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Ferien, die keine sind

Die derzeitige Ausgangsbeschränkung stellt vor allem für Familien eine Herausforderung dar. Die Caritasberatungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern möchte einem "Lagerkoller" entgegenwirken und ...
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Stephanie Roth
Stephanie Roth

Die derzeitige Ausgangsbeschränkung stellt vor allem für Familien eine Herausforderung dar. Die Caritasberatungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern möchte einem "Lagerkoller" entgegenwirken und als telefonischer Ansprechpartner fungieren. Die Beratungsstelle bietet ab dem 26. März für Familien aus Stadt und Landkreis Bamberg ein sogenanntes "Lagerkoller"-Telefon an.

Langeweile, nervige Geschwister, so wenig soziale Kontakte wie möglich. Die derzeitige Corona-Situation stellt besonders Familien vor eine wahre Zerreißprobe. Schulen und Kindertagesstätten wurden geschlossen, Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der vier Wände sind gestrichen, viele Elternteile betreiben inzwischen Homeoffice. Für die Familien bedeutet dies eine komplette Umstellung ihres Alltags.

Kein Gefühl von Ferien

Was kann man tun, um den Frust auf allen Seiten so gering wie möglich zu halten? Dieser Frage nimmt sich die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern des Caritasverbandes für die Stadt Bamberg und den Landkreis Forchheim an. Die Stellenleitung Stephanie Roth möchte mit ihrer Beratungsstelle telefonische Anlaufstelle für Familien darstellen, die in diesen Zeiten psychologische Unterstützung benötigen.

Die Idee sei das sogenannte "Lagerkoller-Telefon" mit geregelten Sprechzeiten. Eltern, aber auch Kinder und Jugendliche können dort ihre Sorgen und Nöte loswerden und gute Ideen für ihr individuelles Krisenmanagement entwickeln.

Neben diesem telefonischen Angebot habe Roth Tipps, wie man dem sogenannten Lagerkoller in seinen vier Wänden aus dem Weg gehen könne: Sie empfehle eine Mischung aus strukturiertem Tagesablauf und schönen Familienmomenten. Wichtig sei es, den Kindern nicht das Gefühl von Ferien zu vermitteln. "Die Gefahr besteht natürlich, dass die Kinder in einen Urlaubsmodus verfallen. Für kurze Zeit fühlen sich die freien Tage vielleicht gut an, langfristig kann dieser Modus jedoch unbefriedigend sein."

Von Bedeutung sei aktuell ein strukturierter Tagesablauf mit geregelten Essenszeiten, Aufsteh- und Schlafenszeiten, so Roth. Neben den Schulaufgaben der Kinder gäbe es ihrer Ansicht nach noch andere Aufgaben, die die Kinder und Jugendlichen problemlos übernehmen könnten. Ob es das gemeinsame Kochen, das Müllrausbringen oder das Aufräumen der Spielzeuge sei, Kindern eigene Aufgaben an die Hand zu geben, entzerre die Situation und könne Freude bereiten.

Man solle die schönen Momente in der Familie fördern. "In der aufgabenfreien Zeit ist genug Freiraum für gemeinsame Knobelaufgaben, Brettspiele und Dinge, die man vielleicht noch nie ausprobiert hat." Für Roth ist die Situation nicht nur Negatives: "In vielen Haushalten haben die Kinder und Jugendlichen derzeit beide Elternteile in ihrer Nähe und somit auch zwei Ansprechpartner."

Umgang mit sozialen Medien

Da vor allem für Jugendliche die Kommunikation mit Freunden von Bedeutung ist, und ein persönliches Treffen momentan nicht erlaubt ist, sei es gerade jetzt wichtig, den richtigen Umgang mit sozialen Medien innerhalb der Familie zu besprechen: "Die Eltern sollten ihre Haltung gegenüber Medien der aktuellen Situation anpassen. Gerade für Jugendliche sind soziale Kontakte sehr wichtig."

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