Harsdorf

Es kommt wohl der Anschluss an die FWO

Harsdorf muss sein Wasserversorgungsnetz sanieren. Der Erhalt des bisherigen Tiefbrunnens erscheint dabei nicht möglich.
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Das Trinkwasser in Harsdorf wird künftig wohl von der Fernwasserversorgung Oberfranken kommen. Symbolbild: Lukas Barth/dpa
Das Trinkwasser in Harsdorf wird künftig wohl von der Fernwasserversorgung Oberfranken kommen. Symbolbild: Lukas Barth/dpa

Es läuft alles auf einen Anschluss der Harsdorfer Wasserversorgung an die Fernwasserversorgung Oberfranken zu, zumal sich die benachbarte Gemeinde Bindlach für den Ortsteil Ramsenthal bereits für die FWO ausgesprochen hat. Die Gemeinde Harsdorf müsste andernfalls den Tiefbrunnen alleine betreiben, doch damit sind große Unwägbarkeiten verbunden. Angefangen mit einer Erweiterung des Wasserschutzgebietes bis hin zu einer größeren Zuleitung vom Tiefbrunnen zum Ortsnetz von Harsdorf.

Die letzten Zweifel, was die Sicherheit bei einem FWO-Anschluss angeht, räumte am Dienstagabend im Gemeinderat wohl der Werkleiter der FWO, Markus Rauh, aus. Er stellte dem Gremium die Fernwasserversorgung Oberfranken vor und machte deutlich, dass man derzeit über eine jährliche Reserve von fünf Millionen Kubikmeter Trinkwasser verfüge. Diesen Puffer hielt Werkleiter Markus Rauh auf Nachfrage von Gemeinderat Thomas Böhner (FW) für völlig ausreichend. Der Freistaat Bayern ist der Betreiber der Talsperre bei Nordhalben und es reiche ein normaler Winter aus, um diese zu füllen.

Erich Hahn vom Ingenieur-Büro IBP, Kulmbach, erläuterte dem Gemeinderat die notwendige Ertüchtigung der Wasserversorgung Harsdorf, ausgehend von einem Anschluss an die FWO. Bei Kosten von 2 130 190 Euro und einem zu erwartenden Zuschuss von 624 125 Euro wurde ein Eigenanteil der Gemeinde Harsdorf von 1 506 066 Euro ermittelt.

Das bedeutet für die Grundstücksbesitzer in der Gemeinde Harsdorf im Schnitt eine einmalige Belastung von 4000 Euro. Je nach Größe des Grundstücks und der vorhandenen Geschossfläche kann dieser Beitrag für die Ertüchtigung der Wasserversorgung bis auf 1000 Euro sinken oder bis auf 12 000 Euro steigen. Bürgermeister Günther Hübner kündigte an, dass die Bürger in der nächsten Bürgerversammlung im November nochmals gesondert informiert werden, bevor der Gemeinderat in der Dezember-Sitzung eine endgültige Entscheidung zur künftigen Wasserversorgung trifft.

Gemeinderat Hermann Hofmann (FW) hielt es für notwendig, dass in der Bürgerversammlung gegenübergestellt werden muss, wie viel jeder Grundstücksbesitzer im Falle eines Anschlusses an die FWO und bei einem Fortbestand der bisherigen Wasserversorgung an einmaligen Beiträgen und künftigen Gebühren zahlen müsse.

Bürgermeister Günther Hübner (CSU) gab dem Gemeinderat in diesem Zusammenhang auch ein Schreiben der Gemeinde Harsdorf an den zuständigen Staatsminister Thorsten Glauber (FW) bekannt, das er mit Blick auf die Aufrechterhaltung oder Schließung der beiden Tiefbrunnen verfasst hatte. Demnach stehe Harsdorf aufgrund erheblichen Sanierungsaufwands an den Tiefbrunnen und Leitungen sowie der Frage nach der Zukunftsträchtigkeit der eigenen Wasserversorgung an einem Scheidepunkt. Bürgermeister Hübner: "Zusätzlich muss die wasserrechtliche Erlaubnis verlängert werden, was eine gutachterliche Stellungnahme erfordert. Hierin wird zum einen die Schützbarkeit der Brunnen beleuchtet und sicher eine Vergrößerung des Wasserschutzgebietes verlangt, was dann die ganze Ortschaft Ramsenthal betreffen würde. Daher wird bereits seit einiger Zeit über das weitere Vorgehen beraten. In beiden Brunnen liegen zwar die Nitratwerte weit über 25 mg/l, ansonsten ist es aber ein gutes Wasser."

Weiter schreibt der Bürgermeister: "Wenn aber die Wirtschaftlichkeit noch mit ins Spiel kommt, wird die Deckung des Wasserbedarfs durch ein ortsferneres Wasseraufkommen sehr wahrscheinlich, da die Gemeinde Harsdorf die eigene Wasserversorgung künftig nicht mehr unter vertretbarem Aufwand sicherstellen kann." Die Gemeinde Bindlach habe bereits den Beschluss gefasst, ihren Ortsteil Ramsenthal an die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) anzuschließen. "Es ist wirtschaftlich nicht darstellbar, dass die Gemeinde Harsdorf alleine die eigenen Brunnen betreibt. Daher muss ich davon ausgehen, dass auch wir beschließen werden, die eigene Wasserversorgungseinrichtung aufzugeben, und dann gemeinsam die zwei Brunnen schließen werden."

Die Gemeinde Harsdorf würde dann die Auflage erhalten, die nicht mehr benötigten Brunnen stillzulegen, denn Brunnen können nur mit Wasserschutzgebiet betrieben werden. Bürgermeister Hübner: "Von den hohen Kosten von Brunnenschließungen will ich jetzt gar nicht reden. Aber im Hinblick auf den Klimawandel und die immer trockener werdenden Sommer, sollte doch geprüft werden, ob nicht das Wasser für wasserarme Zeiten beibehalten werden kann. Es steht außer Frage, dass dieses Wasser dann natürlich nicht als Trinkwasser genutzt werden kann. Vielmehr geht es darum, in langen Trockenperioden Wasser zu haben, mit welchem der Nichttrinkwasserbedarf (Grünflächen, Reinigungen, Bauwasser, etc.), immerhin sind das etwa 83 Prozent des Wasserbedarfs, gedeckt werden kann. Wir bitten Sie eindringlich um Prüfung des Sachverhalts", heißt es in dem Schreiben an Umweltminister Glauber.

Mit dem Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Zettmeisel-Altenreuth wird entgegen der bisherigen Planungen bereits am 4. Oktober begonnen. Die Straßenbauarbeiten sollen acht Wochen dauern. Die Kosten belaufen sich auf 919 136 Euro und werden sich womöglich noch erhöhen, wenn der überschüssige Erdaushub belastet ist und gesondert entsorgt werden muss. Gemeinderat Thomas Böhner (FW) prophezeite mit den bereits vorhandenen Umleitungsstrecken ein Verkehrschaos und sprach sich dafür aus, die Straßenbaumaßnahme auf das nächste Jahr zu verschieben.

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