Sulzthal

Fasten für Körper und Seele

Am Aschermittwoch begann die christliche Fastenzeit, die bis Gründonnerstag dauert. Da geht es zum einen um Verzicht etwa auf Genussmittel, aber auch darum,...
Artikel drucken Artikel einbetten
Am Aschermittwoch begann die christliche Fastenzeit, die bis Gründonnerstag dauert. Da geht es zum einen um Verzicht etwa auf Genussmittel, aber auch darum, Einstellungen und Lebensstil zu überdenken. Und das kommt ganz offensichtlich an.
Fastenwandern bietet beispielsweise Margot Gärtner beim VfR Sulzthal (Lkr. Bad Kissingen) seit einigen Jahren in der Zeit vor Ostern an und hatte heuer ganz schnell mehr Interessenten in der Gruppe, als sie eigentlich mitnehmen wollte. Die Gruppe betreibt Basen-Fasten, das heißt, sie isst drei Mal am Tag eine Kartoffel-Gemüsesuppe. Leichtverdauliches Essen, Bewegung, Natur- und Gemeinschaftserlebnis sollen Körper und Seele reinigen.


Sich Zeit nehmen

Manuela Weber von der evangelischen Kirchengemeinde Gemünden (Lkr. Main-Spessart) bietet zum ersten Mal an, eine Gruppe durch die Passionszeit zu begleiten. Zehn Frauen meldeten sich. "Ich bin positiv überrascht", sagt Manuela Weber über die Nachfrage. Die Frauen haben sich am Aschermittwoch zum ersten Mal getroffen und wollen sich meditativ ihren Zielen für die sieben Wochen nähern. Und das könne beispielsweise sein, sich Zeit zu nehmen, bewusst das Wetter zu beobachten.
Evangelische und die katholische Kirche bieten in der Zeit vor Ostern ihren Gläubigen Aktionen und Anregungen an, bei denen es einst vor allem um Verzicht ging, jetzt aber Haltungen im Mittelpunkt stehen. Beispielsweise heißt das Motto bei den Protestanten heuer "Sieben Wochen ohne . . . Enge". Gemeint ist die Enge des Herzens. Die Tipps dazu (im Internet unter: www.7wochenohne. <%TBR from="editor"%> evangelisch.de) regen an, offen und neugierig auf andere zuzugehen.


Neue Wege gehen

Die Katholische Jugendarbeit im Bistum Würzburg, die in den vergangenen Jahren Anregungen zum Kohlendioxid-Fasten gab, beteiligt sich heuer an der Misereor-BDKJ-Jugendaktion mit dem Partnerland Brasilien. Die Fasten-Tipps in diesem Rahmen (www.jugendaktion.de) wollen dazu animieren, sich Zeit zu nehmen und bewusst die Umgebung und die Welt wahrzunehmen, Neues auszuprobieren und Möglichkeiten zu suchen, sich an der Zukunftsgestaltung zu beteiligen.
Fasten bedeute die Freiheit, festgefahrene Alltagsbahnen zu verlassen und zu überlegen: "Wo will ich hin?", sagt auch Manuela Weber von der evangelischen Gemeinde in Gemünden. Und Margot Gärtner aus Sulzthal hat schon erlebt, was das bedeuten kann. "Vielen ging es nach der Fastenwanderung auch psychisch deutlich besser als vorher", sagt sie.
Sie schildert den Fall einer Teilnehmerin, die erst allein lief, während der neun Wandertage aber immer mehr Anschluss an die Gruppe suchte und am Ende erzählte, die Tour habe sie aus einem langen Tief nach einem schlimmen Schicksalsschlag geführt. Eine andere Teilnehmerin habe ihr Leben völlig geändert, das Haus verkauft und eine Ausbildung begonnen. Angelika Becker

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.