Lichtenfels

Flaschenwurf mit blutigen Folgen

Ein 24-jähriger Weismainer wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung und zu 60 Arbeitsstunden verurteilt.
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Die Verhandlung um schwere Körperverletzung vor einem Schöffengericht am Amtsgericht Lichtenfels ging am Mittwoch zügig vonstatten. Ein Flaschenwurf ins Gesicht eines Mannes am 13. Januar dieses Jahres - mit blutigen Folgen - brachte einem jungen Weismainer eine Haftstrafe ein, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Eher zögerlich betrat das 21-jährige in Lichtenfels wohnhafte Opfer den Gerichtssaal, ging am Angeklagten vorüber und setzte sich vor Richter Matthias Huber.

Für die Staatsanwaltschaft, vertreten durch Mario Geyer, stellte sich der damalige Vorfall so dar, dass ein 24-jähriger Weismainer dem 21-Jährigen nachts um 3 Uhr eine Glasflasche ins Gesicht geworfen hatte.

Sie kannten sich nicht einmal

"Ich kenne den Mann nicht, ich war richtig besoffen", ließ der Angeklagte wissen. Er habe absolut keine Erinnerung an den Vorfall, der sich während einer Tauffeier in seiner Nachbarschaft ereignete. Dabei blieb es im Allgemeinen. Was seitens des Angeklagten noch folgte, war eine Entschuldigung bei dem Opfer.

Der 21-Jährige bestätigte, dass er und sein Peiniger sich nicht kannten. Auch habe er die Flasche nicht kommen sehen, sie habe ihn von hinten getroffen und sei vielleicht auch weniger einem Wurf als einem Schlag geschuldet gewesen. Dass es sich bei dem Verursacher seiner acht Zentimeter langen und einen Zentimeter tiefen Fleischwunde um den Angeklagten handeln musste, dessen war er sich sicher.

Rechtsanwalt Peter Christ versuchte zu ergründen, ob auch das Opfer damals betrunken gewesen war, erhielt als Auskunft aber eine eher nüchtern wirkende Antwort, wonach der Zeuge lediglich "ein bisschen getrunken" hatte. Ein Polizist, der zu dem Vorfall gerufen worden war, schilderte hingegen, dass "Blut am Boden war", dass es von dem Täter aber keine Spur mehr gegeben habe.

In seinem Plädoyer räumte auch der Verteidiger Christ ein, dass sein Mandant eine Körperverletzung verursacht habe. Keine schwere, aber wohl eine gefährliche. Dabei berief er sich auf einen Passus in einem Gesetzestext, in dem es heißt, dass eine schwere Körperverletzung in einem vergleichbaren Fall eher dann vorliege, wenn die Folgen entstellend wären. Aber die Narbe bei dem 21-Jährigen sei gut verheilt und habe wenig Auswirkung auf die Proportionen des Gesichts. Acht Monate auf Bewährung hielt Christ für seinen bislang mit dem Gesetz nicht in Berührung gekommenen Mandanten für ausreichend.

Mario Geyer befürwortete indes 16 Monate Haft auf Bewährung. Doch auch er rückte vom Vorwurf der schweren Körperverletzung ab.

Gefährliche Körperverletzung

Das Urteil lautete auf gefährliche Körperverletzung. Auf ein Jahr Haft, ausgesetzt zur Bewährung, und 60 gemeinnützige Arbeitsstunden entschieden Richter Alexander Zenefels und seine Schöffen, wobei die Bewährungszeit drei Jahre beträgt. Für die Tat selbst habe es "keinen nachvollziehbaren Anlass gegeben". Auch habe der Täter Alkohol konsumiert, obwohl er sich dadurch nicht mehr kontrollieren konnte. Der Verurteilte werde sich das Urteil gewiss als Warnung dienen lassen.

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