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Fit bis ins hohe Alter

Vorträge, Infostände, Gesundheitschecks, Ernährungstipps und vielerlei Impulse wurden dem Publikum beim siebten Gesundheitstag in Ebern geboten.
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Am Stand der Audi BKK wurde ein Reaktionsspiel angeboten. Fotos: Jule Müller
Am Stand der Audi BKK wurde ein Reaktionsspiel angeboten. Fotos: Jule Müller
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Bereits zum siebten Mal veranstalteten die Haßberg-Kliniken zusammen mit der Informations- und Kontaktstelle für Selbsthilfe (KOS) und der Volkshochschule Ebern (VHS) den Gesundheitstag in der Aula und in der Mensa des Friedrich-Rückert-Gymnasiums Ebern.
Auch in diesem Jahr hatten die Verantwortlichen, allen voran Karin Kramer, ein interessantes Programm mit kostenlosen Fachvorträgen, Beratungsangeboten und Informationsständen zusammengestellt. Passend zum Jahresthema des Bayrischen Gesundheitsministeriums lautete das Motto diesmal "Gesund älter werden". Ants Lohmus, Chefarzt der inneren Medizin im Haus Ebern, hat deshalb die Frage "Gibt es ein Elixier der ewigen Jugend?" zum Leitthema seines Vortrages gemacht. Er ist schon seit Anfang an mit dabei und freute sich, in diesem Jahr über so ein schönes Thema referieren zu dürfen, wie er sagte. Der Arzt hat sich ausgiebig mit dem Thema jung bzw. gesund bleiben auseinandergesetzt und dabei auch den Blick in andere Regionen geworfen.


Die Ernährung zählt

Vor allem im japanischen Okinawa und in Sardinien gibt es viele alte und gesunde Menschen. Mit wissenschaftlich nachgewiesenen Fakten ging er der Sache auf den Grund und gab gleichzeitig den vielen gespannten Zuhörern wertvolle Tipps zu einem gesunderen Leben. Neben viel Tageslicht und einem fröhlichen Leben mit der Familie spiele die Ernährung da natürlich auch eine sehr große Rolle. Übergewicht könne schließlich zu verschiedenen Erkrankungen führen. Neben Obst und Gemüse, so der Chefarzt, gehören auch tierische Eiweiße, wie die von Fischen, dazu. Auch Öl habe positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Darüber hinaus nannte der Experte viele weitere Lebensmittel, die wichtige Stoffe für einen gesunden Körper enthalten: Brokkoli, Avocado, Nüsse, Tomaten, Kürbis und Kohl gehörten beispielsweise dazu. Zusätzlich solle man möglichst viele Naturprodukte, wie Rohkost zu sich nehmen.
Auch im Vortrag von Dr. Frank Schröder, Chefarzt der Akutgeriatrie am Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken, und Diana Kerzinger, Diabetesberaterin am Medizinischen Versorgungszentrum Haßfurt, mit dem Thema "Volkskrankheit Zucker" spielte die gesunde Ernährung, sowohl als Behandlungstherapie als auch zur Prävention, eine wichtige Rolle. Auch ausreichende Bewegung ist für ein gesundes Leben wichtig und senkt das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Außerdem wurden die zahlreichen Zuhörer über die zehn größten Irrtümer in Sachen Diabetes aufgeklärt.


Das Spektrum des Hauses Ebern

Neben dem Stand von Diana Kerzinger, an dem man Infos über Diabetes bekam, aber auch am Glücksrad drehen und Preise gewinnen konnte, waren viele weitere Vereine und Organisationen in der Mensa vertreten. Das Haus Ebern der Haßberg-Kliniken stellte sein medizinisches Spektrum vor und bot die Möglichkeit, sich den Blutdruck messen oder seinen Body Mass Index (BMI) bestimmen zu lassen. Physiotherapeut Marc Sauer stellte vor, welche Möglichkeiten die Elektrotherapie bietet, während Diätassistentin Martina Barfuß neben Ernährungsberatung auch einen Blick auf die Welt der Gewürze und Kräuter bot.


Selbsthilfe im Fokus

Die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe am Landratsamt Haßberge (KOS) berät und vermittelt interessierte und betroffene Menschen in Selbsthilfegruppen und unterstützt bei Gruppenneugründungen. In Ebern stellten sich unter anderem die Selbsthilfegruppe Menschen mit chronischem Schmerz, die Alleinstehenden-Gruppe Ebern und die Selbsthilfegruppe Menschen mit Depressionen und Angststörungen vor. Außerdem konnten sich die Besucher über das Thema Organspende informieren und Organspendeausweise erhalten.
Ether Röhner und Kathrin Glaubrecht vom Pflegestützpunkt Haßberge standen für Beratung und Information rund um das Thema Pflege bereit. Hier konnte man sich unter anderem über die neuen Pflegegrade, Betreuungsmöglichkeiten bei Demenz, barrierefreies Wohnen, ehrenamtliches Engagement sowie neue regionale Angebote im Pflegebereich informieren.


Sehr gute Infrastruktur

Zum zweiten Mal nahm das Eberner Sportstudio Schorn am Gesundheitstag teil. Neben Informationen und Beratung zum Fitnessprogramm konnte man bei den Workshops "Balance Pad" und "Bewegte Pause" auch selbst aktiv werden. Komplettiert wurde das breite Angebot durch Stände der Betriebskrankenkassen Audi BKK, der Apotheken "Gartenstadt" Schweinfurt und "Am Krankenhaus" Haßfurt sowie die Sozialstation des Roten Kreuzes.
Eröffnet wurde der Aktionstag vom stellvertretenden Landrat Oskar Ebert (Freie Wähler). Er freute sich, dass der Gesundheitstag Ebern einen festen Platz im Veranstaltungskalender hat. Schließlich sei Ebern nicht nur eine Schulstadt, sondern auch ein Zentrum für Gesundheit und weise somit eine sehr gute Infrastruktur auf.
Mit dem Thema "Älter werden" müsse man sich beschäftigen und auch ihm, Ebert, sei dabei aufgefallen, dass die Gesundheit einen immer größeren Stellenwert einnimmt. Er lobte das vielfältige Programm des Gesundheitstages.
MdB Sabine Dittmar (SPD) warb für die Grippeschutzimpfung als Prävention. Auch Dr. Tilman Deist hatte hilfreiche Informationen für jedermann im Gepäck. Der Ärztliche Leiter des Medizinischen Versorgungszentrums Ebern (MVZ) erläuterte in seinem Referat, wie Sodbrennen entsteht und welche alternativen Therapieansätze es zu den in letzter Zeit in die Kritik geratenen Säureblockern gibt.
Sein Kollege Dr. Klaus Riedel referierte zu seinem Steckenpferd-Thema, dem künstlichen Kniegelenk. "Seit Sommer 2016 werden in Ebern nur noch künstliche Gelenke, die komplett mit Keramik überzogen sind, implantiert", so Riedel. Großer Vorteil für die Patienten: Allergische Reaktionen können praktisch ausgeschlossen werden.
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