Herzogenaurach

Falscher Ort für Atlantis-Debatte

Nicht der Stadtrat, sondern der Aufsichtsrat der Herzo Bäder solle sich mit dem Antrag der Grünen bezüglich einer Prüfung der Preise im Freizeitbad befassen. Der Stadtrat sei nur für Grundsätzliches zuständig, sagte Bürgermeister Hacker.
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Drei Rutschen gehören zu den Attraktionen des Freizeitbades Atlantis.  Foto: Bernhard Panzer
Drei Rutschen gehören zu den Attraktionen des Freizeitbades Atlantis. Foto: Bernhard Panzer

Bernhard Panzer Für einen kurzen Augenblick , so schien es, grübelte Peter Simon in der Stadtratssitzung am Mittwochabend, was denn der Bürgermeister unter "Fragen von grundsätzlicher Bedeutung" verstehen möge. Immerhin betrachtete der Stadtrat der Grünen den Antrag seiner Fraktion durchaus als grundlegend. Denn in der Öffentlichkeit habe man eine sehr hohe Resonanz gefunden, sagte er.

Die Grünen hatten den Antrag gestellt, dass im Freizeitbad Atlantis die Badezeiten und die Preise überprüft werden sollten. Nach Meinung der Fraktion ist das Atlantis nämlich zu teuer und in seinen Zeiten auch zu unflexibel. Deshalb wurde dreierlei beantragt: Der Tagestarif solle doch günstiger gemacht werden, vor allem für die Familien; die Schwimmer sollten einen eigenen Tarif bekommen und mindestens eineinhalb statt nur eine Stunde Zeit haben; Kinder bis 14 Jahren sollten freien Eintritt bekommen.

Nicht das teuerste

Bürgermeister German Hacker (SPD) mochte im Stadtrat hierzu keine Diskussion entfachen. "Preisdebatten gehören nicht hierher", sagte er. Hierfür seien die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat der Herzo Bäder und Verkehrs GmbH zuständig. Man befinde sich auf einem Markt, merkte Hacker weiter an. Auch sei das Atlantis nicht das teuerste Bad in Franken. "Wir befinden uns in Konkurrenz. Jedes Bad hat seinen Charakter".

Deshalb appellierte der Bürgermeister an eine Verschiebung des Antrags an den Aufsichtsrat. Zuvor hatte Hacker noch angemerkt, dass Bäderleiter Patrick Geiger bezüglich der Schwimmer ja schon "gute und wichtige Schritte" in die Wege geleitet habe. Aber auch das sei im Aufsichtsrat besprochen worden.

Damit zeigte sich Simon auch einverstanden. Allerdings wünschte er, dass hinterher öffentlich und ausführlich darüber berichtet werden möge. Das wiederum mochte Hacker nicht zusichern. Eine Debatte aus dem Aufsichtsrat in der Öffentlichkeit wiederzugeben, das wäre eher schädlich. Dem Stadtrat als Gremium sollten wie bisher nur Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für die Herzo Bäder- und Verkehrs GmbH vorbehalten sein.

Frage der Sportlichkeit

Als Retta Müller-Schimmel noch Grundlegendes loswerden wollte und darauf hinwies, dass möglichst viele Herzogenauracher finanziell die Möglichkeit haben sollten, das Bad zu nutzen, und dass viele Kinder schon gar nicht mehr schwimmen können, wurde sie vom Bürgermeister unterbrochen. Es sei eine Frage der Sportlichkeit, wie lange einzelne Räte denn reden müssten, meinte er. Andere seien da einfach still. Nachdem entschieden sei, dass der Aufsichtstart sich des Themas annehme, brauche es jetzt auch keine Statements mehr.

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