Neunkirchen am Brand

Felix Müller: frühe Werke der 20er Jahre

Das Museum in Neunkirchen am Brand zeigt ab 9. Februar Werke des Künstlers aus Zeiten bitterer Not.
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Felix Müller: Mutter mit Kind, Bleistift, 1925.  Foto: V. Schwab
Felix Müller: Mutter mit Kind, Bleistift, 1925. Foto: V. Schwab

Letztmalig an Mariä Lichtmess, am Sonntag, dem 2.2.2020, zeigt des Felix-Müller-Museum in Neunkirchen am Brand die Sonderausstellung "Bilder vom Winter, der Weihnacht und den Heiligen Drei Königen".

Ab Donnerstag, 9. Februar, und bis Sonntag, 26. April, zeigt das Museum eine geänderte Bilderhängung mit einer umfangreichen Auswahl seiner frühesten Arbeiten aus den 1920er Jahren. Es sind überwiegend Bleistiftzeichnungen des Künstlers, die ein Spiegelbild der damaligen Zeit sind.

Felix Müller war finanziell schlecht gestellt, es herrschte Arbeitslosigkeit, Inflation; es war die Zeit der Weltwirtschaftskrise. So spiegelt auch die rechts abgebildete Zeichnung Mutter mit Kind aus dem Jahr 1925 die Düsternis und bittere Not der Zeit. Andere Blätter sind überschrieben Alkohol bzw. Streik.

Begnadeter Porträtmaler

Bereits 1921, da ist Felix Müller gerade einmal 17 Jahre alt, entsteht seine früheste künstlerische Arbeit: eine Bleistiftzeichnung seiner Mutter. Diese kleine Skizze lässt schon erahnen, was er in späteren Jahren bis zu seinem Tod 1997 als Porträtmaler vermag. Gezeigt werden auch frühe Selbstporträts und Porträts seines bereits 1927 verstorbenen Vaters.

In diesen Jahren widmet er sich auch der Landschaftsmalerei. Das wird anhand weniger Beispiele in der Ausstellung dokumentiert.

Belegt ist das auch in einem Brief an den Freund Otto Groll in Chemnitz aus dem Dezember 1928, wenn er schreibt: "In meiner Bude ist jetzt eine solche Hundskälte, daß ganz aus ist. Die allerschönsten Eisblumen am Fenster. [...] Wenn‘s gut geht mache ich in Öl heuer ein paar Winterbilder. Freue mich schon ungemein. So ganz hingefegt wissen Sie, wie so ein Wintersturm. [...] Habe den ganzen Sommer sowieso nur ein paar Bildchen gemalt. 2 sende ich nun Ihnen. Aber gelt einrahmen und ja recht schlichte Leisten. So malt ein Bildhauer Wolken was? Sie kennen ja das Motiv Die Mühle."

Sowohl das Bild von der Mühle als auch eines der Winterbilder sind im Museumsbestand und können gezeigt werden. Ergänzend dazu auch einige der frühen bildhauerischen Arbeiten: Skulpturen aus Gips, den er damals gern verwendete, denn der Gips war billig.

Das Museum ist immer sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. An anderen Tagen der Woche ist ein Besuch der Ausstellung nach Voranmeldung unter Tel. 09134/1837 möglich. red

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