Burgebrach

FFW Burgebrach ist in Partylaune

Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde feiert ihr 150-jähriges Bestehen.
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Die angetretene Mannschaft (1894/1895) am Marienbild in Burgebrach Foto: Archiv/FFW Burgebrach
Die angetretene Mannschaft (1894/1895) am Marienbild in Burgebrach Foto: Archiv/FFW Burgebrach

Die Feuerwehrleute aus Burgebrach haben sich seit vielen Monaten darauf vorbereitet: In dieser Woche wird das 150-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Burgebrach gefeiert. Am Festplatz an der Ampferbacher Straße wird ein umfangreiches Programm abgewickelt.

Am Mittwochabend spielen im Festzelt die "Troglauer Buam", am Freitagabend "Die jungen Aalbachtaler" und am Samstagabend "Barbed Wire". Dazu Vorsitzender Florian Thienel in der Pressmitteilung der FFW: "Für jedes Alter ist etwas dabei!" Einlass und Abendkasse ist jeweils um 19 Uhr. Das Zelt steht auf dem Festplatz in der Stadtmitte.

Am Sonntag dann steht Burgebrach Kopf: Nach dem Abholen der Patenwehr FFW Höchstadt a. d. Aisch und des Schirmherrn, Erster Bürgermeister Johannes Maciejonczyk (CSU), findet um 9 Uhr der Festgottesdienst im Festzelt statt. Nach dem Mittagstisch zieht ein fulminanter Festzug durch die Straßen des historischen Ortskerns, zu dem sich über 100 Vereine und Abordnungen angemeldet haben. Danach ist Festbetrieb im Festzelt mit den "Ebrachtaler Musikanten Burgebrach".

Blick in Vereinschronik

Ein Blick in die Vereinsgeschichte: 1869 wurde die Burgebracher Feuerwehr gegründet und bestand aus 156 Mitgliedern. Es gab damals zwei Saug- und Druckspritzen, wovon eine zwei- und eine vierrädrig war. "Die Feuerwehr verfügte über verschiedene Leitern: eine 20-Meter-Schubleiter, eine 14-Meter-Anstellleiter, vier einholmige und vier zweiholmige Hackleitern und vier Dachleitern. Außerdem gab es 16 Laternen, die bei nächtlichen Einsätzen Licht spendeten", vermerkte Monika Riemer-Maciejonczyk in der Festschrift zum Feuerwehrfest. Zudem habe die Feuerwehr drei Trompeten, 16 Hupen und zehn Pfeifen besessen.

Nachdem zunächst eine von Pferden gezogene Löschmaschine Hilfe leistete, verfügte die Feuerwehr 1951 bereits über zwei Motorspritzen. Es dauerte nicht lange, denn 1955 wurde bei der Stützpunktwehr in Burgebrach ein kreiseigenes Feuerwehrfahrzeug, liebevoll "Emma" genannt, stationiert. Gab zunächst eine Garage neben der Marienapotheke dem Auto Unterkunft, so wurde zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 1969 "im Zipfel" ein dreitoriges Feuerwehrhaus übergeben. Dieses wurde 1986 im Rahmen der Städtebauförderung mit einem Satteldach versehen, zudem wurde ein Schulungsraum angebaut. Darin konnten nun der gemeindeeigene Tragkraftspitzenanhänger TS 8/8 und das landkreiseigene Tanklöschfahrzeug mit Ölschadenanhänger sachdienlich untergestellt werden. 1979 wurde das Tanklöschfahrzeug erstmals mit Funk ausgerüstet. Doch nahmen die Mängel an diesem alten Fahrzeug aus dem Jahr 1955 überhand.

Daher wurde 1982 vom Markt Burgebrach ein Tanklöschfahrzeug TFL 16/25 angeschafft, die Fahrzeugflotte wurde 1994 um ein Löschfahrzeug LF 16/12 erweitert. Für den notwendigen Mannschaftstransport bekam die freiwillige Feuerwehr ein Mehrzweckfahrzeug.

Im neuen Jahrtausend wurde ein Konzept für alle elf Feuerwehren des Marktes Burgebrach erstellt. Die verschiedenen Wehren im Gebiet der Gemeinde wurden in verschiedene Löschzüge aufgeteilt und auch ausgerüstet: So dient der Löschzug 2 (Mönchsambach und Vollmannsdorf) zur Unterstützung des Atemschutzes, der Löschzug 3 (Hirschbrunn, Treppendorf, Oberköst) ist auf Einsätze bei Unwetter spezialisiert und der Löschzug Stappenbach, Unterneuses, Ober-/Unterharnsbach greift zur Unterstützung der Verkehrsabsicherung und des Atemschutzes ein, während Ampferbach und Grasmannsdorf dem Löschzug 1 (Burgebrach) zuarbeiten.

Neues Feuerwehrzentrum

Im Rahmen dieses Feuerwehrkonzeptes wurde 2006 ein Rüstwagen beschafft, eine Wärmebildkamera folgte zwei Jahre später. Die Bedeutung als Stützpunktwehr wurde bestätigt, als der Landkreis Bamberg 2010 eine der drei neu beschafften Drehleitern mit Korb (DLA/K/23-12) in Burgebrach stationierte. Da die Feuerwehr mit dem erweiterten Fuhrpark über das alte Gerätehaus hinausgewachsen war, wurde im September 2011 feierlich das neue Feuerwehrzentrum in der Steigerwaldstraße am westlichen Ortsende eingeweiht.

Schließlich musste 2018 das alte Tanklöschfahrzeug ausgetauscht werden und ein TLF 4000 hielt Einzug. Gleichzeitig wurde ein Einsatzleitwagen beschafft, der inzwischen schon mehrmals seine Bewährungsprobe bestanden hat.

Kommandant Matthias Titz ist stolz auf seine Flotte: "Die Technik und die Ausrüstung haben in den vielen Jahren bedeutende Fortschritte gemacht und die uns übertragenden Aufgaben der Hilfeleistung sind umfassender geworden." Waren das 2014 insgesamt 63 Einsätze, davon neun Mal Brand und 16 Mal Technische Hilfeleistung, so stiegen diese Zahlen 2018 auf insgesamt 78 Einsätze, davon 20 Mal Brand und 34 Mal Technische Hilfeleistung.

Bürgermeister Maciejoncyk lobt seine Feuerwehrleute: "Von der Pflichtfeuerwehr über die Feuerschutzabgabe bis hin zum gänzlichen freiwilligen Dienst hat das Feuerwehrwesen auch in seinen Strukturen eine beachtliche Entwicklung genommen. Unsere Feuerwehrleute sind Vorbilder unserer Gesellschaft."

So hofft die freiwillige Feuerwehr auf einen guten Zuspruch der Bevölkerung an diesen Tagen, denn - so ein Slogan der Wehr - "Wir sind ja auch 365 Tage im Jahr für Sie da." red

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