Niederfüllbach

"Fertig, Schluss - aus - Applaus"

Die offizielle Einweihung des neuen Feuerwehrhauses gleich neben der ehemaligen Bäckerei ist für den Bürgermeister ein Jahrhundertereignis für Niederfüllbach. Das Ganze sei schwierig genug gewesen, sagt er.
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Das neue moderne Feuerwehrhaus fügt sich harmonisch in das Umfeld ein und bietet drei Fahrzeug und der Ausrüstung der Feuerwehr Platz.  Fotos: Michael Stelzner
Das neue moderne Feuerwehrhaus fügt sich harmonisch in das Umfeld ein und bietet drei Fahrzeug und der Ausrüstung der Feuerwehr Platz. Fotos: Michael Stelzner
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Bürgermeister Martin Rauscher hat so seine eigene Art. "Das Feuerwehrhaus Niederfüllbach ist fertig, Schluss - aus - Applaus!", sagte er in seinem Grußwort. Es sei ein problematisches Unterfangen gewesen, sehr beengte Platzverhältnisse, der Boden sei geneigt gewesen. Auch die Integration der benachbarten alten Bäckerei sei ein sehr kompliziertes Thema gewesen.

Rauscher beklagte die Unzuverlässigkeit der staatlichen Stellen in Bezug auf die Förderzusagen. Hierbei sei man sehr gefordert gewesen. Aber auch auf die vielen Vorschriften zum Bau von Feuerwehrhäusern ging das Gemeindeoberhaupt ein. Diese hätten "sehr genervt", aber man habe sie akzeptiert.

Ein weiteres großes Problem sei die angespannte Baukonjunktur gewesen. "Trotz dieser Probleme sind wir ins Wasser gesprungen und haben mit der Einweihung das rettende Ufer erreicht und sind um viele Erfahrungen reicher geworden", sagte Rauscher über Gemeindeverwaltung und Gemeinderat. Es seien insgesamt 16 Gewerke für den Bau notwendig gewesen. Rauscher lobte die Verwaltung und das Architekturbüro lu:p aus Grub am Forst. Er sei schon etwas stolz, dass er der Feuerwehr ein Gebäude übergeben könne, das den heutigen Anforderungen über eine lange Zeit genügen werde, sagte Rauschert, der selbst aktiver Feuerwehrmann war. Er stellte einen Wandel in den Wehren fest, alles sei hochtechnisierter und perfektionierter sowie sicherheitstechnisch durchgeplant. Vor allem die Ausbildung stehe im Vordergrund. Rauscher rief dazu auf, das "neue Werkzeug" behutsam zu nutzen.

Der verantwortliche Architekt Renee Lorenz ging auf die Historie des Baues ein. Bereits im Jahr 2015 hätten die Planungen begonnen. Im Juli 2016 sei der Bauantrag gestellt worden. Der für Juli 2017 geplante Spatenstich habe nicht stattfinden können, da sich trotz europaweiter Ausschreibung keine Firma gefunden habe, die das Gebäude bauen wollte. "So fand der Spatenstich erst im Februar 2018 statt. Über 4200 Stunden wurden für die Planung aufgewendet, die Pläne füllen 16 Ordner", sagte der Architekt. Man habe sich bei der Planung das Ziel gesetzt, dass ein Haus entstehen soll, das Niederfüllbach ein Jahrhundert lang prägen, sich aber auch harmonisch in das Umfeld einfügen solle.

Das neue Feuerwehrhaus wurde mit einer Schieferfassade, unterbrochen von einem Kupferband, versehen. Der Architekt empfahl, auch die alte Bäckerei mit einer Schieferfassade zu versehen. Im Erdgeschoss des zweistöckigen Hauses befinden sich drei Garagen für die Feuerwehrfahrzeuge mit über 220 Quadratmetern Stellfläche und großen hohen Toren. Außerdem sind hinter der Garage Lagerräume für Material und Umkleiden, mit Spinden ausgestattet, für Frauen und Männer, sowie eine Werkstatt zu finden. Im Obergeschoss befinden sich ein Jugend- und Mehrzweckraum, der auch für die Aus- und Fortbildung genutzt werden kann, sowie eine kleine Küche. Weiterhin sind dort die Sanitäranlagen für Frauen und Männer und das Büro des Kommandanten untergebracht. Der über 100 Quadratmeter große befestigte Vorplatz kann zum intensiven Üben genutzt werden.

Fast 50 Nutzer

"In Niederfüllbach herrscht heute ganz großes Kino", darin spiele das neue Feuerwehrgerätehaus die Hauptrolle, betonte Kommandant Andreas Hackl. Es sei etwas sehr Wichtiges für Niederfüllbach entstanden. 15 Feuerwehrfrauen und 33 Feuerwehrmänner würden künftig das neue Haus nutzen. Das neue Gebäude, das in 18 Monaten Bauzeit entstand, habe viel Funktionalität und eine moderne Ausstrahlung nach außen, stellte Hackl fest. Der Kommandant sagte, er freue sich, dass viele regionale Firmen am Bau beteiligt gewesen seien, und lobte auch die Gemeindearbeiter, die den Außenbereich gestaltet hätten. Er dankte im Besonderen der Gemeinde, die mit dem neuen Gerätehaus in den Feuerschutz investiert habe und dieses Haus der Wehr zur Verfügung stelle.

Von einem sehr weisen Entschluss der Gemeinde sprach Kreisbrandinspektor Stefan Püls in seinem Grußwort. In Zeiten knapper Kassen sei es keine Selbstverständlichkeit, eine solche Investition für die Feuerwehr zu tätigen.

Landrat Sebastian Straubel sprach sein Grußwort zugleich für MdB Hans Michelbach und die Landtagsabgeordneten Martin Mittag und Michael Busch und dankte dabei dem Freistaat Bayern für den Zuschuss.

Etwas Besonderes hat sich das Architekturbüro einfallen lassen: Statt den obligatorischen Schlüssel übergab Architekt Renee Lorenz zusammen mit Bürgermeister Martin Rauscher dem Kommandanten eine Torte, die das neue Haus nachbildet. Den geistlichen Segen für das neue Feuerwehrhaus sprachen Kaplan Florian Sassik von der katholischen Seite und Pfarrer Rolf Roßteuscher von evangelischer Seite.

Für ihre jungen Gäste - möglicher Nachwuchs - hat sich die Wehr einiges einfallen lassen. An vielen Spielstationen sollte Begeisterung für die Feuerwehr geweckt werden.

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