Großgarnstadt

Es ging immer aufwärts

Die "Lützow-Schützen" mussten immer wieder neu bauen, denn der Verein wuchs und wuchs nach der Wiedergründung 1952. Mittlerweile macht sich der demografische Wandel bemerkbar.
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Anfang des Jahres 1919 fanden sich viele junge, ehrbare Männer zusammen, um den Schützenverein aus der Taufe zu heben.
Anfang des Jahres 1919 fanden sich viele junge, ehrbare Männer zusammen, um den Schützenverein aus der Taufe zu heben.
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alexandra kemnitzer In der Zeit vom 17. bis 19. Mai feiern die "Lützow-Schützen" das 100-jährige Bestehen. Der Chronik von Heinz Hofmann und den Protokollen der bisherigen Schriftführer ist zu entnehmen, dass der Verein immer in der Lage war, sich den gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen und diese mitzugestalten. "Für die Zukunft gilt es, diese Eigenschaft weiter zu entwickeln", so Vorsitzender Dietmar Brückner.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges nahm die Vereinstätigkeit überall einen neuen Aufschwung. So auch in Großgarnstadt. Anfang des Jahres 1919 bekannten sich 38 Männer zum Schützenwesen und legten damit den Grundstein. Am 6. Februar wurden die Vereinsstatuten als rechtkräftig erklärt, nachdem auch eine Vereinsordnung erstellt worden war. Als Vorsitzender fungierte August Pötsch. Ungeahnte Schwierigkeiten und Probleme traten auf, als finanzielle Sorgen in den Vordergrund rückten. Deshalb wurde beschlossen Veranstaltungen durchzuführen, wie beispielsweise Theaterabende, um die Kapitalbildung zu fördern und neue Mitglieder zur Stärkung des Vereins zu gewinnen.

Für den Schießsport wurde ein Gewehr angeschafft und im Juli 1919 an die Aktiven übergeben. Um einen Schießstand zu bauen, wurde nach einem geeigneten Areal gesucht. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wurde aus dem Grundstücksankauf nichts. Allerdings konnte mit dem Besitzer der Gaststätte "Zur Post", Andreas Schwemmlein, eine Vereinbarung getroffen werden, um in dessen Garten den Schießstand zu errichten. Schon am 6. Juni 1920 konnte das erste Preisschießen auf den neuen Ständen durchgeführt werden, was dem Verein weiteren Auftrieb brachte.

Ein Jahr später wurde als erster Schützenkönig Edwin Herdan proklamiert. Gefeiert wurde unter anderen auch mit den Weidhäuser "Tellkameraden". Als der einst mit viel Liebe erstellte Schießstand für ein qualifiziertes Preisschießen nicht mehr ausreichte, reichte der Verein Pläne für einen Schießhausbau ein, die 1928 durch die Baubehörde genehmigt wurden. Zwischenzeitlich war der Verein auf mehr als 60 Mitglieder angewachsen.

Zweite Gründung

Nach 1933 geriet der so gern ausgeübte Schießsport immer mehr ins politische Fahrwasser. Vorübergehend diente das Schießhaus als Kindergarten. Während des Zweiten Weltkrieges hatte der Verein keine Möglichkeit mehr zu existieren. Am 14. März 1952 trafen sich 25 Gleichgesinnte zur zweiten Gründungsversammlung im Gasthaus "Zur Post" und wählten Albin Kalb zum Schützenmeister. Weil der Verein ohne Gewehr und Schießanlage da stand, nachdem das Schießhaus bewohnt war, stellte Schützenbruder Martin Carl seine Luftbüchse dem Verein zur Verfügung. So konnte damit am 25. April 1952 ein kleines vereinsinternes Preisschießen veranstaltet werden. Durch öffentliche Veranstaltungen verbesserte sich die finanzielle Situation, die Mitgliederzahl stieg kontinuierlich. Schließlich konnte die Gemeinde das sogenannte Furt-Grundstück zu einem Quadratmeterpreis von 30 Pfennig erwerben und darauf ein Schießhaus in Massivbauweise errichten. Am 30. August 1953 war auf den neuen Schießständen ein Eröffnungsschießen. Bei diesem wurde Günther Oberender der erste Schützenkönig nach der Wiedergründung. Seit 1954 ist der Verein Mitglied im Bayerischen Sportschützenbund. 1956 erfolgte die Einweihung des Erweiterungsbaus, mit dem die Schießstände auf zehn erweitert werden konnten. Alle Mitglieder hatten hierfür 25 Arbeitsstunden, ersatzweise pro Stunde eine D-Mark, zu leisten. Im selben Jahr beschloss der Verein, sich eine Fahne anzuschaffen. Bis zu 290 Schützen beteiligten sich in den Folgejahren an den Hauptschießen. Innerhalb von 50 Jahren beschlossen die Mitglieder 1970 den fünften Schießhausbau. Drei Erweiterungen folgten.

Seit dem 27. Januar 1989 steht Dietmar Brückner als Vorsitzender an der Vereinsspitze. In der aktuellen Saison ist der Verein nach dem Aufstieg mit der ersten Mannschaft in der Gau-Liga am Start. Besondere Kontinuität besteht in der ersten Mannschaft, die seit 2005 in derselben Besetzung startet.

Dass der demografische Wandel am Schützenverein nicht spurlos vorbeigeht, zeigt sich in den Rundenwettkämpfen. So sind zwei Mannschaften in der Altersklasse aufgelegt aktiv, allerdings kann derzeit keine Schüler- oder Jugendmannschaft gestellt werden. Trotzdem treten insgesamt vier Teams an.

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