Bad Kissingen
Forum

Experten diskutieren über Alters- und demenzsensible Architektur

Viele Menschen wünschen sich ein Wohnumfeld, das es ihnen ermöglicht, auch bei eingeschränkter Mobilität oder nachlassenden kognitiven bzw. sensitiven Fähigkeiten in ihrer gewohnten Umgebung zu leben....
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Viele Menschen wünschen sich ein Wohnumfeld, das es ihnen ermöglicht, auch bei eingeschränkter Mobilität oder nachlassenden kognitiven bzw. sensitiven Fähigkeiten in ihrer gewohnten Umgebung zu leben. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Erkrankung oder der normale Alterungsprozess dazu führen, dass sich das bauliche Umfeld den Bedürfnissen seiner Bewohner anpassen muss. Bauliche Maßnahmen und technische Assistenzsysteme können dazu beitragen, lange in den eigenen vier Wänden zu bleiben.

Fachleute, die an der Gestaltung des Wohnumfeldes für ältere oder pflegebedürftige Menschen beteiligt sind, hatten nun die Möglichkeit, sich über die aktuellen Entwicklungen in dem Bereich zu informieren. Dazu hatte die Regionalentwicklung des Landkreises Bad Kissingen in den Großen Sitzungssaal geladen. Dort fand mit großem Erfolg das Fachforum "Alters- und demenzsensible Architektur" statt. Über fünfzig Teilnehmer aus der Baubranche, der Pflege und der Beratung hatten sich eingefunden. Architekten waren ebenso darunter wie Seniorenbeauftragte, ambulante Dienste, stationäre Einrichtungen und Baufirmen.

"Die Menschen in unserem Landkreis werden älter und sie leben länger. Das bedeutet auch eine steigende Nachfrage nach entsprechend angepasstem Wohnraum", so Landrat Thomas Bold. "Um die Bürger bei diesem Thema zu unterstützen, haben wir bereits wichtige Schritte unternommen: zum Beispiel mit unserem neuen Angebot einer Wohnberatung, die kostenfrei und individuell berät. Weiterhin möchten wir aber auch durch Fachforen Informationen an die Baubranche und Sozialdienstleister im Landkreis weitergeben und das Thema weiter in die Öffentlichkeit bringen."

Die Experten gingen im Fachforum auf die einzelnen Themenfelder ein: Dr. Birgit Dietz etwa von der Technischen Universität München. Sie gab einen Überblick über die Anforderungen an demenz- und alterssensible Raumgestaltung. Das Zentrum für Telemedizin informierte über die neuesten Entwicklungen bei technischen Assistenzsystemen. Und die HWK Unterfranken informierte über ihr neues Zertifizierungsangebot "Fachbetrieb für barrierefreies Bauen - Markenzeichen generationenfreundlicher Betrieb". In der Vernetzungspause konnten die Teilnehmer mit Hilfe spezieller Brillen, die etwa die Netzhautdegeneration oder den Grauen Star nachstellen, das Alter simulieren. Insgesamt zeigte sich das Regionalmanagement mit dem Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden. "Aufgabe der Regionalentwicklung für den Landkreis Bad Kissingen ist es, auf die Bedürfnisse der Menschen im Landkreis mit neuen Veranstaltungsformaten, der Entwicklung von innovativen Informationsmaterialien und einer sinnvollen Vernetzung zu reagieren. Dieses Forum war ein Angebot dafür. Es ist umso schöner, dass so viele Architekten und Vertreter der Bau- und Pflegebranche trotz knapper Zeit zu uns gekommen sind und sich informiert haben", schloss Antje Rink vom Projektmanagement "Generation V-Z", die das Forum organisiert hatte. Man werde am Thema dranbleiben und auch im kommenden Jahr eine Veranstaltung anbieten. red

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