Laden...
Schorkendorf
Politik 

Feldzug für Hans Michelbach

Ursula von der Leyen geht hart mit der SPD und ihrem Kandidaten Martin Schulz ins Gericht, plädiert für eine Fortsetzung der Politik unter Angela Merkel und macht sich für Hans Michelbach als Direktkandidaten der CSU stark.
Artikel drucken Artikel einbetten
Klatschen zum Coburger Marsch (von links): Hans Michelbach, Ursula von der Leyen, Jürgen W. Heike und Birgitt Weber. Foto: Rainer Lutz
Klatschen zum Coburger Marsch (von links): Hans Michelbach, Ursula von der Leyen, Jürgen W. Heike und Birgitt Weber. Foto: Rainer Lutz
Ursula von der Leyen (CDU) ist Verteidigungsministerin. Aber sie kann auch Angriff. Beim Wahlkampfauftritt im Radlerheim Schorkendorf stellte sie das eindrucksvoll unter Beweis. Die Steilvorlage kommt vom regionalen Bundestagskandidaten Hans Michelbach (CSU). Er verspricht sich bei der Begrüßung der Kapelle, die aus Witzmannsberg kommt und sagt "Witzmannsdorf" - Raunen in den Reihen der Besucher. Ursula von der Leyen tritt ans Mikrofon. Ruhe kehrt ein. "Ich bin gerne zu Ihnen nach - Blick zu Hans Michelbach - Schorkendorf gekommen. Der Saal gehört der Ministerin.
Ursula von der Leyens Charme fesselt ihre Zuhörer sichtlich, sollte aber niemanden darüber hinweg täuschen, dass sie schwere Geschütze auf den politischen Gegner richtet. Der heißt eben auch SPD und Martin Schulz. Schlingerkurs wirft sie ihm vor. Zuerst habe die SPD ein rot-rot-grünes Bündnis ins Auge gefasst, dann aber nach Schlappen bei Landtagswahlen flott den Kurs geändert und mit der FDP geflirtet. Spitzenpolitiker der Sozialdemokraten hätten gerade zu verteidigungspolitischen Themen Beschlüsse mit gefasst, von denen sie jetzt offenbar nichts mehr wissen wollen. "Wer sich auf die SPD verlässt, der ist verlassen", resümiert die Ministerin.


Steuererhöhungen unnötig

Dass die SPD sich für Steuererhöhungen einsetzt, will von der Leyen "angesichts voller Staatskassen" nicht einleuchten. Stattdessen müsse auf Entlastung für Familien gesetzt werden, Baukindergeld möchte die Union wieder einführen, den Mittelstand stützen, der auch die Hauptlast der Ausbildung trägt. "Wir wollen wieder stärkste Kraft werden", gibt sie als Marschrichtung aus. Dazu gehöre auch, dass Hans Michelbach hier in der Region wieder die Mehrheit der Stimmen als Direktkandidat bekommt. Das sei der Beitrag, den alle im Saal leisten können.


Neue weltpolitsche Lage

Ursula von der Leyen steht zu einer Verstärkung der Bundeswehr und einem höheren Wehretat - nicht nur, weil das eine Forderung der Nato ist. Als sie ihr Amt vor vier Jahren antrat, befanden sich deutsche Soldaten im Einsatz in Afghanistan. Doch an einen Konflikt zwischen Ukraine und Russland dachte noch niemand. Der IS spielte keine Rolle. Deutsche Tornados flogen noch nicht über Syrien und die Bundeswehr bildete weder Kurden aus noch zeigte sie in Mali Präsenz. "All das musste die Bundeswehr leisten, obwohl sie stark geschrumpft ist." Angesichts dieser Anforderungen sei die jetzt anlaufende Erhöhung der Truppenstärke um 18 000 Soldaten und eine erhebliche Investition in Material und moderne Ausrüstung unumgänglich gewesen.
Die Türkei habe einen Putschversuch erlebt, sei direkt mit der Flüchtlingsproblematik betroffen und Ziel von Attentaten der PKK und des IS gewesen. Das rechtfertige jedoch nicht die Art und Weise, wie jetzt dort mit Menschenrechten sowie mit der Presse und Meinungsfreiheit umgegangen wird und schon gar nicht das Verhalten gegenüber der Bundesregierung. Die Geduld gegenüber der Erdogan-Regierung gehe langsam zu Ende.


Plädoyer für den Kandidaten

Ursula von der Leyen kann überzeugen und will das auch in Bezug auf Hans Michelbach: "Er ist Ihre Stimme in Berlin. Er braucht Ihre Stimme hier in Coburg."


Michelbach warnt vor rot-rot-grün

Hart geht auch Hans Michelbach mit der SPD ins Gericht. Seine Bilanz zur Arbeit der SPD-geführten Regierung vor dem Einzug Angela Merkels ins Kanzleramt: "Die SPD hatte das Land heruntergewirtschaftet. Rekordschulden, Rekordarbeitslosigkeit und Handlungsunfähigkeit bestimmten das Bild." Ein Zustand, der unter einer rot-rot-grünen Regierung seiner Ansicht nach auch heute wieder eintreten würde. Heute sei die große Mehrheit der Menschen in der Region mit ihrer Lebenssituation zufrieden, meint Michelbach. Gleichzeitig sei die Ordnung an vielen Stellen der Welt brüchig. Hier sei es Deutschlands Aufgabe als Stabilitätsanker zu wirken. Mit Blick auf die Ausschreitungen beim G-20-Gipfel in Hamburg betonte Hans Michelbach: "Wir wollen einen starken Staat, der sich schützend vor seine Bürgerinnen und Bürger stellt." Das Coburger Land nannte er "eine der sichersten Regionen in Europa."
Bei der Bundestagswahl bittet Michelbach erneut um das Vertrauen der Wähler im Wahlkreis Coburg/Kronach.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren