Haßfurt
Brauchtum

Fasching und Krapfen mit Hiffenmark gehören zusammen

Von allen Seiten schallt ein fröhliches "Helau" und fantasievoll gekleidete Gestalten ziehen durch die Straßen: Es ist Faschingszeit. Büttenreden und Gaudiwürmer mit liebevoll geschmückten Wagen gehör...
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Clownkrapfen passen aktuell in die Faschingszeit.  Fotos: pr
Clownkrapfen passen aktuell in die Faschingszeit. Fotos: pr
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Von allen Seiten schallt ein fröhliches "Helau" und fantasievoll gekleidete Gestalten ziehen durch die Straßen: Es ist Faschingszeit. Büttenreden und Gaudiwürmer mit liebevoll geschmückten Wagen gehören ebenso zum närrischen Treiben wie der traditionelle Faschingskrapfen, je nach Region wird er auch Berliner oder Kräbbel genannt.

Das Hefeteiggebäck hat eine lange Tradition. Darauf weist die Firma "Maintal Konfitüren" in Haßfurt hin. Wer die süßen Teilchen allerdings erfunden hat, ist nicht eindeutig belegt.

Schon die Römer beispielsweise kannten ein Fettgebäck, das sie Globuli (Kügelchen) nannten. Eine andere Geschichte erzählt von der Erfindung der Krapfen in Wien. Demnach hat die Bäckerin Cäcilie Krapf um das Jahr 1690 herum in ihrem Laden die allseits beliebten "Cillikugeln" hergestellt und diese schmackhaften Teigkugeln mit eingemachten Früchten gefüllt.

Aus der Schale

In Franken werden die Hefeteigkugeln traditionell mit Hagebutten-Konfitüre, dem Hiffenmark, gefüllt. Bei der Ernte im Herbst sind die wild wachsenden Früchte sonnengereift und leuchtend rot. Das Hagebuttenmark wird aus der Schale der Früchte gewonnen und anschließend schonend weiterverarbeitet, so dass daraus das samtig-weiche Hiffenmark entsteht. Besonders zur Faschingszeit sind die Krapfen der Renner.

Auch wenn viele Konfitürenliebhaber die Schätze ihres Gartens zu süßen Aufstrichen verarbeiten, wird Hagebutten-Konfitüre selten selbst hergestellt, weiß das Unternehmen in Haßfurt. Zum einen ist die Ernte eine stachelige Angelegenheit, zum anderen müssen die Hagebutten aufwendig von Kernen und Härchen befreiet werden. Rund 30 Prozent der Hagebutten-Frucht ist dabei Verlust. Aus dem übrigen Drittel wird Hagebuttemark gewonnen, das Ausgangsprodukt für Hagebutten-Konfitüre.

Auf die traditionelle Herstellung von Hagebutten-Konfitüre hat sich "Maintal Konfitüren" aus Haßfurt nach eigenen Angaben spezialisiert. Auf die Idee, Hagebutten-Konfitüre herzustellen, kam der Firmengründer Josef Müller bereits 1887. Als er 1886 einen Großhandel für Vegetabilien und Landesprodukte gründete, handelte er zunächst hauptsächlich mit Tee, Kräutern, Dörrobst und Hiffenkernen. Bereits 1887 finden sich aber in der Inventurliste zwei Eimer Hagebuttenmark. Heute, 132 Jahre später, kommt jedes zweite Glas Hagebuttenkonfitüre, das in Deutschland gekauft wird, aus Haßfurt, wie das Unternehmen weiter mitteilte. red

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