Stegaurach

Feuerwehrler bei Einsatz angefahren

In Stegaurach hat sich ein Autofahrer den Anweisungen der Feuerwehr widersetzt. Ein 32 Jahre alter Feuerwehrmann wurde dabei leicht verletzt. Die Empörung ist groß. Es fehle an Respekt für die Einsatzkräfte.
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Ein Feuerwehrmann sichert den Einsatzort am Sonntag in Stegaurach ab.
Ein Feuerwehrmann sichert den Einsatzort am Sonntag in Stegaurach ab.
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Sebastian Martin Es war ein normaler Einsatz am späten Sonntagabend, die Rettungskräfte der Stegauracher Feuerwehren wurden zu einem Wohn- und Geschäftsgebäude in der Debringer Straße gerufen. Dort hatte sich starker Rauch entwickelt, da - wie sich herausstellen sollte - Stofftücher auf einer eingeschalteten Herdplatte lagen. Die Einsatzkräfte mussten das Gebäude lüften, einen Brand hatten sie jedoch nicht zu bekämpfen. Auch war niemand verletzt worden, die Bewohner waren rechtzeitig aus dem Haus. Der Schaden beläuft sich auf zirka 1000 Euro.

Dennoch gab es bei dem Einsatz einen Verletzen und jede Menge Aufregung. Was war passiert? Laut Polizei hat ein uneinsichtiger Autofahrer einen 32 Jahre alten Feuerwehrmann, der für die Absperrung des Einsatzortes zuständig war, leicht am rechten Knie mit dem Pkw angefahren. Der 68-Jährige wollte demnach in die gesperrte Bamberger Straße einbiegen, obwohl ihm dies mehrere Kräfte der Feuerwehr untersagten.

Bürgermeister: "Das ist traurig"

Den Vorfall bestätigt auch Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann. "Der Mann hat die klare Anweisung bekommen, dass er nicht durchzufahren hat." Das soll der 68-Jährige ignoriert haben und losgefahren sein. Letztendlich soll der Pkw-Fahrer sein Auto aber gewendet haben und in die entgegengesetzte Richtung gefahren sein.

Der Feuerwehrmann sei dabei leicht verletzt worden, aber noch einsatzfähig gewesen, so die Polizei, die inzwischen gegen den Fahrer wegen Beleidigung, Unfallflucht und Körperverletzung ermittelt. Derzeit wird noch geprüft, ob der Fahrer den Feuerwehrmann womöglich unabsichtlich angefahren hat.

Laut Alexander Krapp, Sprecher der Polizei Bamberg-Land, sind Einsatzkräfte der Feuerwehr rechtlich inzwischen Vollstreckungsbeamten gleichgestellt, wenn sie eine Maßnahme ausführen. Somit könnte die Aktion des Mannes auch als Widerstand gegen Einsatzkräfte geahndet werden, worauf Geldstrafe, im schlimmsten Fall aber auch eine Freiheitsstrafe steht.

Stegaurachs Bürgermeister Thilo Wagner (FW-FL) reagierte auf den Zwischenfall mit scharfer Kritik: "Ich finde das wirklich traurig und mich ärgert es, dass gegen unsere Einsatzkräfte, die das Ganze ehrenamtlich machen, so ein Verhalten an den Tag gelegt wird." Auch auf der FT-Facebookseite wird der Vorfall entsprechend bewertet: "Unsere Gesellschaft ist moralisch völlig am Boden. Solch ein Verhalten ist nicht akzeptabel", schreibt etwa Michael B. dazu.

Bürgermeister Wagner fordert mehr Respekt für die Arbeit der Ehrenamtlichen, schließlich gehe es am Ende bei den Einsätzen auch um Menschenleben. Doch auch bei der Fronleichnamsprozession würden Feuerwehrkräfte, die die Straße absperren, "angepflaumt". Längst nicht alle Fälle von Beleidigung seien bekannt.

Noch nicht so schlimm im Kreis

Dass Einsatzkräfte immer wieder Unverständnis und Beschimpfungen von Autofahrern ausgesetzt sind, bestätigt auch Kreisbrandrat Ziegmann: "Die Respektlosigkeit nimmt allgemein zu." Allerdings stellt er auch klar, dass sich solche Vorfälle im Gegensatz zu Großstädten, wo dies zur Tagesordnung gehöre, im Landkreis noch in Grenzen hielten. In den letzten eineinhalb Jahren seien ihm vier bis fünf Fälle bekannt.

Ähnlich ordnet dies Polizist Alexander Krapp ein: Einsatzkräfte erlebten immer wieder Pöbeleien, es komme auch hin und wieder zu Anzeigen. Dennoch: "Die Bürger im Landkreis sind im Gegensatz zu den Bürgern in den Städten noch respektvoller im Umgang mit den Einsatzkräften."

Das Verhalten des 68-Jährigen in Stegaurach steht im krassen Kontrast dazu.

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