Herzogenaurach

Es soll ein neues Graffiti geben

Auch wenn durch den Abbau des alten Klassenzimmer-Containers an der Mittelschule das Graffiti der Schüler ebenfalls verschwindet, geht die kreative Arbeit nicht verloren. Rektor Helmut Nicklas hat da schon ein paar Ideen.
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Im Juli 2017: Lehrerin Manuela Janisch präsentiert das Graffiti und seine Vorlage. Die Aktion weckte bei den Schülern Begeisterung. Auch wenn dieses Bild auf der Containerwand jetzt verloren geht, so hat Rektor Helmut Nicklas doch schon zwei neue Ideen.  Foto: Bernhard Panzer
Im Juli 2017: Lehrerin Manuela Janisch präsentiert das Graffiti und seine Vorlage. Die Aktion weckte bei den Schülern Begeisterung. Auch wenn dieses Bild auf der Containerwand jetzt verloren geht, so hat Rektor Helmut Nicklas doch schon zwei neue Ideen. Foto: Bernhard Panzer

Bernhard Panzer Er ist alt und in einem sehr schlechten Zustand. Ein weiteres Mal kann der Container an der Mittelschule nicht mehr saniert werden. Das ist das Fazit der Bauamtsleiterin im Rathaus, Silke Stadter. Deshalb soll der Klassenzimmer-Container nun abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Der Haupt- und Verwaltungsausschuss gab am Donnerstagabend sein Plazet, zumindest für die Planung. Beauftragt wurde das Ingenieurbüro JB Architekten aus Nürnberg, mit dem die Schule schon zuletzt zusammenarbeitete. Es soll für 232 000 Euro den Neubau ausarbeiten. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf etwa 3,3 Millionen Euro geschätzt.

Stadt und Schule hoffen, dass der Bau schon im kommenden Jahr begonnen werden kann ("Das wäre wünschenswert"). Zunächst muss der Container verschwinden, denn an gleicher Stelle soll der Ersatzbau errichtet werden. Etwas größer: Statt vier sollen sechs Klassenzimmer Platz finden.

Das Original geht verloren

Mit dem Container verschwindet auch das großflächige Graffiti, das die Schüler im Rahmen der Schulprojekttage im Juli 2017 angebracht haben. Eine kunstvolle Darstellung der Schule, umgesetzt mit der Graffiti-erfahrenen Pädagogin Sonja Panzer. Ideengeberin war damals die Lehrerin Manuela Janisch, heute stellvertretende Schulleiterin. Es gab viel Zuspruch für die kunterbunte Darstellung.

Deshalb wäre es auch schade, wenn das Bildnis nach zwei Jahren spurlos verschwände. Dieser Ansicht ist auch der neue Rektor Helmut Nicklas. Das Originalgraffiti auf der Containerwand "verlieren wir leider", sagt er. Aber er sieht durchaus Möglichkeiten, es für die Nachwelt dennoch zu erhalten. Und nicht nur das: Auch will der 45-Jährige den Schülern die Gelegenheit geben, erneut tätig zu werden.

"Wir haben so viele graue Betonflächen", weiß Nicklas. Da könnte man doch auch ein Foto auf großer Leinwand aufhängen, meint er. Also: Warum nicht das Graffiti abfotografieren und im Schulhaus als Fotoleinwand erhalten? Diese Idee will er nun einbringen.

Und die Gedanken fließen weiter: Auch ein neues Kunstwerk könnte entstehen. Ebenfalls angefertigt bei einem Projekttag der Schule, und ebenfalls in Zusammenarbeit mit der selbstständigen "Sprayerin" Sonja Panzer, wenn sie denn mitmachen mag. So ist die Idee des Rektors, der auch schon weiß, wo es angebracht werden kann.

"Wir haben da eine kleine Traktorgarage", sagt er. Diese soll in Zusammenhang mit dem geplanten Bauprojekt um einen Fahrradschuppen erweitert werden. Da würde dann eine Wand entstehen, groß genug, um ein erneutes Kunstwerk aufzunehmen.

Etwas Puffer

In der Sitzung am Donnerstag ging es darum aber nicht. Da wurde über den Neubau abgestimmt. Ein bis zwei Klassenzimmer habe man dann Puffer, sagte Rektor Nicklas. Das sollte zunächst genügen, wenn man die aktuellen Schülerzahlen zugrunde legt. SPD-Fraktionsvorsitzender Curd Blank hatte angeregt, großzügiger zu erweitern, wenn man schon mal dabei sei. Einen Blick in die Zukunft zu werfen sei aber schwierig, meinte Bürgermeister German Hacker. Zu ungewiss seien die Übertrittszahlen. Auch Bauamtsleiterin Stadter hielt den Neubau für ausreichend. Zumal es auch Verbesserungen im Bestand gebe, wie für die Mittagsbetreuung. Nicklas ergänzte, dass auch die Schulpädagogik und eine Förderlehrerin profitieren können und auch Platz zum Zurückziehen (ein Silenzium-Raum) geschaffen werden könnte.

Silke Stadter sagte: "Wir sollten keine Kapazitäten schaffen, die dann leer stehen." Unterstützt wurde sie von Verwaltungsleiter Gerhard Höfler. Weitergehende Erweiterungen würden auch gar nicht gefördert, die Stadt müsste das also zu einhundert Prozent aus eigener Tasche zahlen, sagte er. Für den beabsichtigen Anbau hingegen seien durchaus entsprechende Förderungen zu erwarten.

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