Ebrach
Verkehr 

Es tut sich was im "Mauer"-Fall

Noch in diesem Jahr soll die einsturzgefährdete Klostermauer in Ebrach unter Federführung des Staatlichen Bauamtes dauerhaft gesichert werden. Kürzlich erfolgten für das Baugrundgutachten Bohrungen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bohrung an der Mauer vor dem Kräutergarten Foto: Walter Hanslok
Bohrung an der Mauer vor dem Kräutergarten Foto: Walter Hanslok
+1 Bild
Anette Schreiber

"Man sieht, dass sich was tut." Das stellt Ebrachs Erster Bürgermeister Max-Dieter Schneider (SPD) mit eine gewissen Zufriedenheit fest. Denn seit Mai letzten Jahres wird die Ortsdurchfahrt entlang der B 22 durch rotweiße Baken verengt. Was nach Baustelle aussieht, ist bislang keine. Mit Ausnahme zweier Tage vor kurzem: Da fanden Bohrungen fürs Baugrundgutachten statt. Baken und Bohrungen hängen nur mit der in Teilen einsturzgefährdeten ehemaligen Klostermauer zusammen.
Die ganze Angelegenheit "ist äußerst komplex", gesteht auch Roland Strigl vom Staatlichen Bauamt Bamberg zu. Die Mauer liegt an Teilen des Gehsteigs, der sich in Besitz und Baulast der Gemeinde befindet. Eben dieser Gehsteig grenzt wiederum unmittelbar an die Bundesstraße an. Deren Belastung macht die Gemeinde für die Schäden an der Mauer verantwortlich. Und dann kommt auch noch die Katholische Kirchenstiftung Ebrach ins Spiel, der ebenfalls ein einsturzgefährdeter Mauerteil gehört.


Handlungsbedarf unstrittig

Unstrittig ist der Handlungsbedarf an sich, Knackpunkt jedoch, wer letztlich für welche Kosten aufkommen wird. Das auszutüfteln, wird wohl Sache eines Gerichtsverfahrens werden. Inzwischen haben zumindest Staatliches Bauamt, Marktgemeinde und Kirchenstiftung zu verschiedenen Vereinbarungen gefunden. Auf dieser Basis können die nötigen Instandsetzungsmaßnahmen unter Federführung des Staatlichen Bauamtes anlaufen. "Wir wollen heuer noch bauen", lässt Strigl namens des Amtes wissen.
Im Auftrag des Amtes hatten vor kurzem Mitarbeiter der Pötzl Ingenieure GmbH aus Coburg Bohrungen niedergebracht.
Nach bereits erfolgten Sondierungen sind die Bohrungen nötig für ein Baugrundgutachten. Das bildet die Grundlage für die Instandsetzungsarbeiten. Auf Basis der Bohrergebnisse wird auch zu entscheiden sein, welche Art von Konstruktion umgesetzt werden kann. Auch der Gestaltung "an so einem prestigeträchtigen Ort" kommt hohe Bedeutung zu, so Dr. Jacob Müller von der Coburger Firma.


Möglichst reibungslos

Der ist es ein Anliegen, dass der Verkehr während der Bauphase so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Einen Bericht zu den Bohrergebnissen wird es im August geben. Dann wird auch über das weitere Vorgehen entschieden. "Wir haben vor, eine Stützmauerkonstruktion zu bauen, in welcher Form auch immer", stellt Roland Strigl abschließend fest.
Passanten und Ebracher haben wohl mit Freude zur Kenntnis genommen, dass es an der Mauer nun in irgendeiner Form weitergeht, merkt der Bürgermeister an. "Die machen eine ordentliche Untersuchung, das braucht Zeit", ist er sich bewusst.
Dass von allen Seiten in dieses Vorhaben bereits viel Zeit eingebracht wurde, zeigt allein der Blick auf den Aktenordner, den der Bürgermeister vor sich liegen hat. Nach den Bohrungen sind die beiden Löcher vor dem Kräutergarten und der Michaelskapelle der Klosterkirche wieder verschlossen worden.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren