Jahre zu interpretieren.

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