Pottenstein

Fachwissen über die Fränkische

Viel Lob gab es bei der Buchvorstellung in Pottenstein für das wissenschaftliche Werk "Die Fränkische Schweiz". 38 Autoren haben mitgewirkt am 81. Band der Buchreihe "Landschaften in Deutschland".
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Pottenstein im Herbst  Foto: Thomas Bernard
Pottenstein im Herbst Foto: Thomas Bernard
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Bücher über die Fränkische Schweiz gibt es viele, jedoch noch keines wie dieses, das aus länderkundlicher Sicht und wissenschaftlicher Betrachtungsweise erstmals ein umfassendes Bild der Ferienregion zeichnet. Bei der Buchvorstellung im voll besetzten Bürgerhaus in Pottenstein gab es Lob von allen Seiten für den 81. Band der Buchreihe "Landschaften in Deutschland" mit dem Titel "Die Fränkische Schweiz".

Dass es nun dieses umfassende Werk in Verbindung mit einem vertiefenden Online-Auftritt über die Fränkische Schweiz gibt, ist vor allem Professor Herbert Popp, Lehrstuhlinhaber für Stadtgeografie und Geografie des ländlichen Raumes der Universität Bayreuth, zu verdanken.

Zwei Leipziger Institutionen - das Leibniz-Institut für Länderkunde sowie die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig - sind Herausgeber für eine Schriftenreihe zu verschiedenen Regionen in Deutschland. Für den Pottensteiner Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU/UWV) war es eine große Ehre, dass dieses wissenschaftliche Werk über die Fränkische Schweiz, an dem 38 Autoren mitgewirkt haben, in Pottenstein vorgestellt wurde. Frühbeißer sprach von einer geballten Kraft von Wissenschaftlern.

Artikel von Thomas Bernard

Einer der Autoren ist der Pottensteiner Tourismusbüroleiter Thomas Bernard, der Artikel über den Motorradtourismus, das Wanderwegenetz, die Geschichte der Tourismuswerbung der Stadt Pottenstein, die heilige Elisabeth und den zwiespältigen Trend des Biertourismus beigetragen hat. Laut Bernhard war das fast schon eine Doktorarbeit. Toni Eckert, Kulturmanager des Landkreises Forchheim, widmet sich in dem Buch seinem großen Hobby, dem Fliegenfischen, und im Online-Auftritt den Burgen. Auch die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz war voll des Lobes und bezeichnete die Fränkische Schweiz als Erfolgsgeschichte, auch wenn diese noch nie eine kommunale Einheit gewesen sei und keiner so recht wisse, wo die Fränkische Schweiz anfängt und aufhört.

Für Ulm ein "Meilenstein"

Professor Popp bezeichnete Piwernetz als "Vater des Erfolgs", dem es gelungen sei, das Leibniz-Institut dafür zu begeistern. "Das Buch ist nicht nur unterhaltsam, sondern vor allem ein wissenschaftliches Werk, auf das Forscher aufbauen können", sagte die Regierungspräsidentin. Für den Forchheimer Landrat Hermann Ulm (CSU), der in dem Buch einen Artikel über sein Heimatdorf Kunreuth geschrieben hat, ist es ein "stolzes Werk, das gut in der Hand liegt. Es ist ein Meilenstein für die wissenschaftlich fundierte Fränkische Schweiz." Ulm ist besonders vom Bearbeitungsgebiet, das die Autoren zugrunde gelegt haben, angetan.

Der Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Professor Hans Wiesmeth, sprach von einer interessanten "deutsch-deutschen Premiere", ist es doch das erste Buch dieser Schriftenreihe, das ein rein westdeutsches Gebiet zur Grundlage hat. Wiesmeth, der aus der Oberpfalz stammt, kennt Pottenstein schon als Kind, als er in den 1960er Jahren hier in der Jugendherberge war. "Es ist spannend zu sehen, wie sich eine Landschaft im Laufe der Zeit verändert hat", meinte Wismeth.

Der Direktor des Leibniz-Instituts für Länderkunde, Professor Sebastian Lentz, betonte, dass sein Institut exzellente Grundlagenforschung betreiben müsse. In diesem nun vorliegenden Band über die Fränkische Schweiz hätten nun Wissenschaftler aus der Region über die Region geforscht. Dadurch sei das Wissen wieder in der Region angekommen. Lentz rief zu einem weiteren Dialog mit den Lesern des Buchs auf, das in unglaublich kurzer Zeit termingerecht fertiggestellt wurde.

Als moderne Landeskunde gestaltet, bietet der Band mehr als die Reiseführer und Touristikbroschüren. Besonders bedeutende Aspekte werden in Themenkästen herausgestellt und die wichtigsten Lokalitäten charakterisiert. Im zweiten Teil des Buchs sind mehr als 170 Orte in Form von Kurzsteckbriefen beschrieben.

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