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Fachtag Integration: großes Engagement in einer Gesellschaft in bewegten Zeiten

Auch dieses Jahr trafen sich Haupt- und Ehrenamtliche zum Erfahrungsaustausch in der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (GFI) in Forchheim. Der Integrationstag, organisier...
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Auf dem Fachtag der Integration in Forchheim  Foto: Jana Roppelt
Auf dem Fachtag der Integration in Forchheim Foto: Jana Roppelt

Auch dieses Jahr trafen sich Haupt- und Ehrenamtliche zum Erfahrungsaustausch in der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (GFI) in Forchheim. Der Integrationstag, organisiert durch den Verein Ratio, die GFI sowie das Bürgerzentrum-Mehrgenerationenhaus, stand unter dem Thema "Gesellschaft in bewegten Zeiten".

Um das Thema den Besuchern so nah wie möglich zu bringen, erzählten vier Forchheimer aus verschiedenen Lebensbereichen von ihren Erlebnissen bezüglich der Integration in die fränkische Heimatstadt Forchheim. Zuvor stellte Bianca Bohrer vom Bildungszentrum BFZ Bamberg Ein- und Auswanderungsbewegungen in der deutschen Geschichte vor. Die 23 Teilnehmer erfuhren dabei nicht nur etwas über die Motive der Migranten, sondern auch den Umgang mit Migration und Migranten im Aufnahmeland.

F. Hoefeler-Plechaty vom Jobcenter Forchheim erzählte von den Problemen, welche vor allem 2015, als viele Flüchtlinge nach Forchheim kamen, auftraten. Das Jobcenter war oftmals erste Anlaufstelle, weshalb vor allem die sprachlichen Barrieren mithilfe eines Dolmetschers überwunden werden mussten. Auch heute seien die Sprachkenntnisse der Beteiligten oft noch nicht in dem Umfang vorhanden, dass eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt gelingen könne. Häufig werde der Sprachkurs zwar mit einem B-1-Niveau abgeschlossen, doch dies sei für eine berufliche Ausbildung nicht ausreichend. Hoefeler-Plechaty erwähnte auch positive Entwicklungen. Durch das bessere Sprachniveau könnten nun Ängste und Sorgen leichter geäußert und gemeinsame Möglichkeiten zur Verbesserung erarbeitet werden.

Donata Kaman berichtete von ihren Erfahrungen als Seminarleitung in den Integrationskursen des BFZ Forchheim. Während die Kurse zu Beginn häufig überfüllt gewesen seien, hätten die Teilnehmer nun klare Ziele vor Augen und zeigten während des Sprachkurses viel Engagement. So wollten mittlerweile vor allem auch Frauen mit Kindern ihre deutsche Sprache verbessern. Die bessere gesellschaftliche Teilhabe solle laut Kaman in der Zukunft durch die Festigung und bessere Anwendung der Sprache erreicht werden. Stephanie Kaufmann von der Arbeiterwohlfahrt Forchheim stellte einige Projekte vor. So gibt es beispielsweise seit Anfang Oktober das Projekt "Mutter und Kind in Forchheim". Dort können geflüchtete Mütter ihre Kinder mitbringen. Während die Kinder spielen, können sich Mütter in Sprachkursen verbessern und in einer Sprechstunde Probleme besprechen.

Zum Schluss berichtete Gemeindepfarrer Christian Muschler vom Schulgottesdienst an der Adalbert-Stifter-Schule. Da diese Schule von vielen Muslimen besucht wird, stellte man fest, dass der ökumenische Gottesdienst nicht von diesen besucht wird. In Kooperation mit der Moscheegemeinde und dem muslimischen Religionslehrer wurde der Gottesdienst deshalb umgestaltet und wird nun sowohl am Anfang als auch am Ende des Schuljahres multireligiös abgehalten. Insgesamt zeigen diese Beispiele das große gesellschaftliche Engagement in Forchheim auf. red