Forchheim
Amtsgericht

Flaschenwurf bei der AfD-Kundgebung

Noch nicht zu Ende ist eine Verhandlung vor dem Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung. Richterin Silke Schneider muss einen neuen Termin bestimmen, weil das Opfer zur Verständigung einen Dol...
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Noch nicht zu Ende ist eine Verhandlung vor dem Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung. Richterin Silke Schneider muss einen neuen Termin bestimmen, weil das Opfer zur Verständigung einen Dolmetscher braucht. Vorgeworfen wurde dem 33-jährigen Angeklagten, eine Bierflasche so geworfen zu haben, dass dadurch ein anderer junger Mann verletzt wurde.

Am 8. August gab es am Forchheimer Paradeplatz ein großes Polizeiaufgebot, weil die AfD dort eine Kundgebung abhielt; vor allem Bereitschaftspolizei aus Würzburg war im Einsatz, um Kundgebungsteilnehmer und Gegendemonstranten getrennt zu halten. Die Beamten beobachteten auch das Geschehen am Rande. Sie sahen gegen 22 Uhr, wie der nun Angeklagte ihrer Meinung nach eine volle Flasche durch die Gegend warf. Sie zerplatzte auf dem Boden und die Scherben verletzten einen jungen Mann, den Zeugen - nicht so schlimm, dass er von sich aus die Polizei eingeschaltet hätte.

Deutsch-Kenntnisse reichen nicht

Der Asylbewerber spricht zwar schon recht gut Deutsch, aber seine Kenntnisse reichen doch noch nicht aus, um ganz exakt den Hergang zu beschreiben. Denn der Angeklagte beteuerte, er habe die Flasche nicht geworfen, sondern sie nur demonstrativ auf den Boden geknallt: "Ich wollte bestimmt niemanden verletzten." Er habe so auf einen Streit unter Bekannten reagiert, den er schlichten wollte. Da er leicht angetrunken war, sei ihm die Flasche mehr oder weniger aus der Hand gerutscht, und er selbst habe sich dabei auch geschnitten.

Stimmt nun die Wahrnehmung der Polizisten oder die Schilderung des Angeklagten? Diese Frage hätte am ehesten das Opfer beantworten können. Denn der als Zeuge geladene Polizeibeamte war nur der sachbearbeitende Ermittler. Er hat die Angaben seiner Kollegen nur aufgezeichnet, war aber nicht am Paradeplatz dabei.

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