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Buch am Sand

Fleckvieh ist begehrt

Die Kulmbacher Milchviehbauern haben Probleme, lassen sich jedoch ihre Zuversicht nicht nehmen.
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Milchbauer Jochen Bär in seinem neu gebauten Kälberstall Fotos: Horst Wunner
Milchbauer Jochen Bär in seinem neu gebauten Kälberstall Fotos: Horst Wunner
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Die Stimmung bei der Hauptversammlung des Kreises Kulmbach im oberfränkischen Rinderzuchtverband (RZV) im Gasthaus Räther war nicht euphorisch. Es gibt zu viele Probleme gibt es. Dennoch wollten sich die Landwirte ihre Zuversicht nicht nehmen lassen, sie möchten ihrem Beruf treu bleiben.

Zuchtleiter Markus Schricker aus Bayreuth konnte von einer zufriedenstellenden Anzahl der vermarkteten Tiere berichten: "In Oberfranken wurden 2019 über den RZV etwa 30 000 Rinder verkauft." Der Großteil seien männliche Kälber gewesen, die im gesamten Bundesgebiet abgesetzt worden seien. "Oberfränkisches Fleckvieh ist begehrt", so Schricker.

Ein paar Wermutstropfen

Ein paar Wermutstropfen goss jedoch Thomas Erlmann, Vorsitzender des knapp 100 Mitglieder starken Kreisverbands Kulmbach, in den Kelch. Das Preisgefüge sei deutlich zurückgegangen, was auch mit der Trockenheit zusammenhänge. "Sie bereitete sowohl den Züchtern als auch den Käufern Schwierigkeiten wegen des Futtermangels."

Die Rahmenbedingungen würden sich ebenso ständig verschlechtern, die Auflagenspirale drehe sich immer höher, jüngstes Beispiel sei die Düngeverordnung. Die Folge: Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe hörten auf, allein in den letzten zwölf Monaten sei die Zahl der Milchkühe in Oberfranken um fünf Prozent gesunken, die Zahl der Betriebe hätten sich in der vergangenen Dekade sogar halbiert.

Trotz aller Probleme: Man will weiter investieren, der RZV wird den großen Kälberstall in Bayreuth für mehr Tierwohl erweitern und die Vermarktung der Jungkühe mit einer Vorführung ohne Strick ermöglichen. "Wir Milchviehbauern bleiben optimistisch, sonst könnten wie gleich zusperren", schloss der Kreisvorsitzende.

Über die Blauzungenkrankheit und die Tiertransporte referierte Kreisveterinär Andreas Koller, die Angebote seiner Organisation stellte Georg Nützel vom Landeskuratorium für tierische Veredelung vor.

Die Versammlung war auch der richtige Ort, die Bauern mit den höchsten Herdenleistungen auszuzeichnen. Da steht an der Spitze Andrea Meister aus Schlockenau, gefolgt von Thomas Erlmann aus Waldau, Harald Küfner aus Untergräfenthal und Michaela Hartmann aus Gössenreuth.

Ein guter Brauch ist es, vor jeder Jahresversammlung einen Milchviehbetrieb anzuschauen. Diesmal ging es nach Buch am Sand zu Jochen Bär, der vor einem halben Jahr einen neuen Kälberstall gebaut hat. "Der ist jetzt zum großen Kuhstall aus dem Jahr 2014 und zum Bullenstall hinzugekommen, auf unserem Bauernhof sind knapp 250 Stück Vieh heimisch", sagte der Jungunternehmer.

"Wir jammern nicht"

Er fügte an, er habe das alles nicht bereut, obwohl der Milchpreis höher sein könnte. Da müsse man schon eng kalkulieren, "wir jammern aber nicht".

Auch Landrat Klaus Peter Söllner freute sich, einen Blick in einen solchen Vorzeigebetrieb werfen zu dürfen.

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