Festtage der Literatur

Vor 50 Jahren trafen sich die Literaten der Gruppe 47 in der Pulvermühle. Die Stadt Waischenfeld hat dies zu einem Festival inspiriert.
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Idyllischer Blick auf die PulvermühleFoto: Reinhard Löwisch
Idyllischer Blick auf die PulvermühleFoto: Reinhard Löwisch
Mit einem Spendenaufkommen von rund 100 000 Euro wird die Stadt Waischenfeld das erste Literaturfestival veranstalten. Anlass ist die 50. Jubiläum des Treffens der Gruppe 47 in der Pulvermühle. In der Gruppe 47 waren Schriftsteller wie Günter Grass, Martin Walser oder Peter Handke organisiert. In regelmäßigen Abständen kamen sie zusammen, um aus ihren Werken vorzulesen und über Literatur zu diskutieren. Die Veranstaltung soll am Wochenende des 14. und 15. Oktober stattfinden.
"Es ist ein Leuchtturmprojekt, von dem die ganze Region profitieren wird", freute sich der Waischenfelder Bürgermeister Edmund Pirkelmann (BSB) bei einer Besprechung in der Pulvermühle. Er ist stolz darauf, dass es der Koordinatorin Karla Fohrbeck gelungen ist, die Zuschusssumme von ursprünglich gedachten 10 000 Euro zu verzehnfachen.
Ein großen Batzen übernimmt das bayerische Kultusministerium. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) übernimmt auch die Schirmherrschaft der Veranstaltung. Sein Haus fördert das Projekt über mehrere Jahre: Es soll keine Eintagsfliege sein. Im Gespräch ist ein regelmäßig Literaturereignis, das vielleicht sogar einen Literaturpreis auslobt oder einen Stadtschreiber ein Jahr lang Kost und Logis bietet.


Enzensberger hat zugesagt

Von den rund 50 noch lebenden Mitgliedern der Gruppe 47 ist die Hälfte ihrer Einladung gefolgt. "Die andere Hälfte hat aus Altersgründen abgesagt", berichtete Fohrbeck.
Unter den Gästen wird Hans Magnus Enzensberger sein und auch Barbara Frischmuth, Friedrich Christian Delius und Jürgen Becker, Michael Krüger und sogar Manfred Peter Hein, der aus Finnland angereist kommt. Es wurden auch junge Talente eingeladen: Nora Bossong und Simon Strauß sagten ihre Teilnahme bereits zu, ebenso Zehra Cirak aus Berlin.
30 Lesungen wird es geben, eine Wanderausstellung und vier Podien, in denen über das Waischenfelder Treffen der Gruppe 47 und die Bedeutung der Literatur gesprochen wird.

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