Aschach bei Bad Kissingen

Es gibt noch viel zu tun

Schloss Aschach soll im März mit neuer Schau eröffnen. Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel informierte sich jetzt auf seiner Sommertour über die Renovierungsarbeiten.
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Derzeit noch eine Großbaustelle: In den Räumen des Schlosses Aschach herrscht noch reger Baubetrieb.
Derzeit noch eine Großbaustelle: In den Räumen des Schlosses Aschach herrscht noch reger Baubetrieb.
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Sigismund von Dobschütz Momentan sehen die Räume in Schloss Aschach noch nach Baustelle aus. "Es gibt noch sehr viel zu tun", war sich auch Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (CSU) bewusst. "Aber wir wollen im März 2020 mit einer völlig neuen Ausstellung wieder öffnen", versicherte er am Donnerstag nach einem zweistündigen Rundgang der Fachdelegation, die ihn gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Adelheid Zimmermann (FDP) und der Bad Kissinger Bezirksrätin Karin Renner (CSU) zum Start seiner alljährlichen Sommertour ins Schloss Aschach begleitete.

Seit seinem Amtsantritt vor 13 Jahren hat es sich Dotzel zur Aufgabe gemacht, jeweils zu Beginn der Sommerpause eine Informationsfahrt durchzuführen. "Dies ist meine elfte Tour." Nur in den beiden Wahljahren 2013 und 2018 hatte er bewusst ausgesetzt. Die drei Themen jeder Sommertour sind Kultur, Wein und Fisch, da alle drei Fachbereiche im Bezirk unter dem Dach der Heimatpflege zusammengefasst sind. Nach Schloss Aschach, das die Kultur vertritt, geht es heuer noch zu Winzern in den Landkreisen Würzburg und Kitzingen sowie zum Thema Fisch nach Lohr am Main und Umgebung.

In Aschach begann der Rundgang gleich unten am Parkplatz Schlossstraße. Hier erläuterte der Bezirkstagspräsident aktuelle Überlegungen, die Auffahrt zum Schloss für Privatfahrzeuge zu sperren und den kleinen Parkplatz oben am Haupteingang aufzulösen, um den Park umgestalten und den alten Baumbestand schützen zu können. Wird so entschieden, will man stattdessen von der Schlossstraße aus in Höhe der Schlossmühle einen behindertengerechten Fußweg direkt in den Schlosshof schaffen.

"Arbeit ohne Ende"

In der historischen Schlossmühle, die als Museumsdepot für 50 000 Exponate genutzt wird, gab Birgit Speckle, die fachkundige Leiterin der Ausstellungsneugestaltung, der Delegation einen Einblick in das neue Konzept und zeigte Exponate, die in der künftigen Schau zu sehen sein werden. Dazu gehört auch eine kurze Lederhose, die der damalige Diplomat und letzte Schlossherr Carl Graf von Luxburg (1872-1956) einst seinem Gärtner Otto Blum geschenkt hat. "Viele Nachkommen der Dienstboten leben noch heute in Aschach und Umfeld", weiß Speckle aus persönlichen Kontakten, die für ihre Arbeit wichtig sind. "Das neue Ausstellungskonzept ist nicht nur der gräflichen Familie, sondern auch ihrem Personal gewidmet." Seitdem dies bekannt ist, hat schon mancher Nachkomme dem Museum interessantes Material aus eigenem Familienarchiv gestiftet. Speckle: "Es ist ein großartiges Forschungsfeld und liefert Arbeit ohne Ende."

Seit Jahren überfällig war die konzeptionelle Neugestaltung des Graf-Luxburg-Museums, das seit 62 Jahren unverändert war. "Wir schaffen ein lebendiges Entdecker-Museum", beschreibt Speckle das neue Konzept. Künftig dürfen die Besucher ungehindert durch die Wohnräume spazieren, als seien sie Gäste der Grafen.

"Freie Zugänglichkeit zu Exponaten bedarf natürlich spezieller Sicherung", ergänzte Projektsteuerer Dipl.-Ing (FH) Klaus-Jürgen Edelhäuser und berichtete von neuen Alarmgeräten und verstärkter Video-Überwachung. Weiteres Ziel der Neugestaltung ist die Barrierefreiheit im historischen Gebäude. So wurde nicht nur außen zum Haupteingang, sondern auch im Gebäude ein Aufzug mit Zugang in alle Geschosse eingebaut, ohne die denkmalgeschützte Substanz zu beeinträchtigen.

Bis zur Wiedereröffnung im März bleiben noch einige Punkte zu klären. Um das festgesetzte Budget von drei Millionen einhalten zu können, lässt sich nicht jeder Wunsch der Ausstellungsmacher erfüllen.

Obwohl die Schlossräume noch wie eine Großbaustelle wirken und wohl niemand außer den Akteuren eine plastische Vorstellung der künftigen Ausstellung hat, freute sich Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel auf die Eröffnung im März: "Die neue Konzeption wird eine großartige Sache."

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