Lichtenfels
Versteigerung

Fahrräder, Regenschirme und eine Uhr bringen 677 Euro für die Stiftung

Ein Fahrrad der Marke Cube war das teuerste Stück, das diesmal bei der Fundsachenversteigerung der Stadt Lichtenfels einen neuen Besitzer fand. Regenschirme, Kleidungsstücke und Fahrräder: Es sind Geg...
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Auch einen Geldbeutel versuchte Auktionator Mischa Fuß bei der Fundsachenversteigerung an den Mann oder die Frau zu bringen. Foto: C. Tübel
Auch einen Geldbeutel versuchte Auktionator Mischa Fuß bei der Fundsachenversteigerung an den Mann oder die Frau zu bringen. Foto: C. Tübel

Ein Fahrrad der Marke Cube war das teuerste Stück, das diesmal bei der Fundsachenversteigerung der Stadt Lichtenfels einen neuen Besitzer fand. Regenschirme, Kleidungsstücke und Fahrräder: Es sind Gegenstände, die irgendjemand einmal in Einrichtungen im Gebiet der Stadt Lichtenfels wie der Stadthalle oder dem Merania Schwimmbad vergessen hat. Nicht zum ersten Mal sind solche Kern der Fundsachenversteigerung der Stadt Lichtenfels.

Schon vor Beginn der Veranstaltung um 13 Uhr tummeln sich viele Interessierte an den Tischen mit Pullovern, Badeanzügen und Schmuck. Die Fundstücke werden ein halbes Jahr aufbewahrt, so will es das Gesetz. Anschließend wird öffentlich angekündigt, dass bald eine Versteigerung der Dinge stattfinde, womit die Besitzern nochmals die Chance haben, ihre verlorenen Dinge abzuholen. Erst nach etwa eineinhalb Jahren gelangen die nicht abgeholten Stücke dann zur Versteigerung auf dem Marktplatz.

Mischa Fuß begrüßt sein anfangs rund 40 Leute fassendes Publikum bei rund 30 Grad Celsius vor dem Rathaus. "Es gibt keine Garantie, es wird gekauft wie gesehen und es wird bar bezahlt", erklärt er. Mehr Regeln gibt es nicht. Das ist auch nicht nötig, denn die Stimmung ist persönlich und familiär.

Der erste Gegenstand, ein Regenschirm, findet für 50 Cent einen neuen Besitzer, ein Jäckchen geht für einen Euro an eine ältere Dame. Eine Uhr der Marke Casio mit Lederarmband bringt dagegen schon sechs Euro ein: "Ich weiß noch nicht, was ich damit mache", gibt der Käufer aus Michelau zu. Ein Ring 585er Prägung geht an einen schicken Herrn, der vielleicht gerade Mittagspause macht. Nach rund 15 Minuten bringt jemand das "Schmuckstück des Tages" nach vorne: Ein Fahrrad der Marke Cube, das einst wohl einen vierstelligen Kaufpreis hatte - doch es wurde, wie so viele Teile hier - einfach vergessen. Es geht nach vielen Geboten für 170 Euro an einen Oberwallenstadter.

Auch andere Räder sind begehrt, manche gibt es im Set: Drei Fahrräder gehen zusammen für 120 Euro nach Coburg. Eine Lichtenfelserin bietet 14 Euro für eine Angel und erhält den Zuschlag: "Wir verkaufen die Angel auf dem Flohmarkt wieder. Vielleicht probieren wir sie vorher einmal aus, aber wir haben ja keinen Angelschein." Ob sie gezielt danach gesucht habe? "Nein, wir wussten ja nicht, was es heute alles gibt", meint sie und kehrt zurück auf ihren Platz im benachbarten Café.

Die Stimmung ist familiär, viele Bieter kennen sich. "Na, auch wieder da?", gehen die Rufe durch die Reihen. Auch Willibald Plendel aus Lichtenfels gehört zum "alten Eisen" der Bieter: "Heute suche ich Schmuck für die Kleinen, für meine Enkel. Es könnte eine Kette werden, oder ein Ring oder ein Amulett. Da bin ich völlig offen." Am Ende geht er zufrieden mit mehreren Stücken nach Hause.

Die Fundsachenversteigerung bringt insgesamt 677 Euro ein. Der Erlös kommt der Stiftung Lichtenfels zugute.

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