Bamberg
Interview

Ex-Bamberger Johannes Thiemann: Stehen lassen darf man mich nicht

Sechs Jahre verbrachte Johannes Thiemann in Bamberg, wurde 2012 mit dem TSV Breitengüßbach deutscher Meister der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL), stieg mit Baunach 2013 von der dritten (ProB) i...
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Johannes Thiemann (Mitte) ist inzwischen auch in der Nationalmannschaft zu einer festen Größe geworden. Foto: Angelos Tzortzinis/dpa
Johannes Thiemann (Mitte) ist inzwischen auch in der Nationalmannschaft zu einer festen Größe geworden. Foto: Angelos Tzortzinis/dpa

Sechs Jahre verbrachte Johannes Thiemann in Bamberg, wurde 2012 mit dem TSV Breitengüßbach deutscher Meister der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL), stieg mit Baunach 2013 von der dritten (ProB) in die zweite Liga (ProA) auf. Im Brose-Bundesliga-Team reichte es für den Power Forward, der mit seinen 2,05 Metern als "kleiner" Center agiert, nur zu Kurzeinsätzen. So entschied sich der am vergangenen Samstag 25 Jahre alt gewordene Thiemann nach der mit Baunach erfolgreichen Saison 2015/16, nach Ludwigsburg zu wechseln.

Noch bevor er bei den Schwaben spielte, gab er im Juli 2016 sein Debüt in der Nationalmannschaft, für die er inzwischen 31 Mal auflief. Nach zwei Spielzeiten in Ludwigsburg zog es das "JT" gerufene (sprich: Dschäih Tih) Kraftpaket nach Berlin, wo er unter Coach Aito durchschnittlich 14 Minuten auf dem Feld steht. Vor dem Pokalfinale unterhielten wir uns mit Johannes Thiemann. Ist das Pokalfinale in Ihrer alten Heimat ein besonderes Spiel für Sie? Johannes Thiemann: Natürlich ist es ein besonderes Spiel für mich. Bamberg ist ja meine Heimat. Ich bin auch oft im Sommer da. Die Familie meiner Freundin lebt hier und meine wohnt in der Nähe von Forchheim, daher bin ich öfter in Franken. Haben Sie noch Kontakt zu Ihren Baunacher Teamkollegen von damals, Arnoldas Kulboka, Daniel Schmidt, Daniel Keppeler oder Felix Edwardsson? Klar, man schreibt sich, und selbstverständlich verfolge ich auch die Baunacher. Vor allem mit Schmiddi, mit dem ich mich erst Weihnachten getroffen habe. Was bedeutet der 92:88-Sieg von Alba vom November für Sonntag? Seitdem hat sich in Bamberg ja viel verändert. Dem Sieg in Berlin messe ich keine große Bedeutung mehr zu. Der Pokal hat außerdem einen anderen Charakter, in einem solchen Do-or-die-Game steht mehr auf dem Spiel. Ein bisschen zählt auch die Tagesform. Alba spielt derzeit eine sehr erfolgreiche Saison in Bundesliga, Pokal und Euro-Cup. Was ist der Schlüssel für den Erfolg? Trotz der vielen Verletzungen, die wir hatten, hat Aito eine Kontinuität im Team geschaffen und die Grundlagen dafür gelegt, dass wir sehr gut zusammenspielen. Für mich war die Spielweise eine große Umstellung, ich komme aber immer besser damit zurecht. Schließlich bin ich auch nach Berlin gekommen, um dazuzulernen. Was muss Bamberg tun, um den Pokal zu gewinnen? (lacht) Das werde ich hier natürlich nicht verraten. Bei den Niederlagen in Braunschweig und Göttingen waren wir müde. Wir hatten im Januar nur ein Heimspiel. Dazu kamen die Verletzungsausfälle. Am Sonntag sind wir - bis auf Stefan Peno - komplett. Ist das große Verletzungspech bei Berlin ein Vor- oder ein Nachteil für das Pokalfinale - sprich, Ihr Team weiß, dass es mit jeder Aufstellung gewinnen kann? Natürlich ist das ein Nachteil, nie in Bestbesetzung spielen zu können. Aber wie unsere jungen Spieler da reingeworfen wurden und wie sie das gemeistert haben, war schon klasse. Sie werfen kaum noch von der Dreierlinie, obwohl Sie vor vier Jahren bei Baunach eine Quote von über 30 Prozent aufwiesen. Woran liegt's ? Der Wurf ist schon noch da. Bei der Spielweise komme ich nur nicht so oft von draußen zum werfen. Aber stehen lassen darf man mich nicht. Die Fragen stellte unser

Redaktionsmitglied Udo Schilling

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