Am Ende des Gymnasiums steht die allgemeine Hochschulreife. Sie qualifiziert die Schüler für ihren weiteren Lebensweg: Sie sollen ein gutes Allgemeinwissen haben und sich in vielen Bereichen des Lebens gut auskennen. Einer davon ist die Mathematik. Und während die Abiturienten des Gymnasiums Höchstadt sich aktuell mit Integralen und Kurvendiskussionen beschäftigen, ist die Grundlage vieler Rechnungen das kleine Einmaleins.
In Form eines P-Seminars, haben die Gymnasiasten der 12. Jahrgangsstufe am gestrigen Montag eine "Nacht des Einmaleins" für Schüler der Anton-Wölker-Grundschule angeboten - eine klassische "Win-Win-Situation": Das P-Seminar soll die Abiturienten auf das praktische Arbeiten vorbereiten, in diesem Fall auf Wissensvermittlung. Auf der anderen Seite lernten die kleinen Schüler spielerisch das Einmaleins.
Das P-Seminar bot heuer Ulrike Herzog, selbst Mathelehrerin am Gymnasium, für an. Über Sonja Müller hatte sie dann den ersten Kontakt zur Grundschule hergestellt. Müller ist eigentlich Lehrerin an der Anton-Wölker-Schule, gibt aber seit einiger Zeit auch Intensivierungsstunden am Gymnasium und ist somit das Bindeglied der beiden Schulen.
15 Abiturienten hatten sich bei dem Projekt zum Ziel gesetzt, den Kleinen spielend die grundlegendste Basis von Mathematik näher zu bringen. So haben sie sich verschiedene Spiele einfallen lassen, die Bewegung und Mathematik gut kombinierten. "Für so große Spiele hat man im Unterricht selten Zeit", erklärte am Montagnachmittag Grundschullehrerin Laura-Sophie Linhardt. Sie war sichtlich angetan vom Angebot der Gymnasiasten.
Für ein Spiel haben diese "Feuer-Wasser-Blitz" mathematisch "umgedichtet": Die 21 Kinder bewegten sich frei in der Aula, während sie eine Rechnung durchgesagt bekamen. Je nachdem, in welchem Zahlenbereich das Ergebnis lag, mussten sich die Kleinen sich auf den Boden legen, in die Ecke sprinten oder in einen Kreis stellen. Wer als letztes am Ziel war, schied aus.
"Die Kinder sind total motiviert, und das, obwohl es heute schon eine Matheprobe gab", erklärte Linhardt schmunzelnd. Mit Begeisterung spielten sie alle Spiele mit. Neben kleinen Gemüse-Snacks zwischendurch servierten die Gymnasiasten am Abend dann noch Nudeln mit Bolognese und Fruchtspieße, bevor alle Kinder müde, aber hoffentlich mit mehr mathematischem Wissen als zuvor nach Hause gingen.