Ebern

Essen in Gemeinschaft tut gut

Ein gutes warmes Essen in netter Gesellschaft zu einem erschwinglichen Preis, das bietet "F.I.T." in Ebern.
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Sandra Guarino kocht das Weihnachtsessen am Donnerstag, 13. Dezember.  Foto: Diana Menoyo Pérez
Sandra Guarino kocht das Weihnachtsessen am Donnerstag, 13. Dezember. Foto: Diana Menoyo Pérez
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Brigitte Krause Der Essenstisch ist gedeckt, die Deckungslücke konnte vor einem Jahr geschlossen werden: Die Weihnachtsspenden-Aktion von "Franken helfen Franken", dem Spendenverein der Mediengruppe Oberfranken, wozu auch der "Fränkische Tag" gehört, half vor gut einem Jahr bei der Finanzierung des "F.I.T."-Projekts in der Stadt Ebern.

Hinter dem etwas uneleganten Begriff steht eine wunderbare Sache: Evangelische Kirchengemeinde und Diakonisches Werk Haßberge kümmern sich seither Woche für Woche an jedem Donnerstag um ein warmes Mittagessen für Menschen in Ebern, denen es finanziell nicht ganz so gut geht, die nicht selbst für sich kochen oder aber, die wenige soziale Kontakte haben und sich einfach über die Geselligkeit an ein oder zwei Stunden an dem Tag in der Woche freuen.

Der evangelische Pfarrer Bernd Grosser freut sich, dass die Aktion "Frisches im Teller" ("F.i.T.") seit nun acht Jahren so erstaunlich gut läuft. Die evangelische Kirche stellt für den Treff die Räume zur Verfügung.

Bereicherung für alle Seiten

"Es ist eine Bereicherung für die Leute, die kommen, und für die evangelische Kirchengemeinde selbst", unterstreicht Grosser im Gespräch mit dem FT. Die Stadt Ebern hat - wie ja die meisten Städte auf dem flachen Land - in Sachen Angebote für Bedürftige nicht so viel zu bieten, "es ist schwierig auf dem Land", meint Grosser, dem bewusst ist, dass viele nicht gerne über ihre Lage reden wollen. Die Scham ist groß. Gerade deswegen ist dieser lockere Mittagstreff in der Stadt Ebern im Sozialverbund so wichtig, findet der Pfarrer. Hier kostet ein Essen, je nachdem, was einer geben kann, zwischen 1,50 und 4,50 Euro.

Unterstützer gefunden

Eine, die sich über den Erfolg richtig freut, ist Koordinatorin Barbara Denninger vom Diakonischen Werk. Sie berichtet, dass das Projekt in der Stadt inzwischen so bekannt und verhaftet ist, dass sich Sponsoren finden. So hat eine frühere ehrenamtliche Köchin, Sandra Guarino, gerade jetzt ihren Arbeitgeber für eine Geste zu Weihnachten gewinnen können: "Mandrops" Ebern spendiert das Weihnachtsessen am Donnerstag, 13. Dezember, 12 bis 13 Uhr, den Nachtisch gibt die Pizzeria "Da Angelo" dazu.

Barbara Denninger ist froh, dass sich ein fester Kreis an Köchen und Helfern (insgesamt sind es vier Köche und sechs Helfer) gefunden hat.

Das Charmante an der Sache ist, dass es bei jedem der Ehrenamtlichen etwas anders schmeckt: Werner Steger kocht gerne einmal chinesisch, während die Spezialität von Bertl Ruhhammer mehr der Braten und die Klöße sind. Hingegen kocht Ingrid Mandery gerne italienisch-mediterran - "die Leute genießen es, es schmeckt, und die Opas probieren auch das Chinesische aus", weiß Barbara Denninger, die sich selbst ebenfalls freut, denn am Donnerstag muss auch sie nicht selber kochen.

Ihre "Kundschaft" kennt sie inzwischen gut, so manches Gespräch am Rande gibt ihr zu denken. So hörte sie einmal von einer Frau, sie koche für sich alleine nichts: "Daheim, da ess ' ich aus dem Topf", meinte die Dame zu Denninger, durchaus "keine arme Frau", doch eben: allein. "Es geht die Esskultur verloren", beschreibt Denninger ihre Beobachtungen. Essen in Gemeinschaft ist eben ein wertvolles kulturelles Gut.

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