Herzogenaurach

Fairness schmeckt richtig süß

Im Rahmen einer offiziellen Einweihung wurde ein Süßigkeitenspender an der Realschule in Herzogenaurach in Betrieb genommen. Das Gerät, das ohne Strom auskommt, beinhaltet nur fair gehandelte Produkte.
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Am Anfang ungewohnt, doch dann war nach kurzer Einweisung alles klar und der Automat spuckte nach entsprechender Bezahlung das aus, was man wollte. Fotos: Thorsten Schötz
Am Anfang ungewohnt, doch dann war nach kurzer Einweisung alles klar und der Automat spuckte nach entsprechender Bezahlung das aus, was man wollte. Fotos: Thorsten Schötz
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Die Realschule ist um eine süße Attraktion reicher: einen Fair-o-mat. Schulleiter Uli Langer, Schüler sowie die beiden Lehrerinnen Martina Wershofen und Christiane Braun nahmen den Automaten jetzt in Betrieb. Darauf verweist eine Pressemitteilung aus der Schule.

Der Initiative der beiden Lehrkräfte sei es zu verdanken, schreibt "Schul-Pressesprecher" Markus Bedruna, dass sich die Schülerinnen und Schüler der Realschule künftig mit Süßigkeiten stärken können. Diese sollen ja bekanntlich die Nerven beruhigen, in diesem Fall aber auch das Gewissen. Denn die Befüllung des klimafreundlichen Geräts, das ohne Strom auskommt, erfolgt ausschließlich über fair gehandelte Produkte, die außerdem zum Teil natürlich gesüßt sind oder aus biologischem Anbau stammen.

"Ein finanzieller Gewinn für die Schule ist damit nicht verbunden. Der Automat funktioniert quasi wie eine Außenstelle des Eine-Welt-Ladens in Fürth", erklärte Christiane Braun. Der Kontakt zu dem Laden war im Rahmen einer Recherche der Schülerzeitung hergestellt worden und so wurde die Idee des Automaten geboren, die bei der Schulleitung auf offene Ohren stieß.

Teurer, aber fair

Angst vor übermäßigem Süßigkeitenkonsum sei unbegründet, berichtet Bedruna. Da es sich um fair gehandelte Produkte handelt, kosten die Naschereien auch bis zum Doppelten eines vergleichbaren Artikels aus dem Supermarkt. Gleichzeitig wäre es freilich auch wünschenswert, wenn beim Verzehr der Schokolade, der Mango-Fruchtgummis oder Bananenchips ins Bewusstsein rückt, dass für die Herstellung Menschen hart gearbeitet haben, denen es nicht so gut geht wie Arbeitern in den Industrienationen. Der Erwerb fair gehandelter Produkte soll zu einer angemessenen Bezahlung beitragen - ein Thema, das leider noch nicht an Aktualität verloren hat und in verschiedenen Schulfächern seinen Platz findet.

Der Einweihung folgte die Einweisung. Der Fair-o-mat ist nämlich durchaus nicht ganz einfach zu bedienen. Das Geld muss am gewählten Fach in größeren Münzen abgezählt sein, gleichzeitig eingeworfen und hinterher nach hinten gedreht werden, sonst kommt nicht die Süßigkeit raus, sondern wieder das eigene Geld.

Doch schon kurz nach der Inbetriebnahme hatten sich offenbar genügend Schüler mit der neuen Versorgungsstation vertraut gemacht, zumindest waren einige Fächer schon komplett geplündert. Die Versorgung mit Nachschub übernimmt nicht der Eine-Welt-Laden, sondern diese Aufgabe wurde von den Lehrerinnen in die Hände der Schüler gelegt. Ein Team von Freiwilligen ist dafür verantwortlich, dass der Automat stets gut gefüllt ist und das vorläufige Starter-Sortiment künftig auf die Nachfrage abgestimmt wird.

Außerdem stehen die Schüler in den nächsten Tagen ihren stressgeplagten Kameraden auf der Suche nach Nervennahrung mit Rat und Tat zur Seite, um den Mechanismus zu erklären. Somit kommt bei dieser Neuanschaffung auch der soziale Aspekt nicht zu kurz.

Zusammenfassend berichtet Bedruna, dass der Fair-o-mat einen Gewinn für Körper, Geist und Seele darstellt und somit hervorragend in das Programm der Realschule passe. red

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