Das Bündnis "Gemeinde Trebgast" wurde als Anwärter für den "Deutschen Kita-Preis 2018" nominiert. Wir sprachen darüber mit Bürgermeister Werner Diersch.

Wie kam es zu der Bewerbung?
Werner Diersch: Im Frühjahr wurde ich auf den Wettbewerb aufmerksam, bei dem 2018 im Rahmen des "Deutschen Kita-Preises" das "Lokale Bündnis des Jahres" gekürt werden soll. Ende Juni habe ich die dafür notwendigen Bewerbungsunterlagen eingereicht. Ich bin natürlich froh, dass wir aus 200 Bewerbern als einzige Gemeinde aus Bayern für die Endausscheidung ausgewählt wurden.

Welche Kriterien zählten bei der Beurteilung der Bewerbung?
Eine wichtige Anforderung war die Orientierung auf das Kind und den Sozialraum. Wie werden Kinder unterstützt, in den Mittelpunkt gestellt? Was tun wir, um allen Kindern Zugang zu Bildung zu ermöglichen? Wir haben uns 2008 nach einem Kindergipfel mit den Eltern zum Ziel gesetzt, ein verlässliches und sicheres Angebot für Familien und Kinder zu schaffen, um
unseren Ort für junge Familien attraktiv zu gestalten. Wir haben erkannt, dass es in einer Gemeinde unserer Größe effektiver ist, die lokale Struktur im Bereich der frühkindlichen Erziehung und Bildung zusammenzuführen. Der ehemalige zweigruppige Kindergarten war nicht überlebensfähig. Mittlerweile sind wir da gut aufgestellt. Durch die "Ausdehnung" des Angebotes mit einem Kinderhort und dem Neubau der Krippe wurde die heute attraktive Außenwirkung erreicht. Das Wichtigste ist die örtliche und organisatorische Nähe der Einrichtungen. Ein identischer Schulweg von ein bis zehn Jahren schafft Sicherheit.

Welche Punkte waren für das Auswahlverfahren noch wichtig?
Abgefragt wurde die Partizipation, wie bedeutsam ist die Gestaltung und Mitwirkung von Kindern, Eltern und Mitarbeitern am lokalen Bündnis. Wir achten darauf, dass die Interessen der Kinder und Familien im Fokus unseres Handelns stehen. Bei uns sichern Gemeinde und Kirche das bauliche, ortsplanerische und organisatorische Gerüst. Elternvertreter, Ehrenamtliche und Vereine bringen ihre Kompetenz, Impulse und Aktivitäten mit ein. Das alles fließt in unsere kommunalen Entscheidungen mit ein, zum Beispiel bei der Errichtung der Infrastruktur. In vielen Vereinen führte das zur Etablierung von Kinder- und Jugendgruppen.

Ist die Qualität des Bündnisses messbar?
Das alles zusammen ist ein laufender Lernprozess. Uns ist es wichtig, dass die Akteure auf Augenhöhe miteinander sprechen. Absolute Messlatte ist die Zufriedenheit der Familien. Ein Spiegel unserer Arbeit ist auch der Wohnungs- und Häusermarkt.

Das Gespräch führte unser Mitarbeiter Dieter Hübner.