Neustadt bei Coburg

Familienwald wächst und gedeiht

Am Rottenbachteich in Wildenheid wurden - als Symbole für glückliche Momente oder zum Andenken an einen lieben Menschen - neun neue Bäume gepflanzt.
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Gärtnermeister Lothar Geuther mit seinem kleinen Patenkind Raphael, für das er ein Bäumchen pflanzte
Gärtnermeister Lothar Geuther mit seinem kleinen Patenkind Raphael, für das er ein Bäumchen pflanzte
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Der "Familienwald" in Neustadt wächst und wächst. Seit acht Jahren ist es zu einer schönen Gepflogenheit geworden, zu besonderen Anlässen (Jubiläen, Geburtstag, Hochzeit, Geburt, Trauer) einen Baum zu pflanzen.

Den ersten Baum pflanzte 2011 das Ehepaar Wittig im damals ersten Familienwald beim Paarhosenteich in der Knochswustung anlässlich seiner Gnadenhochzeit (70 Ehejahre) mit Neustadts Oberbürgermeister Frank Rebhan. Ehepaar Wittig lebt nicht mehr, doch pflegen mit diesem Baum die Kinder und Enkel ihre liebevolle Erinnerung an die Eltern und Großeltern. Inzwischen gedeihen dort 170 Bäume.

Neun neue Bäume gepflanzt

"Seit Herbst 2016 findet dieses Projekt beim Familienwald 2 hier in Wildenheid an der Walter-Flex-Straße am Rottenbachteich seine Fortsetzung", informierte Zweite Bürgermeisterin Elke Protzmann, als Freitagnachmittag neun neue Bäume das noch junge Familienwäldchen vergrößerten. Protzmann: "Ich freue mich, dass in Neustadt das Projekt ,Familienwald‘ als Fortsetzung einer alten Tradition ins Leben gerufen wurde." Mit bereits 16 gepflanzten Bäumen für verschiedene Anlässe habe Familie Uli Bieberbach für die Natur ein gutes Werk getan, dankte die Bürgermeisterin. Und auch der Verein "Der Bauchclub" sehe seinen Vereinsbaum wachsen und gedeihen.

Am Freitag machte die siebenjährige Leni aus Oberelldorf einen Ausflug nach Wildenheid. Ihre Großeltern pflanzten hier vor drei Jahren gleich das erste Bäumchen für ihren Sonnenschein Leni. "Und immer, wenn ich Oma Christine und Opa Peter besuche, gehe ich zu meinem Baum hin und schaue nach", sagte das kleine Mädchen mächtig stolz. "Ich habe vor sechs Wochen ein richtiges Baby zum Spielen bekommen, meine Cousine Linda. Und heute haben Oma und Opa auch für Linda einen schönen Baum gepflanzt", freute sich Leni.

Hochzeitsbaum als Liebessymbol

Das Brautpaar Bauer hat sich jetzt seinen Hochzeitsbaum, einen Bergahorn, gepflanzt. "Der soll wachsen und gedeihen wie unsere Liebe auch. Wir haben am 9.9.2019 geheiratet", erzählte die Braut. "Ich finde diese Idee sehr schön. Da haben dann auch die Kinder etwas davon."

"Petra, Elena, Sabine & Wolfgang - Was bleibt, wenn alles Vergängliche geht, ist die Liebe. 1966 - 2019". Diese kleine Tafel schmückt eine Traubenkirsche, die enge Freunde jetzt in liebevoller Erinnerung pflanzten. "Wir haben heute diesen Baum für eine liebe Freundin gepflanzt, die wir viel zu früh verloren haben. Und wir haben die Traubenkirsche wegen ihrer schönen Blüten im Frühjahr genommen. Da sind wir von Frau Höhn vom Bauhof sehr gut beraten worden", sagte Petra Engelhardt.

Damit die Pflanzaktion zügig erfolgen konnte, habe das Bauhofteam mit Gärtnermeister Lothar Geuther enorme Vorarbeit für die Pflanzung geleistet, sagte Elke Protzmann. Zudem erinnerte die Bürgermeisterin daran, dass der Bauhof Baumwünsche entgegennehme und die Pflanzungen organisiere. Gepflanzt werde einmal im Herbst.

Noch genügend Raum vorhanden

Für dieses Areal standen Erle, Linde, Hainbuche, Bergahorn, Ulme, Traubenkirsche, Sumpfeiche und Stieleiche zur Auswahl. "Das sind lauter standortgetreue Baumarten, die auch in unsere Landschaft passen", fügte Protzmann hinzu. "Und es ist hier auch noch genügend Raum vorhanden, neue Bäume einzusetzen." Das machte dann auch gleich Gärtnermeister Geuther für sein acht Monate altes Patenkind Raphael.

Mit dem "Familienwald" werden gleich mehrere Ziele erreicht: Zum einen soll Kindern, Familien und anderen Menschen die Natur nahegebracht und erlebbar gemacht werden. Die Pflanzaktionen sind gleichzeitig ein Beitrag für die Umwelt. Zum anderen bietet dieses Projekt Braut- und Jubelpaaren, Tauf- und Geburtstagskindern oder auch Konfirmanden und Kommunionkindern die Gelegenheit, eine nachhaltige Erinnerung in Form eines lebendigen Baumes zu haben.

"Es kann auch ein Symbol für glückliche Momente sein, aber auch zum Andenken an einen lieben Menschen ein Zeichen setzen", merkte Elke Protzmann an. "Und somit entsteht auch eine Begegnungsstätte für Generationen, die auch zu einer starken Identifizierung mit unserer schönen Stadt Neustadt, mit der Heimat, beiträgt."

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