Bamberg
Aufgegabelt

Feinstaub-Funken

Michael Memmel Ja, der Anblick ist schon ganz nett. Funkenregen in allen Farben, glitzernde Sterne und wie Glühwürmchen zuckende Blitze. Das Feuerwerk zum Jahreswechsel ist für uns ein Augenschmaus, g...
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Michael Memmel Ja, der Anblick ist schon ganz nett. Funkenregen in allen Farben, glitzernde Sterne und wie Glühwürmchen zuckende Blitze. Das Feuerwerk zum Jahreswechsel ist für uns ein Augenschmaus, gerade in größeren Ortschaften.

Weniger nett ist der Anblick der Feinstaub-Fieberkurve zu Silvester. Die einzige offizielle Messstation des Umweltbundesamtes in Bamberg trägt die Bezeichnung DEBY009 und befindet sich an der Löwenbrücke und liefert selten beunruhigende Werte. Zwischen 3 und 18 Mikrogramm pro Kubikmeter pendelt der gemessene Feinstaub an dieser Stelle. Das erscheint harmlos angesichts eines allgemein gültigen Tagesgrenzwerts von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, der nicht öfter als 35 Mal im Jahr überschritten werden darf. Bedenklich hingegen der Wert, der um 1 Uhr in der Silvesternacht festgestellt wurde: 154 Mikrogramm! Das ist allerdings Pipifax im Vergleich zu anderen Städten, die es zur selben Zeit auf niedrige vierstellige Werte bringen.

Unsere Raketen und Böller machen diese Rekordmarken auf Kosten unserer Gesundheit möglich - und schaffen es deutschlandweit innerhalb weniger Stunden etwa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge zu erzeugen. Erstaunlich, dass wir das nicht nur schlucken, sondern auch noch selbst erzeugen. Warum lieben wir Silvester-Feuerwerk und rümpfen gleichzeitig die Nase über Diesel-Fahrzeuge? Wir lassen uns wohl zu einfach ablenken. Wie gut, dass nicht aus aus jedem Diesel-Auspuff lustige Funken schlagen. Sonst wären wir davon auch noch fasziniert.

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