Coburg
Vollversammlung

Fachkräftesicherung im Fokus der IHK zu Coburg

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Coburg hat in ihrer Sitzung verschiedene aktuelle Themen erörtert und den Wirtschaftsplan 2019 verabschiedet. Als Interessenvertreter der gewerb...
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Ralph Solveen Foto: privat
Ralph Solveen Foto: privat

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Coburg hat in ihrer Sitzung verschiedene aktuelle Themen erörtert und den Wirtschaftsplan 2019 verabschiedet. Als Interessenvertreter der gewerblichen Wirtschaft wird die IHK verschiedene neue Projekte starten, um die Unternehmen bei der Fachkräftesicherung noch mehr zu unterstützen, als dies bisher schon an der Tagesordnung ist.

Eines dieser Projekte ist das staatlich geförderte Programm "Unternehmenswert Mensch". Es bietet Hilfestellung für den Mittelstand bei der Entwicklung zukunftsgerechter und mitarbeiterorientierter Personalstrategien. Die IHK erarbeitet dabei gemeinsam mit Unternehmensführung und Beschäftigten maßgeschneiderte Konzepte für eine erfolgreiche Personalpolitik und begleitet die Unternehmen bei der Umsetzung.

Des Weiteren berät die Kammer Arbeitgeber wie Arbeitnehmer über Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung. Hier wird das Weiterbildungszentrum aufgrund der hohen Nachfrage sogar ausgebaut. Ebenso erfolgreich ist die Arbeit des "Kompetenzzentrums für Maschinen-Anlagenbau und Automotive" und wird fortgeführt. Dies soll auch Modellcharakter für andere Branchen haben.

Als viertes Projekt verabschiedete die IHK zu Coburg die "Resolution zur Verbesserung des Breitbandausbaus im Wirtschaftsraum Coburg". Inzwischen ist zwar in fast allen Haushalten in der Stadt Coburg und des Landkreises schnelles Internet verfügbar, doch für Belange der Wirtschaft ist der bisherige Ausbaugrad bei weitem noch nicht ausreichend. Dringend notwendig ist der flächendeckende und glasfaserbasierte Breitbandausbau.

Unternehmenssteuer muss runter

Im Anschluss fand ein wirtschaftspolitisches Gespräch mit dem Ökonomen und Analysten der Commerzbank, Ralph Solveen, statt. IHK-Präsident Friedrich Herdan ging eingangs auf die herausragende Wirtschaftskraft Coburgs ein, verwies aber auch auf zunehmende Unsicherheiten bei Einschätzung der Zukunftsperspektiven. Als Beispiele nannte er unter anderem den Brexit oder den immer schwieriger zu deckenden Fachkräftebedarf.

Ebenso notwendig sei die Senkung der Unternehmenssteuern: Nachdem mehrere Staaten ihre Steuersätze gesenkt haben und weitere dies planen, stehe zu befürchten, dass Deutschland bald das Land mit der höchsten Steuerbelastung in der OECD sei. "Wenn die Politik hier nicht tätig wird, wirkt sich das mit Sicherheit auf Investitions- und Standort-Entscheidungen der Unternehmen aus. Es gilt, wirtschaftsfreundliche Maßnahmen zu ergreifen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu erhalten", so Herdan abschließend.

Solveen erörterte in seiner Rede die konjunkturelle Lage und Entwicklung. Es gebe Warnsignale, die Stimmung in der Industrie habe sich deutlich verschlechtert. Fürs kommende Jahr rechnet Solveen mit einem Anziehen der Konjunktur, sein Optimismus gründet sich unter anderem auf die Geldpolitik der EZB und Erwartung weiterhin niedriger Zinsen.

Die Handelspolitik von US-Präsident Trump bezeichnete der Referent wenn auch sprunghaft so doch, von uns unterschätzt, als wirkungsvoll. Immerhin sei aber ein weiterer Anstieg der Schutzzölle zunächst gebremst.

Die größten Konjunkturrisiken sieht er jedoch im EU-Raum selbst begründet. Beim Konflikt zwischen EU und Italien um die Haushaltspläne sei "eine weitere Eskalationsspirale zu befürchten". Und mit Blick auf den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs zeigte sich Solveen überzeugt: "Auch wenn kein Deal zustande kommt, einen harten Brexit wird es nicht geben." red



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