Laden...

Fast wie lebendige Wesen

Neville Tranter gilt als einer der Grüßten in der Puppentheater-Szene. Er gastierte jetzt im Vereinshaus.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zu den Besonderheiten einer Tranter-Aufführung gehört die Kunst, dass Neville Tranter hinter seinen Puppen verschwindet. Die australische Puppenspielerlegende mit Wohnsitz in Amsterdam gilt als einer der Größten der Szene. Tranter gastierte mit seinen Puppen anlässlich der Herzogenauracher Kulturtage im Vereinshaus.
Tranter führt und spricht mit jeder einzelnen von seinen Puppen, während er völlig offen vor seinem Publikum steht. In den Händen ihres Meisters verwandeln sich diese Kreaturen aus Gewebe und Schaumstoff in Wesen, die dann gewissermaßen mit einem Handstreich das Spiel an sich reißen.


Märchenhafte Geschichte

Mitgebracht hatte Tranter mit "Babylon" seine neueste märchenhafte Geschichte. Eine Gruppe von Menschen versucht in dem Stück in das gelobte Land Babylon zu reisen. Dabei versucht Gott persönlich einzugreifen, aber das wird sogar für ihn schwieriger als gedacht.
Die Geschichte beginnt an einem einsamen Strand in Nordafrika und das letzte Boot ist auf dem Weg nach Babylon. Neben den Flüchtlingen auf die ein ungeduldiger Kapitän wartet und mit dem Teufel auch das Böse selbst. Der Teufel wartet auf einen ganz bestimmten Passagier und es kündigt sich eine Tragödie an.


Ein müder Himmelsvater

Gott spielt mit, wenn auch widerwillig. Müde ist der Himmelsvater, erschöpft vom, ja, ewigen Hin und Her. So auch vom permanenten Zwist mit Satan. Der sieht ebenfalls nicht mehr so recht frisch aus, aber er weiß wie je um das Elend der Welt und lauert schon an einem Strand in Nordafrika. Von dort soll bald das letzte Boot mit Flüchtlingen ablegen. Gemeinsam mit Blinky, einem weisen Schaf, macht sich auch der Gottessohn auf, an jenem einsamen nordafrikanischen Strand an Bord zu gehen. Einige erobern sich einen Platz an Bord. Andere hingegen bleiben zurück. Der Teufel und Gott versuchen einzugreifen. Gott erweist sich dabei als ziemlich ungeschickt. Das Boot geht unter.
Eine rundum schräge Geschichte - passend zum Motto der diesjährigen und letzten Herzogenauracher Kulturtage in dieser Form.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren