Coburg

FC Coburg: Rosige Zeiten mit Alex Grau?

Der langjährige Spieler und Erfolgstrainer des FC Lichtenfels ist seit Montag Sportlicher Leiter bei den Vestekickern. Das Gesamtpaket mit sehr vielen reizvollen Aufgaben sei spannend und hätte ihn überzeugt. Deshalb hat der 41-jährige Bauingenieur vorerst den Trainerjob an den Nagel gehängt.
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Foto: Gunther Czepera
Foto: Gunther Czepera

Bereits im Winter verkündete Alexander Grau seinen Abschied vom FC Lichtenfels, seinem Heimatverein, dem Verein, mit dem er als Spieler und Trainer in mehr als zwei Jahrzehnten herausragende Erfolge feierte. Längst hat der 41-Jährige eine neue Herausforderung gefunden, die er seit Montag offiziell angetreten hat. Er ist ab sofort Sportlicher Leiter beim Fußball-Landesligisten FC Coburg. Im Sommer 1993 schloss sich Alexander Grau aus Untersiemau kommend dem FC Lichtenfels an. Lediglich zwei Spielzeiten agierte er als Aktiver im Coburger Land - beim TSV Scheuerfeld und zuvor beim damaligen Fusionsverein DVV Coburg. Zu dessen Nachfolgeverein zieht es ihn nun zurück, in einer für ihn neuen Position mit viel Entwicklungspotenzial.

Herr Grau, Sie sind jetzt Sportlicher Leiter beim FC Coburg. Dass Sie - zumindest vorläufig - nicht mehr als Trainer arbeiten, ist auf den ersten Blick überraschend.

Alexander Grau: Ich war zugegeben zunächst selber überrascht, ein Angebot bekommen zu haben, das nichts mit dem Trainerjob zu tun hat. Im Laufe der Gespräche mit den Verantwortlichen ist mir bewusst geworden, wie interessant und spannend diese Aufgabe werden kann. Verbunden mit der Tatsache, dass ich in Coburg arbeite und mir als Sportlicher Leiter meine Zeit ein Stück weit frei einteilen kann, habe ich mich dazu entschieden, die extrem reizvolle Aufgabe anzunehmen.

Gab es auch Anfragen als Trainer?

Die gab es. Ich habe auch Gespräche geführt und mich insbesondere mit einem Angebot ernsthaft befasst. Aus den genannten Gründen hat mich das Gesamtpaket beim FC Coburg aber am meisten angesprochen.

Wie gestaltet sich Ihr Aufgabenprofil als Sportlicher Leiter?

Da die Position im Verein bisher nicht vorhanden gewesen ist, ist das Profil bis jetzt noch gar nicht so konkret. Es war der Wunsch einiger Trainer und Spieler sowie der Vorstandschaft, dass dieser Posten geschaffen und nach Möglichkeit mit jemandem besetzt wird, der Erfahrung als Trainer hat, um einerseits als Sprachrohr der Mannschaft vor die Vorstandschaft treten zu können, im umgekehrten Fall aber auch das Bindeglied für die Vorstandschaft in der Kommunikation mit den Spielern zu sein. Natürlich setzt das eine enge Zusammenarbeit mit den Trainern voraus. An einem endgültigen Konzept werden wir stetig gemeinsam arbeiten.

Sie sprechen von Trainern in der Mehrzahl. Das beschränkt sich folglich nicht nur auf die erste Mannschaft in der Landesliga?

Nein, es ist klar definiert, dass meine Zuständigkeit explizit für

beide Herrenmannschaften gilt. Eine meiner künftigen Aufgaben ist in jedem Fall die Kaderplanung, die für die Saison 2019/20 natürlich längst abgeschlossen ist. Trotzdem bedeutet das für die Zukunft natürlich eine enge Zusammenarbeit mit Lars Scheler und seinem Co-Trainer Frederic Martin sowie Lars Müller, der künftig die zweite Mannschaft trainieren wird, oder auch mit den Verantwortlichen des NLZ und Vorstand Alexander Pietsch, der vergleichbare Aufgaben bisher stiefmütterlich begleitet hatte, weil er anderweitig eingebunden war.

Ist die neue Aufgabe für Sie der Abschied aus dem Trainergeschäft?

So möchte ich das nicht formulieren. Es gibt allerdings auch keinen Fünfjahresplan oder dergleichen in der Hinterhand. Ich habe mich jetzt ganz bewusst für die Position des Sportlichen Leiters entschieden, möchte damit aber nicht ausschließen, dass ich noch einmal auf die Trainerbank zurückkehre.

Zumindest auf sportlicher Ebene herrscht seit Jahren eine gesunde Rivalität zwischen dem FC Lichtenfels und dem FC Coburg. Bekommt Ihr Wechsel Ihrer Meinung nach dadurch ein "Gschmäckla"?

In dieser Hinsicht habe ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht, dass da was falsch ankommen könnte. Die seit Menschengedenken (lacht) natürliche Rivalität habe ich in den direkten Duellen nicht nur erlebt, sondern sogar vorgelebt. Aber da ging es immer ums rein Sportliche auf dem Fußballplatz. Bei meinem Wechsel geht es mir jetzt in der Hauptsache um die neue Aufgabe. Beim FCC sind ordentliche Strukturen da, die gleichwohl Verbesserungspotenzial bieten. Daran gemeinsam zu arbeiten und jetzt eben den Blickwinkel vom Trainer zum Funktionär zu wechseln, das wird spannend für mich. Es erweitert aber auch den eigenen Horizont und bietet Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln.

Die Fragen stellte Bernd Riemke.

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