Ebelsbach

Fast wie die Villa Kunterbunt

Kinder und Eltern bemalten die Ebelsbacher Schule. Als Vorbild für die Motive diente der Spanier Joan Miro.
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Schüler und Eltern rückten mit viel Farbe den grauen Mauern auf den Leib. Foto: Günther Geiling
Schüler und Eltern rückten mit viel Farbe den grauen Mauern auf den Leib. Foto: Günther Geiling

Am vergangenen schulfreien Samstag strömten Kinder und Eltern in Ebelsbach zu einer besonderen Aktion an die Schule. Was steckte wohl hinter dieser kleinen Demonstration? Die Mädchen und Jungen rückten dem grauen Beton mit viel Farbe zu Leibe, brachten die Wände zum Sprechen und wollten damit das triste Mauerwerk etwas freundlicher gestalten. Ihre Kunstwerke lachen ihnen nun schon am frühen Morgen beim Gang zur Schule entgegen. Man denkt beim Betrachten fast an die berühmte Villa Kunterbunt.

An der Grundschule in Ebelsbach waren bisher der Aufgang und die Umgebung der Tischtennisplatte von einem tristen Grau umgeben. Kinder und Lehrkräfte überlegten deswegen schon seit längerem, die Wände zu bemalen. Kein Geringerer als der Maler Joan Miro diente dabei den Kindern als Vorbild.

Einfacher Form begeistert

Er war der Sohn eines Goldschmiedes in Spanien und bekam schon in jungen Jahren Zeichenunterricht. Er wurde dann ein berühmter Künstler, dessen Werke wegen der Farbenfreude und der einfachen Form gerade Kinder besonders begeistern.

Erwachsene überlegen beim ersten Blick vielleicht: "Hm, was könnte das denn sein?" Der Künstler Joan Miro malte die Dinge nämlich nicht unbedingt so, wie sie sind, sondern prägte einen eigenen Stil.

Damit beschäftigten sich die Kinder auch im Unterricht. Der Künstler schuf Bildserien "Constellations" mit Linien, Flecken und Farbflächen und beschränkte sich auf die Farben Schwarz, Grün, Gelb, Blau und Rot. Manche Dinge wie der Stern, die rote oder gelbe Sonne und verschiedene Männchen sind dabei immer wieder zu entdecken.

Schönste Motive ausgewählt

Das alles kam den Kindern für die Malaktion entgegen, und sie gestalteten in der Schule wunderbare Entwürfe und Umrisse. Dann folgte die Auswahl der interessantesten Arbeiten, ein Konzept für die Wände entstand. Diese hatten inzwischen schon Mitarbeiter des Bauhofs mit Unterstützung von Elternbeirat und Hausmeister vorgestrichen. Lehrer übertrugen dann die Umrisse.

Alles war gespannt auf den Maltag, an dem die Kinder mit Marmeladengläsern als Farbbehältern, Malkitteln und Pinseln anrückten. Auf Tischen standen die Farben bereit, die die Firmen Hofmann aus Dippach und Sidon aus Haßfurt gesponsert hatten. Mit großer Begeisterung gingen Schüler und Eltern an die Arbeit, von der grauen Wand war immer weniger zu sehen. Am Schluss waren dann noch einige Konturenmaler am Werk, um die Figuren noch deutlicher in den Vordergrund zu rücken.

Nach getaner Arbeit war natürlich auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt, die Firma Helmreich überraschte mit einer Obstspende.

Mehrere Fligene mit einer Klappe

Mit dem Projekt wurden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Schüler hatten sich intensiv mit dem Maler Joan Miro beschäftigt und einige seiner Werke kennengelernt, wurden selbst zu "Miro-Malern" und schufen ein buntes Kunstwerk, über das sie sich selbst an jedem Schultag freuen können.

Finn hatte schon vorher Erfahrungen mit Maler Miro gemacht. "Ich war schon in Bayerisch Eisenstein bei einer Ausstellung mit Bildern von Miro." Isabella hat das Entwerfen von eigenen Bildern sehr gut gefallen. Nola hatte auch ein Bild gemalt. "Das wurde sogar ausgewählt. Ich habe es vor allem mit den Farben Rot und Gelb gestaltet, das hat schön ausgesehen."

Mia wunderte sich, wie viel Fantasie der Maler bei seinen Bildern entwickelte. Greta erging es ähnlich. Und Jakob freute sich riesig, weil sein Entwurf ausgewählt worden war. "Die Umrisse schauten aus wie bei einer Sanduhr, an der unten Beine angeschraubt sind - und der Kopf hatte nur ein Auge."

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